Saturday, 4. September 2010

Hessentag 2007, Butzbach, hr-Schlossbühne, 03.06.2007
Stefanie Kloß von Silbermond @ Hessentag, Butzbach, hr-Schlossbühne, 03.06.2007Foto: Thomas Stein

BUTZBACH (tms) – Silbermond gehören mittlerweile schon fast zum Inventar beim Hessentag und gastierten gestern im dritten Jahr in Folge beim diesem Landesfesttag. In ihrem Tourtagebuch schreibt die Band, dass „die Hessen verdammt gut wissen, wie man feiert“ und als Losung für den Abend galt: „Aber wir wollten es heute wissen!!! Wir hatten uns fest vorgenommen, die letzten 2 Jahre ‚Hessentag’ noch mal zu toppen und dass das schwer wird, war uns allen klar.“

Das Konzert auf der hr-Schlossbühne im Innenhof des Butzbacher Schlosses war schon seit Wochen ausverkauft und 8.000 Besucher stellten im Vorfeld einen Rekord auf. Es war das bis dato größte eigene Silbermond-Konzert in der Bandgeschichte. Größe alleine ist aber nicht alles und konnten die Hessen sich wie in den vergangenen Jahren als Partyfolk präsentieren?

Die Butzbacher Messlatte hatten die Fantastischen Vier am Freitag sehr hoch gelegt und nun lag es an Silbermond die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Mit Gongschlag 21 Uhr kam die Band auf die Bühne und mit den Songs „Meer sein“ und „Lebenszeichen“ wurde auch das erste Zeichnung in Richtung Party gesetzt. Die stehenden Konzertbesucher waren schon voll bei der Sache, aber die Gäste auf der Tribüne bevorzugten noch das Sitzen. Am Freitag bei den Stuttgarter Kollegen stand der „Rang“ ab dem ersten Lied – also bis jetzt kein leichtes Unterfangen für die Bautzener, um das Tagesziel zu erreichen.

„Durch die Nacht“ ist wegen seiner ruhigeren Art nicht der Titel, mit denen man die Besucher wörtlich genommen „aus den Sitzschalen“ rockt. Zum Glück folgte als nächstes „Nein, danke“. Da Sängerin Stefanie Kloß es wie kaum eine andere Frontfrau versteht, so intensiv und motivierend mit dem Publikum zu arbeiten, war nun der „Damm gebrochen“ und bis in die oberste Reihe der Tribüne wurde nun gesprungen. Während dieses Liedes macht sie immer Crowdsurfing und als sie zurück auf die Bühne kletterte, musste sie anmerken, dass es eine der längsten „Ausfahrten“ der letzten Zeit gewesen sei.

Bei „Das Lied mit nur einem Akkord“, bei dem sich Schlagzeuger Andreas Nowak sowohl als Sänger als auch als Gitarrist versucht, ist eine willkommene Gelegenheit, um ein wenig Kraft für das noch Kommende zu tanken. Im Anschluss wurde „Verschwende Deine Zeit“ in einer neuen Reggae-Sommer-Sonne-Strand-Version gespielt, die perfekt zum Licht der blauen Stunde passte und in dieses Abendlicht arrangierte sich auch die „Symphonie“ perfekt.

Jetzt muss einmal ein ganz plattes Wortspiel herhalten: Die „Neue Neue Deutsche Welle“ trifft die „Neue Deutsche Welle“, denn neu im Programm ist eine Coverversion des Ideal-Klassikers „Blaue Augen“. Hier konnte nun jeder, egal ob jung oder alt, ob eingefleischter Fan oder Frischling mitsingen.

Nach ungefähr eineinhalb Stunden Programm verabschiedete sich die Band nach „Unendlich“ zum ersten Mal und machte deutlich, dass auch das Konzert leider endlich sein musste. Mit dem sog. „Bruderduell“ zwischen Thomas und Johannes Stolle, das eine Gitarre-Bass-Battle ist, begann die Zugabe.

Wie man es auch schon von anderen Konzerten kommt, wurde auch dieses Mal bei „Wenn die Anderen“ ein Gruppe von Fans zum Feiern auf die Bühne geholt. Anschließend machte „Das Beste“ den Eindruck als sollte das Lied den Abend ruhig ausklingen lassen. Aber schon während der gesamten Zugabe musste attestiere Stefanie dem Publikum, dass die Hessen unglaublich feiern können (natürlich mit dem Nachsatz „die Sachsen auch“) und öfters fiel der Satz: „Das ist der Wahnsinn.“ „Hessen und Sachen sind jetzt Freunde“ war die logische Schlussfolgerung.

Normalerweise plappert Stefanie einfach drauflos und man erlebt sie auf der Bühne nie sprachlos, doch bei dem Applaus nach „Das Beste“ fehlten ihr die Worte und sie war sichtlich ergriffen und gerührt. Diese gezeigten Emotionen animierten die Fans dazu noch frenetischer zu klatschen und zu rufen. Es wurde solch ein Getöse auf dem Schlossplatz veranstaltet, so dass zu dem Zeitpunkt schon abzusehen war, dass Konzert nicht zu Ende sein konnte.

Auf die Melodie „So wie jetzt“ wurde als allerletztes Lied gejammt und der Text „Sehen wir uns wieder“ gesungen. Begleitet von Fangesängen nach jeder Textzeile verließen die Silbermonde die Bühne. Es herrschte ein Atmosphäre, die es einem kalt den Rücken herunter laufen ließ. Was für ein Ausklang nach fast auf die Minute genau zwei Stunden Konzert. Der Vergleich zum Konzert der Fantastischen Vier am Freitag muss zum Ende des Berichtes auch noch aufgelöst werden und da kann es nur salomonisch „unentschieden“ heißen. Zwei grandiose Konzerte an einem Wochenende und einer wundervollen Location bei angenehmen äußeren Temperaturen – was will man mehr.

Eines steht definitiv fest: Wir sehen uns wieder!

Setlist:
1. Meer sein
2. Lebenszeichen
3. In Zeiten wie diesen
4. Durch die Nacht
5. Nein danke
6. Zeit für Optimisten
7. Schick LOVE
8. Das Lied mit nur einem Akkord (Andreas)
9. Verschwende deine Zeit
10. Symphonie
11. Blaue Augen
12. Das Ende vom Kreis
13. Wissen was wird
14. Unendlich
Zugabe:
15. Bruderduell
16. Wenn die Anderen
17. Das Beste
18. Jam (Sehen wir uns wieder)

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