Saturday, 4. September 2010

Frankfurt, Opernplatz, 11.07.2007
Avril Lavigne @ Frankfurt, Opernplatz, 11.07.2007Foto: Thomas Stein

FRANKFURT (tms) – Vor Ort sprach eine Sprecherin vom Sponsor der Opern Air-Konzertreihe FFH von 4.500 Besuchern und in der Presse war nach dem Konzert die Rede von 3.000 Besuchern. Die tatsächliche Besucherzahl wird wohl irgendwo dazwischen gelegen haben, aber reichte definitiv nicht an die Kapazitätsgrenze von über 5.000 Besuchern heran.

Mit ihren ersten beiden Alben „Let go“ und „Under my skin“ schickte sich Avril Lavigne an, Rock eine neue Note zu verpassen, doch der aktuellen Longplayer „The Best Damn Thing“ zielt scheinbar auf ein eher jüngeres Publikum ab. Viele der Songs könnten sich durchaus auf Soundtracks zu Tennie-Klamotten wie „American Pie“ oder „Legally Blonde“ wieder finden.

Einst als Rock-Göre und Gegenpol zu Plastik-Stars wie Britney Spears oder Christina Aguilera angetreten, geriet ihre Show ähnlich wie bei Pink in die Fänge der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Diese Vorstellungen sind nicht zwangsläufig deckungsgleich mit denen des hiesigen Publikums und somit war es auch nicht verwunderlich, dass der Opernplatz nicht ausverkauft war und man die Gefahr lief, in größere Drängeleien zu geraten.

Eröffnet wurde der Abend von den Killerpilzen. Diese hatten einen schweren Stand in Frankfurt. Wegen Lautstärkebeschränkungen waren sie nur in den vorderen Reihen zu verstehen und weiter hinten verkümmerte ihre Musik zu einer Hintergrundberieselung, bei der das Geschwätz der Leute lauter war als die Beschallung von vorne. Als Sänger Johannes „Jo“ Halbig das Publikum animierte lauter mitzumachen, kommentierte mein Nebenmann die Situation treffend mit „Werdet Ihr erstmal lauter“. Später führte der zur Schau getragene Bayern-Patriotismus inklusive FC Bayern München Fähnchen am Schlagzeug von Fabian „Fabi“ Halbig sogar zu vereinzelten Pfiffen in der Stadt Eintracht.

Zum Glück wurde mit Beginn des Auftritts von Avril Lavigne um 20:30 Uhr die Lautstärke ein wenig nach oben korrigiert, so dass trotz Tageslicht langsam das Gefühl eines Rockkonzertes einstellen konnte. Nach dem Einmarsch der vier Tänzerinnen respektive Backgroundsängerinnen mit Fahnen kam auch Avril im Schulmädchen-Outfit zu „Girlfriend“ auf die Bühne.

Pink, pink, pink sind alle meine Farben.

Ein pinkfarbener Backcurtain mit einem schwarzen Totenkopf darauf, ein pinkfarbenes Mikrofon, pinkfarbene Mikrofonständer, pinkfarbene Strähnchen im Haar, stilecht dazu ein pinkfarbenes Karo im Schottenrock und gelegentlich noch eine pinkfarbene Gitarre. Die perfekte Kulisse für junge Mädchen, aber auch für die älteren Herrschaften sollte sie neben älteren Songs noch etwas parat haben: Über die Jahre erblondet und statt Army-Pants wirkte sie nun im Schottenröckchen, Minikleid und mit engen Shorts mehr wie eine sexy Lolita als ein Punk-Gör.

Die Setlist bestand vor allem aus Songs vom aktuellen Album, aber auch alte Hits wie „Sk8er Boi“, „My happy ending“ oder „Losing grip“ durften auch nicht fehlen. Balladen gab es nicht viel und stattdessen wurde vor allem die Springerfraktion an dem bewölkten Abend bedient. Weiter hinten standen dann die Altrocker neben zahlreichen Familienausflüglern – eine sehr interessante Mischung und es war wieder einmal schön mitzuerleben, wie jung und alt gemeinsam feiern können.

Nach einer Stunde und nur 14 Liedern verschwand Avril von Bühne. Die Zugabe eröffnete sie mit einer Coverversion des Blink 182-Hits „All the small things“ und „Complicated“ beendete das Konzert. Bei einem Repertoire, das mittlerweile aus drei Studioalben besteht, war die Ausbeute mit nur 16 Songs an diesem Abend ziemlich mager.

Nelly Furtado spielte mit ihrem zweiten Album auch nicht längere Konzerte und gab als Maxime aus, dass sie kurz und intensiv spielen würde. Die Konzerte zu ihrem dritten Album dauerten dann jedoch fast zwei Stunden. Solch eine Entwicklung hätte viele Fans bestimmt mehr gefreut als die immer kürzer werdende Beinbekleidung.

Auch wenn "Complicated" ohnehin das letzte geplante Lied war, pünktlich zum Konzertende setzte auch noch Regen in Frankfurt ein und wirkte somit als natürlicher Rausschmeißer. Das vornehmliche junge Publikum hat sich über das Konzert gefreut, doch mit dem neuen Material ist Avril Lavigne sehr auf eine junge Zielgruppe fokussiert und da könnte es für sie schwer werden, bei einer eventuellen Hallentournee im Herbst die Hallen zu füllen.

Setlist:
1. Girlfriend
2. I can do better
3. Sk8er Boi
4. My Happy Ending
5. Runaway
6. When you're gone
7. I always get what I want
8. Losing Grip
9. Hot
10. I'm with you
11. Everything back bat you<
12. The Best Damn Thing
13. I don't have to try
14. He wasn't
Zugabe:
15. All the small things (Blink 182-Cover)
16. Complicated

4 Kommentare zu Avril Lavigne
Akatsuki am 06.08.2007 um 10:06 Uhr

Pink ist das Schwarz von heute. *g* Der Auftritt wäre die perfekte Kulisse für mich als Mann weit jenseits des Teenager-Alters gewesen.

Marc am 23.03.2008 um 11:40 Uhr

Wie stand es mal so schön in der FAZ dazu? "Du musst für immer siebzehn sein"

Arjan van den Broek am 09.02.2009 um 21:26 Uhr

Herr, Frau

Ich habe das Konzert von Avril Lavigne besucht im Frankfurt.

Gibt es ein Moglichkeit um von dieses Konzert ein video oder Dvd zu kaufen?

Ik suche schon in die Niederlande aber das war nicht gelungen.

Vielleicht gibt es ja ein moglichkeit in Deutchland.

Kan ich dan auch die video oder DvD bestellen?

Ich war ser fro sein

Danke fur ihre Antwort

Arjan van den Broek

Thomas Stein am 09.02.2009 um 22:43 Uhr

Dieses Konzert wurde nicht für DVD aufgezeichnet, aber zu der "Best Damn Thing"-Tour gibt es ja eine Tour-DVD und die ist bestimmt auch in den Niederlanden erschienen.

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