Saturday, 31. July 2010

Aachen, Club Apollo, 02.10.2007

AACHEN (dw) – Obwohl „Nosliw“ schon seit über 15 Jahren Musik macht, kann man ihn wohl als Newcomer bezeichnen, da sich die Art seiner Musik seit den frühen 90igern stark verändert hat, sein Debütalbum erst vor drei Jahren erschienen ist und seine Musik erst seitdem die ihre gebührende Aufmerksamkeit findet.

Somit ist „Nosliw“ heute nicht nur eingeschworenen Reggae-Fans ein Begriff. Spätestens seit er gemeinsam mit deutschen Reggae-Größen wie „Gentleman“ und „Seeed“ auf Tour gegangen ist und das Publikum von seinem Können überzeugen konnte, hat sich sein Bekanntheitsgrad kontinuierlich gesteigert.

Nach seinem Debütalbum „Mittendrin“, welches 2004 erschien und sich musikalisch durch markante Reggae-Tunes und Dancehall-Riddims auszeichnet. Auch Soul- und Blueseinflüssen gaben bereits diesem Album eine besondere Note. Jedoch darf man sich, wenn man versucht die Musik von „Nosliw“ und seiner Band „Magnetics“ zu beschreiben, keinesfalls nur auf die instrumentale Ebene beschränken, denn ist es doch gerade die Kombination der karibischen Reggae-Melodien mit aussagekräftigen und häufig sozialkritischen deutschen Texten, die „Nosliws“ Musik seine persönliche und außergewöhnliche Note verleihen.

Bei seinem aktuellen Album „Mehr Davon“ konzentriert sich „Nosliw“ musikalisch vollständig auf Rootsreggae-Riddims, was jedoch die Vielseitigkeit des Albums keinesfalls einschränkt, was vor allem durch seine Texte begründet ist .

Am Dienstag, dem 02.10.2007, präsentierte „Nosliw“ in einem etwas ungewöhnlichen Rahmen einen Großteil seiner neuen, aber auch alten, Tracks. Es war kein typisches Konzert, sondern eine Kombination aus Dancehall-Reggae-Party und dem Auftritt des Künstlers um kurz vor 2.00h. Vorher heizten die Jungs vom „Small Axe“-Soundsystem den Leuten im sich bereits früh schnell füllenden Apollo gehörig ein. Getanzt und gefeiert wurde also schon von 21.00h zu den besten Dancehall- und Reggae-Tunes. „Small Axe“ schienen genau zu wissen, was das doch recht durchmischte Publikum in Stimmung für den eigentlichen Auftritt bringen wird.

Als dann schließlich „Nosliw“ die Bühne betrat und seinen ersten Track performte, hatte er auf Anhieb die Crowd für sich gewonnen. Das er ohne Band auftrat, was die doch recht begrenzten Räumlichkeiten des Clubs aber auch gar nicht zugelassen hätten, tat der Musik keinesfalls einen Abbruch. „Nosliw“ schafft es auch live die Klarheit seines Gesanges beizubehalten, während das „Small Axe“-Soundsystem, das „Nosliw“ den gesamten Abend lang hinter den Plattenspielern technisch hervorragend unterstützte, dafür sorgte, dass niemand an diesem Abend eine Band vermissen konnte.

Die gemischte Songauswahl aus ruhigeren, sozialkritischen Stücken wie „Nur dabei“, „Geht es uns an“ und „Loser“ und Songs zum Feiern wie beispielweise „Alarm“, „Immer wieder hören“, „Yes“ und „Lauter“ waren an diesem Abend genau die richtige Selection. Natürlich spiele „Nosliw“ auch seine größten Hits wie z.B. den Titeltrack zum aktuellen Album „Mehr Davon“, „Königin“ und „Musik“. Egal, ob altes oder neues Album, ob ruhiges oder schnelles Lied: Gefeiert wurde jeder Song; mit Händen und Feuerzeugen in der Luft, tanzend und springend!

Natürlich ließ es sich „Nosliw“ auch nicht nehmen eine Zugabe für das begeisterte Publikum, das einfach nur „mehr davon“ wollte, zu spielen. Um kurz nach 3.00h verließ der Künstler dann endgültig die Bühne, was natürlich nicht hieß, dass der Abend bzw. die Nacht schon beendet war, weil „Small Axe“ auch nach den Konzert einen fließenden Übergang zu Reggae-Dancehall-Party schafften und die Leute noch bis in den Morgen tanzen ließen.

Wer sich für Reggae und Dancehall begeistern kann oder vielleicht sich noch kein wirkliches Bild von einem Reggae Konzert bzw. einer Dancehall-Party machen konnte und dies gerne nachholen möchte, sollte in den nächsten Monaten einfach eines der nächsten „Nosliw“ Konzerte der aktuellen Tour besuchen und/oder die Augen offen halten nach der nächsten „Small Axe“-Soundsystemshow.

Schreibe einen Kommentar

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>