Die 39-Jährige Australierin Kylie Minogue hat schon alle Höhen und Tiefen des Musikbusiness miterlebt, aber seit ihrem Comeback im Jahr 2000 ist sie aus der Popmusik nicht mehr wegzudenken. Im Herbst 2007 erschien ihr mittlerweile zehntes Studioalbum „X“und am 6. Mai 2008 startete die KYLIEX2008-Europatournee, die gestern Station in Frankfurt machte. Es ist die bisher aufwändigste Show der Künstlerin und die Kosten dafür werden auf mehr als zehn Millionen britische Pfund (12,6 Millionen Euro) geschätzt. Laut Presseberichten besteht ihr Tourtross aus 16 Lastwagen, 8 Tourbussen, 40 Tonnen Material und einer 250-köpfigen Crew.
Dem Veranstalter wird es bei diesen Kosten vermutlich Bauchschmerzen bereiten, wenn in Frankfurt wie schon am Tag zuvor die Hallen nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt waren. Für die Fans war das Konzert dafür umso entspannter, da im Innenraum auf den Einsatz von Ellenbogen verzichtet werden konnte. Damit sich von der Bühne aus ein optisch ansprechendes Bild ergab, wurde im letzten Drittel des Innenraums eine Zusatztribüne aufgestellt.
Entgegen der angekündigten Zeit begann die Show mit einer 30minütigen Verspätung gegen 20:30 Uhr. Kurz nach dem Intro folgte auch schon mit „Can’t get you out of my head“ einer der erfolgreichsten Hits von 2001. Umgehend waren Hände, Handys und Digitalkameras in der Höhe und es wurde ausgelassen gefeiert und getanzt.
Fast das komplette neue Album „X“ wurde gespielt und erwartungsgemäß waren aber die alten Hits die Stimmungshöhepunkte. Insgesamt wurde die Show wegen der Kostümwechsel , die von Stardesigner Jean-Paul Gaultier entworfen worden, in insgesamt sieben Abschnitte / Akte eingeteilt werden. Jeder dieser Akte umfasste drei bis vier Lieder.
Hier in Abendrobe, da als Cheerleader und dort in sexy Uniform – Glitzer und Glamour ließen nach oben hin kaum noch Steigerungsmöglichkeiten. Neben den Outfits, die Kylie, die Tänzergruppe und selbst die Backgroundsängerinnen wechselten, wurde auch die Bühne ständig verändert. Mal war es eine komplett freie Fläche, an deren Rand links und rechts lediglich die Musiker waren, mal waren dort zahlreiche Accessoires aufgebaut. Diese reichten von einem überdimensionalen Totenschädel – auf dem Klyie in luftiger Höhe über der Bühne schwebte – über riesige Lautsprecher und Käfige bis hin zu einfachen Quadern auf denen die Tänzer ihre akrobatischen Fähigkeiten zum Besten geben konnten.
Zu diesen Elementen kam noch eine die komplette Bühnenrückseite umfassende Videowand, deren einzelne Segmente verschoben werden konnte und Lichteffekte auf dem Bühnenboden – ein optisches Feuerwerk, an dem man selbst ohne Musik seine Freude hätte haben können.
Im vierten Akt waren die Highlights „Your disco needs you“ und „Kids“. Dabei sprach sie auch das Publikum an und sang sogar eine Strophe auf Deutsch, was zu spontanem Szenenapplaus führte. Die Sympathien des Publikums waren ihr nun endgültig sicher und nach diesem Akt kehrte Ruhe ein, denn es gab eine 15minütige Pause.
Nach der Pause wurde es zunächst musikalisch eher experimentell bevor ein Block mit Balladen folgte, in dem Kylie solo brillierte und es keine Ablenkung durch Tänzer oder Videos gab. Im letzten Akt vor der Zugabe lief die ohnehin schon in jeglicher Hinsicht opulent ausgestatte Show Gefahr, mit „Loveboat“ und „Copacabana“ zu sehr in den Bereich Kitsch abzudriften. Mit dem Schlusssong „Spinning around“ konnte aber Schlimmeres verhindert werden.
Die Zugabe begann mit „No more rain“. Nach diesem Song unterhielt sich Kylie mit dem Publikum und auf drängen der Fans wurde sie dazu verleitet, „Confide in me“ in einer A cappella-Version anzustimmen und die Festhalle lag ihr zu Füßen. Den Schlusspunkt setzte dann „Love at first sight“ und Kylie wirbelte über die gesamte Bühne im Stile des Musikvideos und während des Songs hielt sie am Mikrofonständer inne, um sich im goldenen Konfettiregen feiern zu lassen.

