Thursday, 9. February 2012

Frankfurt, Festhalle, 10.05.2008

Die 39-Jährige Australierin Kylie Minogue hat schon alle Höhen und Tiefen des Musikbusiness miterlebt, aber seit ihrem Comeback im Jahr 2000 ist sie aus der Popmusik nicht mehr wegzudenken. Im Herbst 2007 erschien ihr mittlerweile zehntes Studioalbum „X“und am 6. Mai 2008 startete die KYLIEX2008-Europatournee, die gestern Station in Frankfurt machte. Es ist die bisher aufwändigste Show der Künstlerin und die Kosten dafür werden auf mehr als zehn Millionen britische Pfund (12,6 Millionen Euro) geschätzt. Laut Presseberichten besteht ihr Tourtross aus 16 Lastwagen, 8 Tourbussen, 40 Tonnen Material und einer 250-köpfigen Crew.

Dem Veranstalter wird es bei diesen Kosten vermutlich Bauchschmerzen bereiten, wenn in Frankfurt wie schon am Tag zuvor die Hallen nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt waren. Für die Fans war das Konzert dafür umso entspannter, da im Innenraum auf den Einsatz von Ellenbogen verzichtet werden konnte. Damit sich von der Bühne aus ein optisch ansprechendes Bild ergab, wurde im letzten Drittel des Innenraums eine Zusatztribüne aufgestellt. (weiterlesen…)

Mainz, Frankfurter Hof, 09.05.2008

Wir sind Helden begaben sich mit Ihrer Lesung zum eigenen Buch mit dem Titel "Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen" in den Frankfurter Hof in Mainz, und schienen – trotz wirklich positiver Aufnahme bei sämtlichen vorangegangenen Konzerten in dieser Stadt – unsicher ob der zu erwartenden Reaktion der Leute auf diese Lesung zu sein. So konnte man direkt beim ersten Lied die Erleichterung und Freude feststellen, die den Helden ins Gesicht geschrieben stand, als das Publikum sofort und lauthals mitklatschte und -sang. Judith war so begeistert, dass sie noch während des ersten Liedes Stagediving machen wollte, die allerdings "weil sie keine Hose an habe" nicht tat (sie trug einen Rock). Moment – Lesung… und "erstes Lied"? Wie passt das denn zusammen? Fangen wir also Vorne an:

Der Saal ist voll, die Lesung ausverkauft. Gegen 20 Uhr kommen die 4 Helden auf die Bühne, am Lesepult mit 4 Lampen, 4 Mikrofonen und 8 Wasserflaschen vorbei zu Ihren Instrumenten und Gesangsmikrofonen. Und Judith versucht sofort klarzustellen: Dies ist zwar eine Lesung, aber beginnen möchten sie mit etwas, das sie noch häufiger tun. Polas nicht ins Mikrofon gesprochenes "… dir ein Kind machen" verhallt fast ungehört im Raum, auf der Bühne wird allerdings darüber gelacht und in den ersten Reihen vernimmt man ebenfalls den Satz "Das fängt ja gut an". Nun begannen die Helden also, unplugged (die Bezeichnung ist natürlich irreführend, die Mikros und Instrumente waren sehr wohl eingestöpselt, allerdings spielte man eben mit "akustischen" Instrumenten) zwei Lieder zu spielen und setzten sich anschließend an das Lesepult. Bevor es losging, wurde noch eine inoffizielle Kalauer-Meisterschaft losgetreten. (weiterlesen…)

Frankfurt, Batschkapp, 25.04.2008

Eine Station von Zascha Moktans Clubtour war die Frankfurter Batschkapp. Damit kehrte die in Indien geborene und nun in Berlin lebende in die Region ihrer Jugend zurück. Kaum zu glauben ist dabei, dass die jetzige Soul- und Popsängerin früher in der Punk- und Rockszene zu Hause war. Aber so schließt sich auch in gewisser Weise der Kreis zu Batschkapp, die auch eher für die härteren Töne bekannt ist.

Seit dem letzten Jahr und ihrem Auftritt beim SWR3 New Pop Festival lief mir der Name Zascha Moktan immer wieder über den Weg und das Feuilleton feierte sie als die neue deutsche Soulstimme, obwohl ihr Album noch gar nicht erschienen war. Ihre Referenzen lassen sich aber auch nur allzu gut lesen: Für Craig David war sie Support in Deutschland und in Amerika tourte sie schon mit Alica Keys oder John Legend. (weiterlesen…)

Frankfurt, Batschkapp, 23.04.2008

Ende letzten Jahres fand bis auf zwei Unplugged-Konzerte die ansonsten übliche Weihnachtstournee nicht statt. Stattdessen war die Band im Studio und hat an ihrem sechsten Studioalbum gearbeitet. „VI“ erschien am Freitag vor dem Konzert und nach Jahren der Abstinenz gastierten Die Happy zum Tourauftakt wieder einmal in der Frankfurter Batschkapp.

Spannung und Vorfreude waren groß, denn an diesem Abend würde es die Antworten auf alle offenen Fragen geben: Wie viele Lieder vom neuen Album werden gespielt? Welche alten Lieder blieben der Setlist erhalten? Wie werden die neuen Lieder beim Publikum ankommen? (weiterlesen…)

Frankfurt, Das Bett, 19.04.2008
Karpatenhund @ Frankfurt, Bett Club, 19.04.2008Foto: Thomas Stein

Lange musste das Rhein-Main-Gebiet auf ein Konzert von Karpatenhund warten. Nach dem Auftritt in Aschaffenburg im Juli letzten Jahres war ursprünglich ein Konzert in Frankfurter Nachtleben angesetzt, das aber schließlich nach Hanau verlegt wurde. Ganz knapp vorher wurde der Termin leider abgesagt und so begann das Warten auf das nächste Konzert erneut.

Am vergangenen Samstag war es dann endlich soweit und die Karpatenhunde kamen in den Bett-Club nach Sachsenhausen. Da es eine der kleinsten Konzertlocations in Frankfurt ist, erinnerte die mit Equipment voll gepackte Bühne ein wenig an die legendären Montagskonzerte der Busters im Cooky’s. Durch die äußerlichen Bedingungen war natürlich der Aktionsradius der Akteure arg eingeschränkt, aber dafür herrschte eine familiäre Wohnzimmeratmosphäre. Schon beim Gang durch die Menge auf die Bühne wurde die Band bzw. manche Fans gleich einmal persönlich begrüßt. (weiterlesen…)

Hamburg, Downtown Bluesclub, 26.03.2008

“Live zeitgenössisch traditionell und ungemein wertvoll!“

“Now we are playing some Delta Blues-Slide…” kündigte Aynsley Lister ein Stück in der Mitte des Auftritts an und ergänzte schmunzelnd, daß es sich hierbei wohl eher um einen abgesonderten englischen Stil handelte. Überhaupt bot der der groben Masse gegenüber noch immer recht unbekannte Brite wieder verschiedenartige Ausprägungen eines Blues, der alle alten aber auch modernen Geschmäcker zu treffen vermochte, wenn er ihn – wie hier – live und ungewaschen serviert. Der Listersche mit Rock- und Popelementen modernisierte Bluessound, der sich zwischen Radiotauglichkeit und Traditionellem einfärbt, sich dabei jedoch nicht – etwa aus Überlebensangst – wie ein Chamäleon der zeitgemäßen Umgebung anpasst, aber auch keineswegs übertrieben altbacken klingt, lockte an diesem Abend Jung und Alt, in Gruppe oder allein im Landhaus Walter erscheinend, heran. (weiterlesen…)

Oberhausen, König-Pilsener-Arena, 16.03.2008
The Cure @ Oberhausen, König-Pilsener-Arena, 16.03.2008Foto: Christoph

OBERHAUSEN (mzmb) – In meiner alternativemusikalischen Früherziehung spielte The Cure eine zentrale Rolle. Die Band war mir damals so unglaublich wichtig, dass es fahrlässig war, die vielen Gelegenheiten verstreichen zu lassen, sie live zu sehen. Das habe ich aber. In den 90ern wurde The Cure mir dann egal, warum auch immer, ich kann das heute nicht mehr nachvollziehen. Sprich, ich hatte vor Oberhausen Robert Smith und Co. noch nicht auf der Bühne gesehen. Als ich vor Monaten von den wenigen Deutschland-Konzerten der Engländer gelesen hatte, habe ich sofort ein Ticket geordert, allerdings mehr aus Sammeltrieb, die Band fehlte mir nun mal. Wahnsinnig euphorisch war ich nicht, es war mehr solch ein "Du ärgerst Dich nachher, wenn Du nicht hingehst"-Gefühl. Da ich überzeugt war, mit Mitte (ok, zweite Hälfte Mitte) Dreißig nicht zu den älteren Besuchern zu zählen, kaufte ich einen Stehplatz im Innenraum.

Von den Konzerten in Hamburg und Berlin vor einigen Wochen haben alle großen deutschen Zeitungen berichtet. Vor allem davon, daß The Cure über drei Stunden gespielt hatten. Als Oliver dann vergangene Woche aus Paris von drei Stunden vierzig und 42 Liedern schrieb, erschien mir der Stehplatz plötzlich sehr mutig. Gleichzeitig war meine Vorfreude auf The Cure plötzlich nicht bloß da, sondern auch riesig groß. (weiterlesen…)

Frankfurt, Jahrhunderthalle, 23.11.2007

FRANKFURT (tms) – Auf zehn Tage genau gastierte Rihanna vor einem Jahr das letzte Mal in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Damals noch als Support stahl sie den Pussycat Dolls mehr oder weniger die Show und genau das beschriebene Jahr später war sie selbst nun der Hauptact in dieser Konzerthalle.

Dem recht jungen Alter einiger Konzertbesucher bzw. vor allem Besucherinnen entsprechend galt nicht die alt hergebrachte „20 Uhr Vorgruppe – 21 Uhr Hauptact“-Regel, schon kurz nach halb neun betrat Rihanna die Bühne. Es dauerte auch nur vier Minuten – respektive ein Lied – bis das erste Mädchen auf einer Bahre aus dem Saal gefahren wurde. Ursache für diesen Kollaps war ihre erste Single „Pon de Replay“ aus dem Jahr 2005. (weiterlesen…)

Frankfurt, Festhalle, 21.11.2007

Frankfurt (tms) – „Die Leute Leute gehen ab / die flippen flippen voll aus“ ist bei den Fantastischen Vier nicht nur ein leere Versprechung mit Nichts dahinter sondern das Leitmotiv, das sich durch den ganzen Abend in fast ausverkauften Frankfurter Festhalle zog.

Gegen 20:45 Uhr erschienen die Vier fast nur als Umrisse im Dunkeln sichtbar zum Fornika-Intro. In Erwartung dessen, was am Abend noch kommen mag, fiel es schwer, die stoische Ruhe selbst an den Tag zu legen, mit der die Hauptakteure auf der Bühne standen. Im Stile von „Independence Day“ senkte sich das Gerüst mit insgesamt sieben runden Leinwänden über die Bühne. (weiterlesen…)

Mannheim, Rosengarten, 12.11.2007

FRANKFURT (tms) – Ketzerisch müsste man sagen, dass sich die – zumindest körperlich kleine – Joss Stone feiern ließ wie eine Große. Selbst die Ordner gingen davon aus, dass Frau Stone zwischen 21:00 und 21:30 Uhr auf die Bühne kommen würde. Fast eine Stunde dauerte die Pause nach der zweiten Vorgruppe „Something Sally“ bis schließlich um 21:40 Uhr das Konzert richtig losging. Während der Wartezeit war die Stimmung im Mozartsaal des Rosengartens fast am kippen. Aus zunächst erwartungsvollem Klatschen und Rufen wurde mit der Zeit immer mehr ein Pfeifen und Buhen.

Dieser aufkommende Unmut war aber schnell vergessen, als das Konzert losging. Während des ersten Liedes „Girl they won’t believe it“ trug sie einen bläulichen – salopp formuliert – „Deppenzylinder“ wie man ihn von Volksfesten oder aus Fußballstadien kennt. Dieser geschmacklichen Verirrung setzte sie aber nach nur einem Lied ein Ende und enthüllte ihre Haarpracht. Augenscheinlich wurden aus lila Locken nun glatte, schwarze Haare. Neben einer grauen Hose mit Hosenträgern trug sie als Oberteil nur einen hinten geschnürten, blauen durchsichtigen Hauch von Nichts. (weiterlesen…)