Gestern erschien bei SpOn ein Artikel, in dem beschrieben wird, dass die GEMA in Zukunft höhere Gebühren bei Konzerten erheben will. Die ist Situation beschreibt der Artikel wie folgt:
Ihre Abgaben staffeln sich zurzeit nach der Größe des Konzerts. Für eine Veranstaltung mit bis zu 3000 Zuschauern zahlen sie 1,9 Prozent der Einnahmen an die Gema; bei einer Show mit bis zu 15.000 Besuchern sind es 1,5 Prozent; bei Konzerten mit mehr als 15.000 Besuchern 3,6 Prozent.
Bis 2014 will die Verwertungsgesellschaft die Gebühren auf 10% der Konzerteinnahmen steigern und bereits zum 1. Februar 2009 die aktuellen Gebühren um 14 Prozent steigern. Auch für das neue Modell gibt SpOn ein Beispiel:
Während nach Angaben der Verbände die Autorenvergütung bei einem beispielhaften Rockkonzert mit 1200 Besuchern und einem Eintrittspreis von 23 Euro bei rund 600 Euro liege, wolle die Gema die Vergütung bis 2014 auf 2580 Euro erhöhen. Bei einem Konzert mit 5000 Besuchern und einem Durchschnittspreis von 45 Euro sollen es künftig 18.000 Euro statt wie bisher 3370 Euro sein.
Leider beschreibt der Artikel nur, dass die Branche der Konzertveranstalter energisch protestiert. Die wichtigste Branche wurde dabei leider übersehen: Die Musik-Fans – sprich die Konzertbesucher. Da vermutlich niemand der bisher beteiligten etwas von seinem Kuchenstück abgeben möchte, zahlt die Zeche am Ende doch wohl der Ticketkäufer.
Wissenschaftlich habe ich es natürlich nicht untersucht, aber aus dem Bauch heraus waren Konzertkarten einer der Artikel, die im Rahmen der Euro-Einführung sich stark verteuert haben. Hat 2000 noch ein Konzert eines internationalen Künstlers in der Festhalle 42 DM gekostet, so ist es heute schon fast ein Schnäppchen, wenn die Karten zwischen 50 und 60 EUR kosten.
Die Folge dieser Preisentwicklung sehen wir regelmäßig im Veranstaltungskalender. Internationale Top-Acts, die früher in der Festhalle aufgetreten wären, treten jetzt fast zwei Nummern kleiner in der Jahrhunderthalle auf. Eine deutsche Band erzählte mir nach einem Konzert einmal, dass sie z.B. nicht in Frankfurt aufgetreten sondern n einer anderen Stadt im Rhein-Main-Gebiet, da dort die Halle billiger war und sie somit das Ticket für die Fans günstiger machen konnten. Solche Bemühungen werden durch ein weiteren steigenden Kostenblock bei Konzerten natürlich wieder konterkariert.
Natürlich gibt es auch eine Reihe von wirklichen Superstars, denen einfach die Bude eingerannt wird und weiter "Geld spielt keine Rolex" gilt. So war ich z.B. bei AC/DC und Metallica einfach zu langsam und habe keine Karten mehr für die Konzerte in der Festhalle bekommen. Aber auch die beiden neuen Madonna Open Airs diesen Sommer und die Open Air Tour von Depeche Mode werden bestimmt voll werden.
Wie wird sich das Zuschauerverhalten ändern, wenn z.B. Konzertkarten für die Jahrhunderthalle nicht mehr zwischen 40 und 50 sondern zwischen 60 und 70 EUR kosten werden? Diese Preise beziehen sich vor allem aus ausländische Künstler.

