Saturday, 31. July 2010

Hanau, Amphitheater, 30.08.2008

Dieses Jahr feiern die Rodgau Monotones ihren 30. Geburtstag und passend dazu musste es auch ein großes Jubiläumskonzert geben. Für diesen Zweck suchten sie sich mit dem Amphitheater im Schlosspark Philippsruhe in Hanau einen würdigen Ort aus.

Selbstverständlich war das Konzert ausverkauft und nach den Erfahrungen mit den letzten Jubiläumskonzerten durfte auch in Hanau wieder mit einigen Gästen auf der Bühne gerechnet werden. Im Vorfeld sickerte nur durch, dass Anne Haigis und Türzuessieht dabei sein würden. Außerdem konnte davon ausgegangen werden, dass Henni Nachtsheim den "Harvey" zum Besten geben würde.

Um halb Acht war noch eine lange Schlange vor dem Einlass, obwohl das Areal unter dem Zeltdach schon gut gefüllt und auch bei den Speise- und Getränkeständen ebenfalls ordentlich Betrieb war.

Je eine Videoleinwand links und rechts der Bühne sowie diverse Fernsehkameras deuteten ebenfalls darauf hin, dass es ein besonderes Konzert werden würde. Schon vor dem offiziellen Beginn um 20 Uhr kamen ein Schulchor- und Orchester auf die Bühne, um "Nutella ist all" vom neuen Rodgaus Album "Ein Leben für Lärm" zu spielen.

Nach dieser Ouvertüre betraten die Rodgau Monotones die Bühne und stellen gleich zu Beginn klar, dass wegen Auflagen seitens der Stadt Hanau das Konzert um Punkt 23 Uhr vorbei sein müsse. Somit stand von Anfang an fest, dass die Party exakt drei Stunden dauern würde.

Natürlich reihte sich ein Hit – oder vielleicht sollte man bei den Rodgaus besser von Klassiker reden – wie "Ei, gude wie", "St. Tropez" an den anderen. Erster musikalischer Gast war der Ex-Flatsch-Sänger und grober Junggeselle Olaf Mill mit seiner neuen Band Türzueszieht, die mit "Hippies in Hessen" auf die Melodie von "Stairway to heaven" dem Publikum einen Lachanfall nach dem anderen bescherten.

Zum Abschluss dieses Kurzauftritts ließen sie die linke Hälfte des Publikums "Happy Birthday" und die die rechte Hälfte anschließend "Rodgau Monotones" singen. Damit wurde die kurze Umbaupause überbrückt und Ali Neander (Gitarre) versuchte mehrfach erfolglos im Programm weiterzumachen, aber das Publikum hörte nicht auf zu singen.

Für "Bad Orb, Bad Orb" wurde eine Akkordeon-Kapelle zur Unterstützung auf die Bühne geholt und die nächsten musikalischen Gäste waren die U-Bahnkontrolleure in tiefgefrorenen Frauenkleidern. Ein Highlight des Abends war die Version von "Is' nur Kino" mit Anne Haigis am Gesang.

Badesalz kamen als Blumenboten, um dann mit "Alles Gute" den musikalischen Geburtstagsgruß zu überreichen. Henni Nachtsheim blieb nach dem Lied noch auf der Bühne, um "So oder so", "Kleiner Pirat" und natürlich unseren Freund "Harvey" zu singen.

Musikalischer Ehrengast des Abends war BAP-Sänger Wolfgang Niedecken, der Schlagzeuger Jürgen Zöller mit dabei hatte. Neben dem Dylan-Klassiker "Like a rolling stone" gab er "Frach misch nett" auf Kölsch als Hommage an seine hessischen Freunde zum Besten.

In die Setlist fanden auch einige Lieder vom neuen Album "Ein Leben für Lärm" Einzug und das Publikum war auch bei diesen Stücken erstaunlich textsicher. Bei "R.O.D.G.A.U." durfte ausführlich mitgesungen werden und das "Frauenfeindliche AC/DC Stück" hat das Zeug zu einem neuen Kult-Song der Rodgaus.

Zum großen Finale kamen alle teilnehmenden Musiker noch einmal zurück auf die Bühne und selbstverständlich sangen sie gemeinsam "Die Hesse komme". Da bis 23 Uhr noch etwas Luft war, blieb noch Zeit für das traditionelle letzte Lied: "Highway to hell" von AC/DC.

Bei so einem bunten Programm merkt man danach wie kurzweilig drei Stunden sein können. Andere Bands schaffen es ja selbst in nur 90 Minuten zwischendrin einen recht langweiligen Part zu haben, aber zum Glück war das am Samstag nicht der Fall.

Auch fragt man sich nach so einem Konzert, wieso die Band nicht bundesweit mehr Popularität hat. Comedy ist schließlich im kulturellen Bereich ein hessischer Exportschlager und das gepaart mit solider, handwerklich perfekter Rockmusik sollte doch funktionieren können.

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