Saturday, 4. February 2012

Frankfurt, Jahrhunderthalle, 23.11.2007

FRANKFURT (tms) – Auf zehn Tage genau gastierte Rihanna vor einem Jahr das letzte Mal in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Damals noch als Support stahl sie den Pussycat Dolls mehr oder weniger die Show und genau das beschriebene Jahr später war sie selbst nun der Hauptact in dieser Konzerthalle.

Dem recht jungen Alter einiger Konzertbesucher bzw. vor allem Besucherinnen entsprechend galt nicht die alt hergebrachte „20 Uhr Vorgruppe – 21 Uhr Hauptact“-Regel, schon kurz nach halb neun betrat Rihanna die Bühne. Es dauerte auch nur vier Minuten – respektive ein Lied – bis das erste Mädchen auf einer Bahre aus dem Saal gefahren wurde. Ursache für diesen Kollaps war ihre erste Single „Pon de Replay“ aus dem Jahr 2005.

Die noch nicht einmal 20jährige Künstlerin aus Barbados, die sich gerne freizügig gibt, absolvierte das erste Drittel der Show ihrem Image gerecht in Overknee-Stiefeln und einem schwarzen Nieten-Oberteil a la Xena. Zwangsläufig stellt man sich die Frage, was die Eltern der anwesenden Kinder dazu denken? „Sex sells“ und die Verkäufe ihrer Tonträger geben ihr Recht, aber zu dem unvergesslichen Konzerterlebnis hat es nicht gereicht. Die Besucher auf dem Rang bevorzugten das Sitzen und im Innenraum waren mehr Fotohandys oder Kompaktkameras als Hände in der Luft. Irgendwie wurde eher der Eindruck vermittelt, dass dort ein Fotomodell als eine Sängerin auf der Bühne stand.

Es steht außer Frage, dass sie eine gute Sängerin ist, trotzdessen muss nach dem Konzert die Frage gestellt werden, ob sie in ihren jungen Jahren nicht schon zu „groß“ geworden ist. Sie wurde nie müde – ganz im Stile der US-Superstars – das tolle Frankfurter Publikum zu loben. So schmeichelhaft diese Ansagen auch sind, so routiniert wirkten sie auch.

In den letzen zwei Jahren stürmte sie mit sieben Hits die Top10-Single-Charts in Deutschland und so ein Erfolg sollte eigentlich der Garant für ein erfolgreiches Konzert sein, doch allein die Aneinanderreihung von Hits und weiteren Ohrwürmern ihrer bisherigen drei Alben schaffte es nicht, den Funken überspringen zu lassen. Da half auch nicht, dass sie den mittleren Teil der Show in einem hautengen und knappen Body absolvierte und sich zum Ende hin in im Lack-Outfit bestehend aus Minirock, BH und langen Handschuhen auf der Bühne räkelte.

In der Mitte des Konzertes wurden ruhigere Töne angeschlagen. Mit „Good girl gone bad“ und „Unfaithful“ sang sie zwei Balladen auf der Showtreppe sitzend – das Publikum lauschte gespannt, aber auch hier waren statt Feuerzeugen oder Wunderkerzen nur bläuliche Displays zu sehen. Das Frankfurter Publikum hat schon des Öfteren bewiesen, dass es in der Lage ist, bedingungslos zu feiern, aber leider wurde ihm dazu trotz des Potenzials nicht die Gelegenheit gegeben.

Das Blatt sollte sich noch wenden: Als allerletztes Lied packte Rihanna ihre weltweite Nr. 1-Single „Umbrella“ aus. Nun war der Moment gekommen, bei dem sie eigentlich von der Bühne hätte gehen können, denn es wurde überall lauthals mitgesungen und auch die bis dato sitzenden Rangbesucher standen komplett. Diese Ekstase seitens der Besucher wäre schon zu einem früheren Zeitpunkt wünschenswert gewesen. Vielleicht wäre es klug gewesen, diesen Hit früher im Programm zu platzieren.

Obwohl die Jahrhunderthalle restlos ausverkauft war, bleibt trotzdem der Wunsch bestehen, Rihanna einmal in einer kleineren Location zu sehen – ohne solchen überflüssigen Ballast wie sexy Outfits oder Tänzerinnen: Einfach nur Musik und Gesang. Vielleicht kommt sie ja noch einmal zu einer persönlichen Clubtour zurück. Ansonsten werden wir uns wohl das nächste Mal in der Festhalle wieder sehen, wenn sich ihre Erfolgskurve wie in den vergangenen zwei Jahren nach oben entwickelt.

1 Kommentar zu Rihanna
Alessandro am 24.11.2007 um 17:53 Uhr

hallo ich wollte euch nur sagen das ich gestern auf den konzer von der rihanna war und es war einfach bobbasich geillooo

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