Saturday, 4. February 2012

Frankfurt, Batschkapp, 02.03.2009

Als letzten Herbst Robyn als Support für Madonna in Frankfurt war, wurde ihr nicht viel Aufmerksamkeit entgegen gebracht, denn als sie auftrat, füllte sich das Waldstadion noch. Ganz anders sollte es nun bei ihrer Clubtour sein. Zuerst war das Konzert für das Nachtleben angesetzt und wegen der großen Nachfrage in die mehr als doppelt so große Batschkapp verlegt. Obwohl es noch Tickets an der Abendkasse gab, war die Batschkapp sehr gut gefüllt, ohne zur Sardinendose zu werden, wie es bei ausverkauften Konzerten gerne der Fall ist.

Nachdem in der Vorwoche die Konzerte in Hamburg und Berlin wegen Krankheit ausgefallen waren, war es in Frankfurt nun das Auftaktkonzert zu der ursprünglich fünf Konzerte umfassenden Clubtour.

Eine Vorgruppe gab es nicht und kurz nach 21 Uhr betrat Robyn die Bühne. Ebenso minimalistisch wie die Beats fiel auch die Bühnenausstattung aus: Zwei Schlagzeuger, ein Keyboarder und Robyn, wobei der eine Schlagzeuger ab und an zur Gitarre griff. Bei solch einem Line-Up mussten zwangsläufig einige Sounds vom Band kommen, aber darauf kommt es bei einem im weitesten Sinne Dancemusic-Konzert auch nicht an.

Stattdessen entwickelten die beiden Schlagzeuge einen mächtigen Bass, der vermutlich halb Eschersheim zum Wackeln gebracht hat. Die Soundtechniker hatten ganze Arbeit geleistet, denn trotz dieser massiven Beats ging Robyns – nach eigener Bekundung noch etwas angeschlagene – Stimme nicht in dem Gewummer unter.

Die erste Viertelstunde war die Stimmung noch etwas verhalten, doch mit zunehmender Konzertdauer wurde sie immer besser. Nach nur wenigen Liedern musste sie ihre Schuhe tauschen. Dies weckte sofort Erinnerungen an den unnerreicht lässigen Schuhwechsel von Bono im Olympiastadion. Schnell folgten aber auch schon Hits wie "Be Mine" oder "Dream On", bei denen es kein Halten mehr gab. Plötzlich saßen auch junge Frauen auf den Schultern ihrer männchen Begleiter – Szenen, die ich lange nicht mehr in der Batschkapp gesehen habe.

Recht unvermittelt nach ca. 40-45 Minuten bedankte sich Robyn beim Publikum und verschwand das erste Mal von der Bühne. Die Zugabe eröffnete sie mit einer schlagzeugfreien Kurzversion ihres 1998er Hits "Show me love". Nach nur einem weiteren Lied verschwand sie erneut, aber kam zu einer zweiten Zugabe wieder heraus. Trotzdem war nach ca. 60 Minuten Konzertdauer schon Feierabend.

Von dem, was ich in meinem Umfeld mitbekommen habe, waren die Zuschauer über die kurze Spieldauer überrascht, aber von den Beschwerden, die normalerweise bei so kurzen Spielzeiten zu hören sind, kamen keine. Das Frankfurter Publikum schien nachsichtig mit ihr gewesen zu sein und honorierte es, dass sie das Konzert trotz der Reste ihrer Erkältung überhaupt spielte.

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