Frankfurt, Commerzbank-Arena, 13.06.2007
von Thomas Stein am Donnerstag, 14. Juni 2007

Foto: Thomas Stein
FRANKFURT (tms) – 17 Jahre und 22 Tage sind vergangen seit die Rolling Stones das letzte Mal in Frankfurt gastierten. Damals hieß das Stadion noch Waldstadion und nicht Commerzbank-Arena. Alle waren damals noch ein wenig jünger und an einen bestuhlten Innenraum wagte niemand überhaupt nur zu denken. In der Zwischenzeit sind gerade einmal drei Studioalben entstanden und die Tour zu ihrem letzten Werk „A bigger bang“ befindet sich im dritten und letzten Jahr.
Bei einem Stadionkonzert gehört zu dem Erlebnis neben der Musik an sich auch das gesamte Drumherum. Im Vorfeld des Konzertes konnte man sich frei nach Thomas Gottschalk die Frage stellen: „What happened to Rock’n’Roll?“ Zunächst gab es im Vorverkauf nur Sitzplätze, aber nachdem dieser vermutlich wegen der hohen Eintrittspreise sehr schleppend lief. Vielleicht lag das auch an der zeitgleich in Frankfurtstattfindenden JP Morgan Chase Corporate Challenge, bei der sicherlich einige potentielle Besucher waren. Ein Woche vor dem Konzert wurde bekannt geben, dass die Bühne innerhalb des Stadions gedreht und dadurch auch die Kapazität verringert wurde. Durch diese Maßnahme waren die Fans nun näher an den „Rock-Dinos“, aber mussten dafür auch Schlangestehen beim an den Tickettausch-Ständen in Kauf nehmen. Außerdem entstand durch die neue Bühnenposition auch die Möglichkeit einen der Stehblöcke zu nutzen, um die vielfach geforderten Stehplätze anbieten zu können. (weiterlesen…)
Frankfurt, Sinkkasten, 11.03.2007
von Thomas Stein am Samstag, 7. April 2007

Foto: Thomas Stein
FRANKFURT (tms) – Im Herbst erschien ihr viertes Studioalbum „Preparing to leave“ und nachdem die Schweizer Popband mit diesem Album im Herbst und Winter ihr Heimatland betourt und -tört haben, folgte die von vielen Fans erwartet Deutschlandtournee. Nach 2005 traten sie wieder im Frankfurter Sinkkasten auf und obwohl das Konzert nicht ausverkauft war, waren mehr Besucher als beim letzten Mal anwesend. Die Fangemeinde steigt und wird weiter steigen…
Andere Bands spielen eine Intro- bzw. Einlaufmusik von Band, doch Lunik macht das einfach selbst. Nach dieser fast vierminutigen Einleitung seitens Luk, Jacob, Cedi und Chrigel gesellte sich auch Frontfrau Jael auf der Bühne dazu und nahtlos ging es in „Bad timing“ über. Anschließend folgte der typische Begrüßungssatz: „Wir sind Lunik aus der Schweiz.“ Bis jetzt habe ich die Band nur in Deutschland gesehen, aber ohne dieses schon quasi Markenzeichen würde bei einem Konzert etwas fehlen.
Nach der Begrüßung kam die obligatorische Aufforderung, dass man Lunik Konzerte auch im Stehen genießen kann. Die Kinositze um die Tanzfläche sind aber auch bequem. Außerdem erklärte Sängerin Jael, dass sie am Vortag einen schweren Asthmaanfall hatte und daher sich über jede Zigarette freue, die nicht geraucht wird. Das Publikum konnte schon einmal für das geplante Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden üben und dieser Wunsch wurde auch überwiegend respektiert. (weiterlesen…)
Frankfurt, Jahrhunderthalle, 10.03.2007
von Thomas Stein am Montag, 26. März 2007
FRANKFURT (tms) – Mit Änderungen ist das so eine Sache: Die eine begrüßen sie, die anderen bewahren lieber das Alte. Es gibt Fans der ersten beiden Alben, die mit dem aktuellen Longplayer „Loose“ nicht mehr viel anfangen können und sich die „alte Nelly“ zurückwünschen. Im Rahmen der „Folkore-Tour“ erklärte sie, dass sie kurze, aber gute, Konzerte spiele. Wie die Musik hat sich auch die Einstellung geändert – anstatt knapp unter 1 1/2 Stunden dauern Konzerte jetzt fast zwei Stunden. Aber auch diese längere Spieldauer vergeht wie im Flug.
Dies liegt auch daran, dass sie auf zahlreiche Top10-Singles und einen Fundus aus mittlerweile drei Alben zurückgreifen kann. Wer also mit dem neuen Album nicht sonderlich vertraut war, kannte den Großteil des Songs aus Radio und TV, da sich ein Hit an den nächsten reihte. (weiterlesen…)
Mainz, Phönixhalle, 25.02.2007

von
Thomas Stein am
Montag, 26. Februar 2007

Foto: Thomas Stein
MAINZ (tms) – Castingshows genießen hierzulande nicht besten Ruf und die Halbwertzeit der Gewinner sinkt von Staffel zu Staffel. Christina Stürmer war zwar auch Teilnehmerin an einer Castingshow in Österreich, aber als Zweitplatzierte musste nicht mit Staffelende eine Produkt in den Regalen stehen und stattdessen konnte sie von Anfang an ihre Musik machen. Der Erfolg gibt ihr Recht und wegen der großen Nachfrage wurde ihr Konzert von der Centralstation in Darmstadt in die mehr als doppelt so große Phönixhalle in Mainz verlegt, in der diesen Winter auch Bands wie Silbermond oder Juli gastierten.
Mit einem Konzert, das nur um wenige Minuten die zwei Stunden Marke verfehlte, begeisterte sie die 2500 Fans in Mainz und lieferte ein sehr abwechselungsreiches Konzert ab. Durch ihren massiven Einsatz in den Musiksendern und im Radio, könnte man meinen, dass sie vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen würde. Weit gefehlt. Der Altersdurchschnitt war eher in den späten Zwanzigern anzusiedeln und ausgelassen feierten Jung und Alt gemeinsam. In den vorderen Reihen feierten auch Eltern, die wahrscheinlich in den 70ern schon Led Zeppelin oder die Rolling Stones live gesehen haben, gemeinsam mit ihren Kindern ausgelassen das Konzert. (weiterlesen…)
Mannheim, SAP Arena, 01.02.2007
von Thomas Stein am Samstag, 10. Februar 2007

Foto: Thomas Stein
MANNHEIM/FRANKFURT (tms) – Shakira ist aktuell der Mulitkulti-Superstar – südamerikanischen und arabisches Blutes und auf allen Bühnen der Welt zu Hause. Unter diesem Motto sollten auch ein DJ und ein VJ die Wartezeit mit einer musikalischen Weltreise verkürzen. Ihre Darbietung sorgte dafür, dass in den Fluren mehr Stimmung und Betrieb war als in der Halle selbst. Stattdessen hätte auch die normale Hintergrundbeschallung mit Hits von Nirvana oder The Sisters of Mercy in erhöhter Lautstärke weiterlaufen können.
Um Viertel nach Neun wurde es in der Halle endlich dunkel und Zitherklänge sorgten für eine orientalische Atmosphäre. Barfuss, in dunkler Schlabberhose und glitzerndem Top stürmte der 1,55m große kolumbianische Wirbelwind zu „Estoy aqui“ auf die Bühne. (weiterlesen…)
Frankfurt, Jahrhunderthalle, 12.12.2006
von Thomas Stein am Mittwoch, 13. Dezember 2006

Foto: Thomas Stein
FRANKFURT (tms) – Steven Patrick Morrissey eröffnete gestern Abend in der Frankfurter Jahrhunderthalle die Deutschlandkonzerte seiner „Tour Mondiale 2006“ und wurde von den 3.000 Fans begeistert gefeiert. Polarisieren konnte der exzentrische Sänger mit seiner unverwechselbaren Stimme schon immer, aber die Anwesenden waren eindeutig Pro-Mozza.
Stilvoll sollte es zugehen: Während der Umbaupause von Kristeen Young zu Morrissey wurden Videos von Grand Prix d’Eurovision Auftritten, James Dean und den New York Dolls auf den Vorhang projiziert. Die Bühnenrückwand zierte eine Foto des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini, der in Anlehnung ans das Lied „You have killed me“ vor einem Hügel mit einem Kreuz posiert, und dazu war die Band mit weißen Hemden samt Fliege ausstaffiert. Es passte alles in den 60er-Jahre Retro-Look.
Im Vergleich zum Konzert im Frühjahr in Amsterdam verzichtet Morrissey auf das Sakko, sondern erschien um kurz nach 21 Uhr in schwarzem Hemd mit blauer Krawatte auf der Bühne. Er mimt und verkörpert den klassischen Entertainer und das Spielen mit dem Mikrofonkabel gehört zu seiner Show wie Fische ins Wasser, ohne dass sein Gehabe aufgesetzt oder als Marketing-Masche wirkte. (weiterlesen…)
Frankfurt, Festhalle, 05.12.2006
von Thomas Stein am Donnerstag, 7. Dezember 2006
FRANKFURT (tms) – Der Tourauftakt ihrer „Back to Basics – Tour 2006“ führte Christina Aguilera in die Frankfurter Festhalle und nur ca. 8.000 Besucher haben den Weg dorthin gefunden, so dass der Innenraum mit Zusatztribünen verkleinert wurde. Ob dieses "rege Interesse" am Stil des aktuellen Albums oder an den nicht gerade günstigen Eintrittspreisen lag, bleibt unklar. (weiterlesen…)
Berlin, Tempodrom, 15.11.2006
von LoneReviewer.de am Donnerstag, 16. November 2006
Put it behind you & rock this town
BERLIN (l.j.) – Typischer Weise zerbricht eine Band, wenn der Gitarrist aussteigt. Keane haben trotzdem weiter gemacht, daraufhin erst Erfolge gefeiert und verzichten mittlerweile gerne. Ein interessantes Trademark, da es von der klassischen minimalen Bandbesetzung (mit Gesang, Gitarre, Drums, Key/Bass) markant abweicht. Aber ein moderner Synthesizer hätte solche Klänge notfalls standardmäßig mit dabei. Jedoch macht diese Band weitaus mehr aus, als dieser Gitarristennotstand. Da ist zum einen die klare mit unter etwas traurig klingende Stimme von Tom Chaplin und zum anderen sind es die minimalistischen Texte mit dem eingängigen Melodienteppich. All das und viel mehr führte dazu, dass kein einziger Füller auf dem Debütalbum "hopes and fears" zu erlauschen war. Ein seltenes Glück, welches selbst Großmeistern mit jahrelanger Erfahrung so gut wie nie gelingt.
Nun also das neue Album "under the iron sea". Mit nunmehr experimentierfreudigerer Musik und schnelleren Nummern, aber weiterhin anschmiegsamen Melodien zum Träumen, die auch diese CD (wenn auch nicht gleich beim ersten Verzehr) längerfristig in die Heavy Rotation des CD-Spielers beordern. Da muss man doch einfach mal sehen, wie sich Keane live anhört. (weiterlesen…)
Frankfurt, Jahrhunderthalle, 13.11.2006
von Thomas Stein am Mittwoch, 15. November 2006

Foto: Thomas Stein
FRANKFURT (tms) – Diese Seite trägt im Untertitel das Schlagwort „Konzertberichte“, doch für diesen Beitrag müsste es in „Showbericht“ umgewandelt werden. Auch wenn man, großzügig betrachtet, Turntables als Musikinstrument bezeichnet, war an diesem Abend nur bei der Vorgruppe „Rihanna“ ein Instrument auf der Bühne zu sehen. Somit verriet allein die Bühnendekoration schon, dass nicht die Musik sondern die Performance im Vordergrund stand.
Eröffnen durfte den Abend die 18jährige „Rihanna“, die schon mit drei ihrer Singles in den Top 10 landen konnte, und ebenso airplaytaugliche Musik präsentiert wie die Pussycat Dolls. Ihren Auftritt begann sie in äußerst knappen schwarzen Hotpants und einer weißen Bluse. Dazu die schwarzen Locken – in Köln würde man sagen: „En lecker Mädsche!“ Begleitet wurde sie von vier Tänzerinnen und zwei Tänzern, die komplett in schwarz gekleidet waren. (weiterlesen…)
Hockenheim, Hockenheimring, 12.08.2006
von Thomas Stein am Sonntag, 13. August 2006
FRANKFURT (tms) – Im Rahmen seiner Welttournee begeisterte am Samstag der englische Sänger und Entertainer Robbie Williams auf dem Hockenheimring beim ersten seiner beiden Konzerte gut 90.000 Fans. Das bunt gemischte Publikum bekam eine, im wahrsten Sinne des Wortes, große Show geliefert – 110 Minuten Unterhaltung pur.
1,6 Millionen verkaufte Tickets an nur einem Tag für seine Europatournee bescherten Robbie Williams einen Eintrag im „Guinness Buch der Rekorde“. Deutschland war mit den 13 Konzerten nicht unerheblich an diesem Erfolg beteiligt und somit gab er sich Mühe, seine Deutschkenntnisse, vor allem aus der Fäkalsprache, bei jeder Gelegenheit anzubringen. Sein Lieblingswort des Abends war „Scheiße“, dass er auch vom Publikum kollektiv brüllen ließ, sowie sein seit Jahren verwendeter Lieblingsspruch: „Alles fit im Schritt!“ mit der dazugehörigen Geste.
Auch andere Sprüche waren einstudiert, doch bemerkenswert war die Erkenntnis von Robbie Williams, dass er von der Kulisse der von den Besucherzahlen größten Veranstaltung beeindruckt war und einräumte, dass er nicht sagen kann, dass es so etwas noch einmal geben würde. Von daher sei er froh, dass er in Zukunft behaupten kann: „I did it.“ Diese selbstherrliche Art kennt man bei ihm und genau solche überheblichen Texte erwartet man schließlich auch. Image ist alles. (weiterlesen…)