Saturday, 4. February 2012

Frankfurt, Batschkapp, 25.04.2008

Eine Station von Zascha Moktans Clubtour war die Frankfurter Batschkapp. Damit kehrte die in Indien geborene und nun in Berlin lebende in die Region ihrer Jugend zurück. Kaum zu glauben ist dabei, dass die jetzige Soul- und Popsängerin früher in der Punk- und Rockszene zu Hause war. Aber so schließt sich auch in gewisser Weise der Kreis zu Batschkapp, die auch eher für die härteren Töne bekannt ist.

Seit dem letzten Jahr und ihrem Auftritt beim SWR3 New Pop Festival lief mir der Name Zascha Moktan immer wieder über den Weg und das Feuilleton feierte sie als die neue deutsche Soulstimme, obwohl ihr Album noch gar nicht erschienen war. Ihre Referenzen lassen sich aber auch nur allzu gut lesen: Für Craig David war sie Support in Deutschland und in Amerika tourte sie schon mit Alica Keys oder John Legend.

Wer hierzulande der einen oder anderen Popsängerin das Attribut Soul anheftet, der hat Zascha Moktan noch nicht gehört. Sie wandelte während des 90minütigen Konzertes zwar mühelos zwischen Soul, R&B, Funk und Pop hin und her, aber zwischen ihr und vielen, das sonst im Rundfunk zu hören und in diese Rubriken einsortiert werden, ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Die Batschkapp war gut gefüllt und es herrschte der Musik entsprechend eine sehr angenehme und sehr entspannte Stimmung. Da auch die Altersstruktur des Publikums ähnlich war, wurde ich zwangsläufig an das Konzert von Sophie Zelmani an gleicher Stelle erinnert. So bezeichnete sie die Anwesenden auch als ein „erfahrenes, reifes Expertenpublikum“. Es war eines der Konzerte, bei denen zum größten Teil einfach nur die Musik genossen und weniger abgefeiert wird. Musikalisch hätte sie somit auch gut in die Alte Oper gepasst, aber dafür reicht ihr Bekanntheitsgrad noch nicht aus – es bleibt für sie und uns zu hoffen, dass dies aber nur eine Frage der Zeit sein wird.

Während ich hier nur von der Alten Oper rede, griff Zascha Moktan gleich noch zwei Stufen höher. Da es auf der Bühne durch das Stagepiano, Backgroundsängerinnen und den Musikern etwas eng wurde, scherzte sie vor „Higher“, dass sie vorhin doch gesagt hätte, dass sie in der Festhalle hätten spielen sollen. Mit solchen selbstironischen Ansagen sammelte sie weiterhin Sympathiepunkte, obwohl das Publikum ihr ohnehin schon zu Füßen lag. So wurden auch im Publikum die Nachbarn zur Ruhe ermahnt, wenn sie bei leisen Tönen die Unterhaltungen zu laut fortführten. Vor „ I believe in you and me“ erzählte sie, dass sie damals hier in Frankfurt in einer Hotelbar ihr Management kennen gelernt hatte. Das ist ein weiterer Grund, warum man das Konzert schon fast als „Heimspiel“ bezeichnen könnte.

Ihre recht poppigen Singleauskopplungen „Ouch“ und „Like you do“ hob sie sich für kurz vor Schluss auf. Oftmals merkt man bei Konzerten wie manche Besucher nur auf die Singlehits warten und anschließend teilweise sogar den Saal verlassen, aber bei Zascha Moktan wären alle auch ohne diese bekannten Songs bis zum Ende geblieben. So ist das nun mal bei einem „Expertenpublikm“.

Nicht zu erwarten war zudem, dass sie so viele Lieder im Gepäck hatte, dass das Konzert doppelt so lange dauerte als ihr Debütalbum. Aber nicht nur Zaschas grandiose Stimme alleine sorgte für diesen Konzertgenuss, sondern auch eine sehr gute Band. Neben zwei Backgroundsängerinnen verliehen zwei Bläser und ein Percussionist neben der üblichen Instrumentierung den Songs sehr gute Arrangements.

Kurz nach dem Konzert stand Zascha auch schon parat, um sich den Fans zu stellen. Während des Konzertes kündigte sie zwar an, dass sie alle kennenlernen wolle, aber durch den Andrang an ihrem Tisch reduzierte sich das hauptsächlich auf Autogramme geben.

In Anlehnung an eine alte Fußballweisheit bleibt festzuhalten: „Nach dem Konzert ist vor dem Konzert“ und es steigt bestimmt die Vorfreude bis zum nächsten Konzert ständig an. Die spannenste Frage wird bis dahin sein, ob wir sie dann noch in so familiären Rahmen sehen werden oder nicht.

Setlist:
1. Mama (Zascha am Piano)
2. Sing me a song
3. All you need is love
4. I need a man (Zascha mit Gitarre)
5. Delivery
6. Must have been an angel
7. I know
8. Because of you (Zascha mit Gitarre)
9. Danny don't cry
10. Gimmeluv
11. Whatever comes
12. Higher
13. Out of my mind
14. I believe in you and me (Zascha am Piano)
15. Born again
16. Feel me
17. Ouch
18. Like you do
19. My way
20. All my life

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