Saturday, 4. February 2012

Frankfurt, Das Bett, 19.04.2008
Karpatenhund @ Frankfurt, Bett Club, 19.04.2008Foto: Thomas Stein

Lange musste das Rhein-Main-Gebiet auf ein Konzert von Karpatenhund warten. Nach dem Auftritt in Aschaffenburg im Juli letzten Jahres war ursprünglich ein Konzert in Frankfurter Nachtleben angesetzt, das aber schließlich nach Hanau verlegt wurde. Ganz knapp vorher wurde der Termin leider abgesagt und so begann das Warten auf das nächste Konzert erneut.

Am vergangenen Samstag war es dann endlich soweit und die Karpatenhunde kamen in den Bett-Club nach Sachsenhausen. Da es eine der kleinsten Konzertlocations in Frankfurt ist, erinnerte die mit Equipment voll gepackte Bühne ein wenig an die legendären Montagskonzerte der Busters im Cooky’s. Durch die äußerlichen Bedingungen war natürlich der Aktionsradius der Akteure arg eingeschränkt, aber dafür herrschte eine familiäre Wohnzimmeratmosphäre. Schon beim Gang durch die Menge auf die Bühne wurde die Band bzw. manche Fans gleich einmal persönlich begrüßt.

Gegenüber des angegebenen Beginns um 21:30 Uhr verzögerte sich der Auftritt ein wenig. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, und die „Verspätung“ mit der Verlängerung des DFB Pokal Finalspiels in Verbindung bringt. Um kurz nach 22 Uhr ging es dann mit „Ist es das was Du wolltest“ los. Ja, das war das, was die ca. einhundert Fans im ausverkauften Bett-Club wollten. Passend zum Video der aktuellen Single „Zusammen verschwinden“ hatte sich die gesamt Band in ihre maritimen Uniformen geworfen, wobei nach und nach doch das eine oder andere Kleidungsstück wie Sakko oder Kapitänsmütze abgelegt wurde.

Neben den Liedern des Albums feierte ein Song seine Live-Premiere. Außerdem vertrat Saskia Maurizio am Schlagzeug, aber diese personelle Änderung war nicht zu merken. Den ohnehin etwas rohen Sound der Albumaufnahme transportierte die Band wieder einmal gekonnt auf die Bühne. Dieser freche und unbekümmerte Stil macht unter anderem den Charme der Band aus und ist der wohlklingende Gegensatz zu manch einer soundtechnisch glatt polierten Riesenproduktion in z.B. der Festhalle.

Die Songauswahl war sehr gelungen und so steigerte sich die Stimmung von Minute zu Minute. Zum Ende des normalen Sets hin wurde trotz der niedrigen Deckenhöhe des Betts gesprungen und geklatscht und die Konfettikanone bei „Gegen den Rest“ untermalte dieses Bild nur. Nach etwas mehr als einer Stunde Musik ging es fast nahtlos in die noch ca. zwanzigminütige Zugabe über.

Nach dem eigentlichen Konzert stand die Band noch für Fotos, Autogramme und Gespräche bereit. Es war wirklich ein gelungener Konzertabend.

Setlist: (falsche Reihenfolge)
Ist es das was Du wolltest
Nicht wirklich glücklich
Bitte, bitte, bitte
Schief gegangen
Ich will, dass du bleibst
nie passiert
sendet Gegner
zusammen Verschwinden
Wald
Neonlicht
Für Immer
Wie fühlt es sich an
Rorschach
Gegen den Rest
Tag vergeht
Stunts
Oh Ja
Deck mich zu

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