FRANKFURT (tms) – Am Donnerstagabend pilgerten fast 5.000 Fans in die ausverkaufte Frankfurter Jahrhunderthalle, um die Herren Molko & Co. von Placebo zu sehen. Auf den Zeitplan in der Halle ist Verlass und mit minimaler Verspätung kam die Band die um kurz nach neun Uhr auf die Bühne und schon peitschten die ersten Gitarrenklänge durch das Rund.
Die erste Viertelstunde war durch die Lieder des aktuellen Albums „Meds“ geprägt. Den Beginn machte die Singleauskopplung „Infra-Red“ gefolgt von „Because I want you“ und dem Titelsong „Meds“. Zu „Soulmates“ holte Brian Molko eine Frau im Clownskostüm aus den vorderen Reihen auf die Bühne, die während des Liedes jonglieren wollte. Diese Kleinkunsteinlage schlug allerdings fehl. Vielleicht lag es ihren Jonglierfähigkeiten oder der Aufregung – man weiß es nicht und schließlich war es Rockkonzert, bei dem andere Dinge im Vordergrund stehen.
Nach einem Ausflug in ihr Debutalbum „Placebo“ aus dem Jahr 1996 mit „I know“ ging es zurück in die Gegenwart zur Singleauskopplung „Song to say goodbye“ und dem ruhigen „Follow the cops back home“. Nun war es schon Zeit für den Überhit der Band: „Every you every me“, der durch die Veröffentlichung auf dem „Eiskalte Engel“ Soundtrack den großen Durchbruch bedeutete und wahrscheinlich eine ähnliche Popularität wie „Bohemian like you“ von den Dandy Warhols hat.
Auch wenn die Stimmung im Innenraum von Anfang an sehr gut war, bei diesem Lied wurde ihr noch einmal ein Krönchen aufgesetzt und auch während der Strophen blieben die Hände in der Luft. Trotzdem hatten es die tanzbaren Beats, die krachenden Gitarren und dieser Welthit nicht geschafft, den Rang aus den Sitzen zu rocken. Der Großteil blieb sitzen, aber mit zunehmender Konzertdauer erhoben sich immer mehr Personen. Ein bizarrer Gegensatz: Vor der Bühne gab es einen Moshpit und auf dem Rang beobachtete man zurückgelehnt das Treiben. Regel Nummer 1 für Rockkonzerte: Mit dem ersten Ton steht man auf!
Die Zeitreise durch das musikalische Schaffen der Band ging weiter und es folgte die Single „Special needs“ vom „Sleeping with ghosts“ Album und wie oft bei Konzerten bestand der zweite Teil vorwiegend aus älteren Songs. Zur Zugabe hin wurde noch „Special K.“ von „Black Market Music“ ausgepackt und der Abschluss war die „The bitter end“. Bitter war das erste Ende nicht, aber da das Licht auf der Bühne komplett angelassen wurde und weiter Musik spielte, war teilweise nicht ganz klar, dass es die Pause zur Zugabe war.
Die Pause war sehr kurz und zurück kamen die mit dem Kate Bush Song „Running up that hill“, den sie für die Special Edition von „Sleeping with Ghosts“ aufgenommen hatte. Nun kam nur noch „Twenty years“ und bei dem was zum Ende des Songs an Instrumentalteil gespielt und Lichteffekten aufgefahren wurde war klar, dass das bittere Ende nach noch nicht einmal 90 Minuten nahte. Mit dem Verlassen der Bühne ging auch schon die Hallenbeleuchtung an und somit wurden die Forderungen nach einer weiteren Zugabe direkt im Keim erstickt. Es war ein kurzes, aber sehr intensives Konzert, bei dem man sich in der gegebenen Zeit mehr oder weniger austoben konnte – je nach Geschmack.
Setlist:
1. Infra-red
2. Because I want you
3. Meds
4. Drag
5. Soulmates
6. I know
7. Song to say goodbye
8. Follow the cops back home
9. Every you every me
10. Special needs
11. One of a kind
12. Without you I'm nothing
13. Bionic
14. Blind
15. Bpecial K.
16. The bitter end
17. Running up that hill (Zugabe)
18. Twenty years (Zugabe)

