Thursday, 11. March 2010

Oberhausen, König-Pilsener-Arena, 16.03.2008
The Cure @ Oberhausen, König-Pilsener-Arena, 16.03.2008Foto: Christoph

OBERHAUSEN (mzmb) – In meiner alternativemusikalischen Früherziehung spielte The Cure eine zentrale Rolle. Die Band war mir damals so unglaublich wichtig, dass es fahrlässig war, die vielen Gelegenheiten verstreichen zu lassen, sie live zu sehen. Das habe ich aber. In den 90ern wurde The Cure mir dann egal, warum auch immer, ich kann das heute nicht mehr nachvollziehen. Sprich, ich hatte vor Oberhausen Robert Smith und Co. noch nicht auf der Bühne gesehen. Als ich vor Monaten von den wenigen Deutschland-Konzerten der Engländer gelesen hatte, habe ich sofort ein Ticket geordert, allerdings mehr aus Sammeltrieb, die Band fehlte mir nun mal. Wahnsinnig euphorisch war ich nicht, es war mehr solch ein "Du ärgerst Dich nachher, wenn Du nicht hingehst"-Gefühl. Da ich überzeugt war, mit Mitte (ok, zweite Hälfte Mitte) Dreißig nicht zu den älteren Besuchern zu zählen, kaufte ich einen Stehplatz im Innenraum.

Von den Konzerten in Hamburg und Berlin vor einigen Wochen haben alle großen deutschen Zeitungen berichtet. Vor allem davon, daß The Cure über drei Stunden gespielt hatten. Als Oliver dann vergangene Woche aus Paris von drei Stunden vierzig und 42 Liedern schrieb, erschien mir der Stehplatz plötzlich sehr mutig. Gleichzeitig war meine Vorfreude auf The Cure plötzlich nicht bloß da, sondern auch riesig groß. (weiterlesen…)

Darmstadt, Centralstation, 06.11.2007

FRANKFURT (tms) – Erzählt man Freunden davon, dass man zu einem New Model Army Konzert, ist die typische Reaktion: „Ach, die gibt es noch?“ Ja, das tun sie und sie spielen nicht bei irgendwelchen Oldie-Festivals sondern eigene Tourneen, die nach wie vor gut besucht sind. Gestern war die Centralstation nicht ganz so überfüllt wie bei dem Konzert vor zwei Jahren, aber dennoch sehr gut besucht.

Zwei Drittel des ihres aktuellen Longplayers „High“ fand den Weg auf die Setlist des Konzertes und ist ein weiterer Beleg dafür, dass New Model Army noch weit von einer Best of-Tournee entfernt sind. Die neuen Songs wurden durchaus gut angenommen, aber erwartungsgemäß waren die Smash-Hits aus den 80ern die Stimmungshöhepunkte des Konzertes. (weiterlesen…)

Frankfurt, Batschkapp, 04.07.2007
Modest Mouse @ Frankfurt, Batschkapp, 04.07.2007Foto: Thomas Stein

FRANKFURT (tms) – Die Vorzeichen waren gar nicht so schlecht. Draußen war die Tageshöchsttemperatur kleiner als 20°C und somit keimte ein wenig Hoffnung auf, dass es in der Batschkapp nicht allzu heiß werden würde. Soweit die Theorie – in der Praxis hat sich die altehrwürdige und ausverkaufte Batschkapp erneut als Sauna präsentiert.

Modest Mouse zählen nicht zu den hippesten Bands und im Rahmen der Seatlle-/Grunge-Welle hatten sie nie den Sprung ganz nach oben geschafft. Dazu ist Bandleader und Sänger Issac Brook nicht der charismatische Typ wie z.B. Villa Valo, der sich z.B. auch bei TV-Sendungen wie „Viva La Bam“ in Szene zu setzen weiß.

Für viele Besucher war womöglich ein Grund, das Konzert zu besuchen, dass sie den kongenialen Musikpartner von Morrissey aus den The Smiths-Zeiten, Johnny Marr, live erleben wollten. Eben jener ist während der Aufnahmen zum aktuellen Album „We were dead before the ship even sank“ als neues Mitglied der Band beigetreten und verschaffte Modest Mouse somit auf einen Schlag ein neues Publikum und viele Kritiker schlugen bei dem Album Purzelbäume. (weiterlesen…)

Frankfurt, Jahrhunderthalle, 28.06.2007

FRANKFURT (tms) – Am Donnerstagabend pilgerten fast 5.000 Fans in die ausverkaufte Frankfurter Jahrhunderthalle, um die Herren Molko & Co. von Placebo zu sehen. Auf den Zeitplan in der Halle ist Verlass und mit minimaler Verspätung kam die Band die um kurz nach neun Uhr auf die Bühne und schon peitschten die ersten Gitarrenklänge durch das Rund.

Die erste Viertelstunde war durch die Lieder des aktuellen Albums „Meds“ geprägt. Den Beginn machte die Singleauskopplung „Infra-Red“ gefolgt von „Because I want you“ und dem Titelsong „Meds“. Zu „Soulmates“ holte Brian Molko eine Frau im Clownskostüm aus den vorderen Reihen auf die Bühne, die während des Liedes jonglieren wollte. Diese Kleinkunsteinlage schlug allerdings fehl. Vielleicht lag es ihren Jonglierfähigkeiten oder der Aufregung – man weiß es nicht und schließlich war es Rockkonzert, bei dem andere Dinge im Vordergrund stehen. (weiterlesen…)

Frankfurt, Batschkapp, 19.05.2007
Evan Dando von The Lemonheads  @ Frankfurt, Batschkapp, 19.05.2007Foto: Thomas Stein

FRANKFURT (tms) – Dreizehn Jahre ist es her, dass ich die Lemonheads das letzte Mal gesehen habe und das Tour-Shirt von damals existiert noch heute – wie auch das Shirt verblasste mit der Zeit auch der Glanz und Glamour der Band. Manche Sachen blieben über die Jahre auch konstant und so gibt es zwar die Lemonheads wieder, aber das bedeutet lediglich, dass sich Sänger Evan Dando wie früher auch schon einfach neue Begleitmusiker gesucht hat.

Da das Konzert an einem Samstag stattfand und an diesem Wochentag in der Batschkapp später noch die übliche Diskoveranstaltung sein sollte, wurde im Vorfeld darauf hingewiesen, dass Konzertbeginn mit der Vorgruppe um 19:45 Uhr sein sollte. Nach der üblichen Zeitrechnung hätten dann die Lemonheads gegen halb neun auf der Bühne stehen sollte. In der Praxis sah dies aber gänzlich anders aus und die Vorgruppe „The Icarus Line“ begann erst um 20:35 Uhr.

Da laut Forenberichten Evan Dando erst sehr spät aus Holland angereist kam, durfte die Vorgruppe statt der üblichen 30 Min. fast 45 Min. spielen. Um 21:35 Uhr – also ungefähr im Zeitplan eines „normalen“ und nicht früh beginnenden Konzertes – kamen die Lemonheads auf die Bühne. Zunächst wurde sich aber erst einmal orientiert und Evan Dando überprüfte seine Gitarre. Alles sehr unspektakulär und ebenso plötzlich setzte die Musik ein. (weiterlesen…)

Aschaffenburg, Colos-Saal, 24.01.2007
Mesh @ Aschaffenburg, Colos-Saal, 24.01.2007Foto: Thomas Stein

ASCHAFFENBURG/FRANKFURT (tms) – Im Vorprogramm zu Mesh beim Elektrisch!-Festival im Colos-Saal in Aschaffenburg traten Mechanical Cabaret und Purwien auf. Bei beiden hielt das Publikum noch ein wenig Respektabstand zur Bühne und diese nutze der Mechanical Cabaret Sänger Roi Robertson aus, in dem er mehrfach von der Bühne kam und vor der Bühne weiter sang. Die Band selbst merkte an, dass sie wahrscheinlich kaum niemand im Saal kennen würde, aber für eine Vorgruppe haben sie einen passablen Job gemacht.

Die Umbaupausen waren kurz und nach ungefähr einer Viertelstunde ging es schon mit Christian Stephan Purwien weiter, der ein Teil von Second Decay ist. Gleich das erste Lied ließ mir ein wenig den Schrecken ins Gebein fahren. Der Beat erinnert mich ein wenig unfreiwillig an das Gestampfe von Alpen-Rock. Sollte das Hubert von Goisern auf elektronisch werden? Zum Glück nicht, denn die Lieder wurden immer besser und mein Favorit war „Alle Fehler“. Der Song als Duett mit Joachim Witt wird auch die erste Singleauskopplung aus dem ersten Purwien Album „Eins“ sein. (weiterlesen…)

Köln, Palladium, 18.11.2006

Nach Berlin kamen Evanescence nach Köln, um dort ein kurzes – zu kurzes – Hitfeuerwerk zu zünden. Ohne Einlaufmusik tauchte die Band um kurz nach 21 Uhr aus dem Nebel auf und sofort schob sich eine Wand aus harten Gitarrenklängen durch das ausverkaufte Palladium. Wie auf Kommando wurden im Takt die „Pommesgabeln“ von Anfang an bis in die hinteren Reihen und auf der Galerie der Bühne entgegengestreckt.

Während die Saiteninstrumentenspieler recht statisch auf ihren Positionen verharrten und in typischer Wave-Marnier den Ausfallschritt nach vorne vollführten, schoss Sängerin Amy Lee energiegeladen über die gesamt Bühne – schüttelte ihre Po-langen Haare, krümmte sich bis fast auf den Fußboden und verlieh ihrem epischen Gesang die dazugehörige Intensität. (weiterlesen…)

Köln, E-Werk, 25.04.2006

KÖLN/FRANKFURT (tms) – Auf ihrer letzten Tournee füllten sie noch Hallen mit einem Fassungsvermögen von um die 5.000 Personen, doch jetzt auf der „Sisters bite the silver bullet“-Tour werden wieder kleine Brötchen gebacken und die „Schwestern der Barmherzigkeit“ gaben sich vor 2.000 Leuten im ausverkauften Kölner E-Werk die Ehre. Bei einer Band, deren letztes reguläres Studioalbum schon 16 Jahre zurück liegt und die Wave-Szene in der zweiten Hälfte der 80er Jahre prägte, ist es aber nicht verwunderlich, dass sie immer noch eine treue Anhängerschaft mit sich ziehen. Die Zeichen der Zeit sind auch an den Fans nicht spurlos vorüber gegangen. Vor der Halle stehen nicht mehr die verrosteten Kleinwagen, sondern es reiht sich ein Mittel- bis Oberklasse-Wagen an den anderen und die Devise des Abends lautete: Holt Eure schwarzen Klamotten aus dem Schrank. (weiterlesen…)

Aschaffenburg, Colos-Saal, 07.03.2006
Apoptygma BerzerkFoto: Thomas Stein

ASCHAFFENBURG (tms) – Die norwegische Elektro(pop)-Band Apoptygma Berzerk war im Colos-Saal in Aschaffenburg zu Gast und begeisterte das Publikum im vollen aber nicht überfüllten Saal. Die treuen und fachkundigen Gäste machten den Eindruck als wäre es für die meisten im Gegensatz zum Autor nicht das erste Apop-Konzert, denn selbst bei Sing-along Einlagen älterer Werke waren sie sehr textsicher.

Durch die aktuelle Single „Shine on“, die auch des Öfteren im Musikfernsehen gespielt wird, hat die zu Beginn der 90er von Stephan Groth gegründete Band eine größere popmusikalische Öffentlichkeit als nur in der „Szene“. Nach zahlreichen Veröffentlichungen feierte die Band mit dem 2000er Album „Welcome to Earth“ ihren bis dato größten Erfolg und zu jener Zeit bestand die Band aus Groth, Geir Bratland (Keyboard) und Ted Skogmann (Drums). Derzeit besteht die Band neben Groth und Bratland aus Anders Odden (Gitarre), Angel Stengel (Gitarre) und Fredrik Brarud an den Drums. Anders Odden, der zwischenzeitlich die Band verlassen hatte, stieß aber pünktlich zu den Arbeiten am neuen Album „You and me against the world“ wieder dazu. (weiterlesen…)

Trebur, Eigenheim, 26.11.2005

`COS WE ALL NEED YOU / HOPE YOU NEED US TOO

Levellers @ Eigenheim, TreburFoto: Thomas Stein

FRANKFURT/TREBUR (tms) - Der Abend im Eigenheim in Trebur hat es gezeigt: Das Publikum brauchte die Levellers und somit hatten sowohl die Band als auch die Anwesenden ihren Spaß bei dem Konzert. Leider füllen die Levellers nicht mehr die großen Hallen wie zu ihren besten Zeiten Anfang der Neunziger, aber von ihrer Spielfreude, dem Spaß auf der Bühne und der Fähigkeit das Publikum zu begeistern haben sie über die Jahre nichts eingebüßt.

So wurde seitens der Hörerschaft beim Konzert auch kein Unterschied zwischen den alten und den neuen Liedern gemacht. Von Anfang an wurde von der Bühne nicht nur mitgewippt, sondern wirklich getanzt. Teilweise übertrug sich auch das ein oder andere Squaredance-Element auf das Publikum, das bis hinten zum Soundmischer ständig in Bewegung war. Es war fast unmöglich, die Füße bei dem Konzert still zu halten.

Der gekonnte Folk-Rock, den die Levellers wir wahrscheinlich kaum eine andere Band verkörpern, schreit förmlich nach ausgelassenem Feiern und die Rhein-Main-Gebietler ließen sich auch nicht bitten. Daraufhin gab es auch „Thumbs Up“ von der Band für das Publikum. (weiterlesen…)