Saturday, 4. February 2012

Neu-Isenburg, Hugenottenhalle, 05.03.2009
Foto: Thomas Stein

Wegen großer Nachfrage wurde das Konzert der Chartstürmerin Katy Perry von der Batschkapp in die Hugenottenhalle nach Neu-Isenburg verlegt. Trotz der Konkurrenz am gleichen Abend mit Peter Fox in der Jahrhunderthalle und Annett Louisan in der Alten Oper war die Hugenottenhalle fast ausverkauft. Wie vorherzusehen war, besuchten viele Kinder das Konzert, aber der ältere Teil des Publikums bestand nicht nur aus den anwesenden Erziehungsberechtigen.

Um viertel vor Zehn begann Katy Perry das Konzert. Da sie für ihre schrillen Outfits bekannt ist, darf an dieser Stelle auch ein Blick über den musikalischen Tellerrand geworfen werden. Gestern Abend trug sie ein luftiges, weißes Shirt mit einem schwarzen BH darunter, Nietengürtel, rote Glitzerleggins, die schwarzen Haare wurden mit einem schwarzen Stirnband fixiert. Dieser Look erinnerte an die frühen Tage von Nena und somit passte er zu den 80er-Anleihen ihrer Musik. Ebenso gut passten ihre Armbewegungen beim Tanzen in das gerade skizzierte Retro-Bild.

Während des Konzertes sollte es nicht lange dauern bis sie auch schon ihren Gute-Laune-Hit „Hot ‚n’ Cold“ brachte, der acht Wochen lang an der Spitze der deutschen Singlecharts stand. Spätestens jetzt wäre das Eis zwischen dem Publikum und ihr geschmolzen, wenn es denn vorhanden gewesen wäre. Mitten im Lied machte sie plötzlich einen Ausflug und kletterte auf die Boxen am Bühnenrandwie z.B. auch Simon von Juli beim Soundgarden Festival in Friedberg. So eine Showeinlage wäre in der Batschkapp nicht möglich gewesen, aber brachte ein wenig Rock ‚n’ Roll in die recht biedere Hugenottenhalle.

Immer wieder griff Katy während der Show entweder zu einer weißen Gibson Les Paul oder einer akustischen Gitarre und präsentierte sich z.B. bei ihrer aktuellen Single „Thinking of you“ als klassische Singer/Songwriterin – ihre Stimme war zum Glück nicht mehr so angeschlagen wie kürzlich bei der Echo-Verleihung.

Sie führte äußerst charmant durch das Programm und sagte fast jeden Titel an. Des Öfteren fiel dabei allerdings F-Wort. Auch verglich sie bei der Ansage zu „Waking Up In Vegas“ Las Vegas mit Amsterdam und dass man in beiden Städten keine Erinnerungen mehr an den Aufenthalt dort haben würde. Hier werden die Eltern gefragt sein, wie sie das ihren Kindern erklären werden. Nebenbei verriet sie, dass sie nächste Woche in Las Vegas das Video zur nächsten Singleauskopplung „Waking Up In Vegas“ drehen würde.

Bei Juli flogen während „Ein neuer Tag“ riesige Luftballons frei, damit das Publikum damit spielen konnte. Bei Katy Perry waren es gestern passend zum Albumcover zwei aufblasbare Erdbeeren und wie auch schon bei Juli fanden die fliegenden Objekte zum Liedende hin automatisch wieder den Weg zurück auf die Bühne.

Nachdem Katy Perry ihr komplettes Album gespielt hatte, fehlte nur noch ihr Hit „I kissed a girl“, mit dem sie den Durchbruch schaffte. Diesen hob sie sich für die Zugabe auf. Dafür wechselte sie auch ihr Outfit und kam in einem Catsuit mit einem pinken Leopardenmuster und aufgesetzten Katzenohren zurück.

Nach einer guten Stunde war das Konzert auch schon vorbei. Dafür hat sie ihr komplettes Debütalbum gespielt und für kurzweilige Unterhaltung gesorgt. Sie erklärte, dass es ihre erste große Tournee sei und deswegen alles noch etwas chaotisch sei. Zum Glück. Denn so war es ein Konzert und keine vom ersten bis zum letzten Ton durchorganisierte Show. Wenn ihre Karriere allerdings weiter so steil bergauf geht, dann wird beim nächsten Mal die Hugenottenhalle nicht mehr ausreichen und die Aktionen auf der Bühne geplanter sein.

1 Kommentar zu Katy Perry
Felix am 04.04.2010 um 00:04 Uhr

Wie oft wurde AUSZIEHEN gerufen? :)

2 Trackbacks zu Katy Perry
am 18.05.2009 um 21:27 Uhr
[...] werden, denn in der Hugenottenhalle war es wesentlich heißer und schwüler als noch vor zwei Monaten bei Katy Perry. Vielleicht wäre es eine gute Idee gewesen, den Saal nicht abzutrennen auch auf die Gefahr [...]
am 06.03.2009 um 13:31 Uhr
[...] Konzertbericht bei Music-is-live.de [...]
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