Frankfurt (tms) – „Die Leute Leute gehen ab / die flippen flippen voll aus“ ist bei den Fantastischen Vier nicht nur ein leere Versprechung mit Nichts dahinter sondern das Leitmotiv, das sich durch den ganzen Abend in fast ausverkauften Frankfurter Festhalle zog.
Gegen 20:45 Uhr erschienen die Vier fast nur als Umrisse im Dunkeln sichtbar zum Fornika-Intro. In Erwartung dessen, was am Abend noch kommen mag, fiel es schwer, die stoische Ruhe selbst an den Tag zu legen, mit der die Hauptakteure auf der Bühne standen. Im Stile von „Independence Day“ senkte sich das Gerüst mit insgesamt sieben runden Leinwänden über die Bühne.
Schnell war es aber vorbei mit der Ruhe vor dem Sturm. Michi Beck hatte die Heavy Metal-Gitarre umgeschnallt und zu „ Ichisichisichisich“ wurde sofort Vollgas gegeben. Den Fanta4 merkt man an, dass sie alte Show-Profis sind, aber von liebloser Routinearbeit, die manch ein US-Star schon in der Festhalle abgeliefert hat, sind sie Welten entfernt. Auf der Bühne strahlten sie wie Honigkuchenpferde – und solch eine Freude übertrug sich in Windeseile auch auf das Publikum. Vor allem Thomas D. schnitt pausenlos Grimassen als hätte der den Schalk persönlich gefrühstückt.
Etwas hinterlistig zeigten sich die Fantastischen Vier bei „Krieger“. Anstatt wie noch im Sommer oder letzten Tournee eine normale Version zu spielen, packten sie den Aphex Twin Remix vom „26 Mixes for Cash“-Album aus. An dieser Version scheiden sich die Geister, denn für ein größeres Publikum ist sie etwas zu „experimentell“ – aber sie diente vor allem auch nur als Intro zu „Millionen Legionen“.
Wie üblich wurde „Bring it back“ an die Lokalität angepasst und zum Ende hieß es natürlich wieder „Brint it back – the old Frankfurt Rap“. Aber nicht nur dieses Lied wurde abgewandelt, denn „Was geht“ endete mit einem Sample von „Stronger“ von Kayne West feat. Daft Punk und setze dem Partyhit noch das Krönchen auf.
Ein weiteres Showelemt war die „Oldskool-Stage“ oberhalb von der eigentlichen Bühne. Diese war den Frühzeiten der Fanta 4 nachempfunden und bestand nur aus dem Turntable-Pult von And.Ypsilon. Die Verblendung bestand ganz im Stile der frühen Neunzigern aus bunten Quadraten, die sich auch auf den sieben runden Leinwänden wiederfanden.
Bei den ganzen Hits, die die Fanta 4 an dem Abend zum Besten gegeben haben, fällt es schwer besondere Highlights zu benennen. Eines jedoch war „Ernten was wir säen“ als letztes Lied vor der Zugabe. Obwohl es vom aktuellen Album „Fornika“ stammt, war es ein Gossenhauer, der auch die letzten hartnäckig sitzenden Fans auf dem Rang aus den Sesseln zu haben.
Für die erste Zugabe wurde auf der gegenüberliegenden Seite der Bühne eine quadratische Bühne von der Decke herabgelassen. Während Smudo, Michi Beck und Thomas D. sich von Security-Kräften begleitet den Weg durch das Publikum zur Bühne bahnten, fand Thomas D. sogar sichtlich gut gelaunt die Zeit, die Fans mit einem „Schönen Guten Abend“ zu begrüßen. Dieser Zugabenblock bestand aus „Troy“, „Einfach sein“ und „MFG“.
Anschließend verließen die ersten Besucher fluchtartig die Festhalle. Entweder wussten sie es nicht besser, dass es noch weitergehen würde oder sie wollten dem üblichen Stau nach der Veranstaltung entgehen. In diesem allgemeinen Chaos an den Türen nutzen andere Fans auch die Möglichkeit vom Rang in den Innenraum zu gehen, um eine andere Perspektive zu erleben.
Den zweiten und letzten Zugabenblock leitete „Mission Ypsilon“ ein, gefolgt vom „Tag am Meer“. Den krönenden Abschluss bildete „Populär“ – denn das sind die Fanta 4 wirklich.
Setlist:
1. Intro (Fornika)
2. Ichisichisichisich
3. Geboren
4. Ganz normal
5. Die Geschichte des O
6. Sie ist weg
7. Leben zu zweit
8. Nikki war nie weg
9. Pipis und Popos
10. Mehr nehmen
11. Krieger (Aphex Twin Remix)
12. Millionen Legionen
13. Bring it back
14. Locker bleiben
15. Was geht
16. Oldskool – Medley (Hausmeister Thomas D, Großstadt, S.M.U.D.O. ich bin halt so, Ich krieg nie genug)
17. Sieh Dich im Siegel an
18. Yeah yeah yeah
19. Du mich auch
20. Love sucks
21. Ernten was wir säen
Zugabe #1:
22. Troy
23. Einfach sein
24. MFG
Zugabe #2:
25. Mission Ypsilon
26. Tag am Meer
27. Populär


