Foto: Thomas SteinDie Newcomer von Luxuslärm waren zum ersten Mal in Frankfurt und da ihr Debütalbum „1000 km bis zum Meer“ etliche Runden in meinem CD-Player gedreht hat, war die Vorfreude auf das Konzert groß. Obwohl das Konzert zwar von hr3 präsentiert wurde, fand man auf deren Homepage zwar die Vorschau, allerdings ohne Bandfoto. Außerdem wusste ich auch nicht, ob die Single in unseren Breiten im Radio gespielt wird oder nicht und wie die Promotion für das Konzert aussah. Es gab schließlich auch schon Fälle, in denen ein Konzert von einem Radiosender präsentiert wurde und der Sender trotz vorheriger Zusage die Band nicht gespielt hat.
Deshalb hatte ich schon die Befürchtung, dass es im Nachtleben nicht sehr voll werden und das Publikum ein bis zwei Meter Respektabstand zur Bühne halten würde. Genau das Gegenteil war aber der Fall. Eine halbe Stunde nach Einlass war das Nachtleben schon sehr gut gefüllt und es sollte bis zum Konzertbeginn noch voller werden.
Die Band ist derzeit auch als Vorgruppe von DSDS-Gewinner Thomas Godoj unterwegs und so ein Casting-Show-Gewinner wird vermutlich ein eher jüngeres Publikum anziehen. Würde dies Auswirkungen auf das Frankfurter Konzert haben? Auch wenn einige Jugendliche anwesend waren, war das Publikum im Schnitt eher älter als erwartet.
Obwohl auf der Luxuslärm-Homepage stand, dass um 20 Uhr Einlass sei, um 21 Uhr Beginn und Luxuslärm um 22 Uhr spielen würden, kamen um Viertel nach Neun statt einer Vorgruppe direkt Luxuslärm auf die Bühne. Sie begannen mit „Soll das etwa alles sein“ und schon bei diesem Opener wurde deutlich, dass sie live gegenüber dem Album noch mal eine Schippe Rock drauflegen und die Riffs härter gespielt werden. Es dauerte auch keine Sekunde bis das bei vielen Konzerten etwas abwartende Frankfurter Publikum mit der Band warm wurde und es feierte die Band von Beginn an. Sängerin Janine „Jini“ Meyer animierte zwar öfters zum Mitklatschen, was aber kaum notwendig gewesen wäre.
Es folgte direkt die Single „1000 km bis zum Meer“ – dieses Lied sollten auch diejenigen kennen, die die Band nur aus dem Radio kannten. Der Großteil der Anwesenden war aber mit dem Gesamtwerk vertraut und konnte problemlos mitsingen.
In solch einer kleinen Location blieb sogar noch Zeit für persönliche Gespräche mit den Fans während des Konzertes. Jini erzählte zu vielen Songs als Einleitung wie und warum sie entstanden sind. Irgendwann wird ihnen dazu vielleicht die Zeit bei einem Konzert fehlen.
Wie man der Setlist entnehmen kann, war der Ablauf eine gute Mischung aus ruhigeren und schnellen Songs. Nach einer Ballade stieg schon die Vorfreude darauf, wenn Jini beim nächsten Song wieder richtig abrocken würde. Obwohl die Bühne im Nachtleben recht klein ist, schaffte sie es trotzdem ständig umherzuwuseln. Wie wird es erst ein, wenn sie sich auf einer großen Bühne richtig austoben kann? Beim Introducing the Band während des passenden Liedes "Abschied" bedankten sich auch Gitarrist Henrik Oberbossel bei Jini, sie als Frontfrau gefunden zu haben.
Die Pause bis zur Zugabe war sehr kurz und den Nachschlag begannen sie mit dem neuen Fußball-Gossenhauer "Seven Nation Army" von den White Stripes, wobei Jini ihr Mikrofon gegen Drumsticks eintauschte. Fast schon traditional bei Newcomern mit nur einem Album ist, dass als Zugabe der bisher größte Hit noch einmal gespielt wurde. Bei Juli war es 2005 die "Perfekte Welle" und bei Luxuslärm eben "1000 km bis zum Meer".
Mit einer Spieldauer von über 90 Minuten war das Konzert wesentlich länger als ich erwartet hatte, 60-70 Minuten hätte ich erwartet. So kann man positiv überrascht werden und so lange spielt manch Künstler mit mehreren Alben nicht.
Wer die Luxuslärmer im Nachtleben nicht gesehen hat, der kann sie im Rhein-Main-Gebiet in Kürze noch als Support von Thomas Godoj in der Hugenottenhalle am 12.02.2009 und am 04.04.2009 bei hr3@night sehen.
Setlist:
1. Intro
2. Soll das etwa alles sein?
3. 1000 km bis zum Meer
4. Solang es noch geht
5. Hier bin ich
6. Was ist mit mir?
7. Du gehst jetzt besser
8. Zeichen
9. Unsterblich
10. Was sag' ich jetzt?
11. Ja ja
12. Alles wird gut
13. Von jetzt an
14. Brauch es nicht
15. Abschied
Zugabe:
16. Seven Nation Army von den White Stripes (Jini an den Drums)
17. 1000 km bis zum Meer ( Zugabe )


