Wednesday, 22. February 2012

Köln, Bürgerhaus Stollwerck, 19.04.2010

„Raportagen“ für die ARD, Teilnahme an Raabs „Bundesvision Song Contest“, das aktuelle Album „WIR“ auf Platz 11 der deutschen Charts und die bereits dritte Single „Solala“ in den Startlöchern: Blumentopf hat sich diesen Sommer mit ihren sechsten Longplayer eindrucksvoll zurückgemeldet!

Doch bereits im Frühjahr, noch bevor das Video zur ersten Auskopplung „Taschen voller Sonnenschein“ über die gängigen Musiksender flimmerte, standen die Jungs auf Deutschlands Bühnen.  Auch im Kölner Bürgerhaus Stollwerck hieß es am 19.04.: „WIR rocken!“.

Foto: B. Zecher/Virgin/EMI

Bei diesem Tour-Titel wurde bereits jetzt, einige Wochen bevor „WIR“ die örtlichen Plattenläden erreichte, klar, dass sich bei den Töpfen musikalisch einiges getan hat. Dass die fünf Jungs bei Konzerten und Festivals mit Band auftreten, ist spätestens seit der „Musikmaschine“-Tour 2008 keine Neuheit mehr. Dass die Mehrheit der neuen Songs von kantigen Gitarren-Riffs und rockigen Beats getragen werden schon. So ist eine genreübergreifend Mischung aus rockigen Melodien und abwechslungsreichen Texten entstanden. Dass diese Mixtur danach schreit live gespielt zu werden, zeigte sich auch im ausverkauften Bürgerhaus:

Obwohl Songs wie „Systemfuck“, „Solala“, „Supereinfachschwierig“, „Hunger“ oder die inzwischen zweite Single „WIR“, noch nicht veröffentlicht worden waren, wurden sie vom bunt zusammengewürfelten Publikum frenetisch gefeiert! Gespickt wurde die Playlist außerdem mit dem Besten aus 17 Jahren Blumentopf. Neben ruhigeren Tracks wie „Manfred Mustermann“ oder „6Meter90“ durften Partyhymnen wie „Safari“, „Horst“ oder „Mehr“ natürlich nicht fehlen.

„Reservier‘ dir n Ticket für die Show, wenn wir komm‘, dich wird der Wir-Virus infizier‘n, du kommst nicht davon!“

So beginnt der Titeltrack „WIR“ des gleichnamigen Albums und bringt gut auf den Punkt, warum die Shows der „ Jungs aus dem Reihenhaus“ in der Regel ausverkauft sind und von Tourstop zu Tourstop Konzerthalle für Konzerthalle abgerissen wird. Wenn Blumentopf spielt, dann um mit den Leuten zu feiern und nicht um sich feiern zu lassen. Das steckt an.

Das Bad in der Menge, was sich die vier Rapper Cajus, Holunder, Schu, Roger gönnten, als sie „Macht Platz“ zum Besten gaben oder die gemeinsame After-Show Party zu der mehrfach eingeladen wurde, sind nur zwei Beispiele für die sympathische Beziehung zwischen Band und „Fans“.

Ständige Höhepunkte einer abwechslungsreichen Show, waren die stets euphorisch gefeierten Freestyle-Einlagen. Mit humorvollen Reimen zu regionalen Themen wie 1.FC Köln, Kölsch oder den Problemen beim Kölner U-Bahnbau stellten die Jungs unter Beweis, dass sie die Königsdisziplin des Raps „wie das kleine 1×1“ beherrschen. Sie kehren mit ihrem neuen Sound dem Hip Hop also keineswegs den Rücken, sondern heben ihn auf ein neues Level. Auf diesem Wege grenzen sie sich entschieden von der „Entwicklung in der deutschen Hip Hop Szene“ ab, die sie selbst als „Solala“ empfinden.

Am 03.10. startet die „Ihr & Wir“-Tour in Dresden, also: „Reservier‘ dir n Ticket für die Show, wenn“ sie „komm‘, dich wird der Wir-Virus infizier‘n, du kommst nicht davon!“

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