Saturday, 31. July 2010

Hessentag 2007, Butzbach, hr-Schlossbühne, 01.06.2007
Thomas D. von Die Fantastischen Vier @ Hessentag, You FM Night, Butzbach, hr-Schlossbühne, 01.06.2007Foto: Thomas Stein

BUTZBACH (tms) – Auf der Homepage der „Fantasichen Vier“ steht der Auftritt beim 47. Hessentag in Butzbach auf der hr-Schlossbühne in der Rubrik „Fornika für Dich – Clubtour 2007“. Mit einem Club hatte das Open Air aber nichts gemeinsam und im ausverkauften Innenhof des Butzbacher Schlosses feierten 8.000 Fans die Band.

„You FM Night“ hieß die gesamte Veranstaltung gestern Abend und ähnlich abwechselungsreich wie das Programm der Jugendwelle des Hessischen Rundfunks war auch das Line-Up. Den Auftakt machten ziemlich pünktlich um 19 Uhr die Frankfurter Britrock-Band „Saviour“, die den Auftritt per Abstimmung im Radio gewonnen hatten. Sie spielten zwar nur 20 Minuten, aber den Fans auf dem schon gut gefüllten Schlossplatz haben die gefälligen Rocksongs gefallen. Ein guter Einstieg in die Abend.

Als zweites durften dann die Berliner Rocker von „Gods of Blitz“ gegen 19:30 Uhr auf die Bühne. Eine dreiviertel Stunde lang rockten sie amtlich ab während die Anlage immer voller wurde und auch die Schlangen am Einlass immer kürzer wurden. Musikalisch schwimmen sie auf einer Welle der aktuell populären Indi-Rock Bands, deren übrigen Vertreter sich dieses Wochenende bei Rock am Ring und Rock im Park tummeln. Vielleicht nächstes Jahr.

Eines stand zu diesem Zeitpunkt schon fest. Die Butzbacher unterstützen ihren Hessentag und wie so oft bei Open Air Veranstaltungen in Städten, würde um 22 Uhr nicht Schluss sein müssen.
Mit der nächsten Band wurde ein wenig die Brücke zum Headliner des Abends geschlagen. Demba von SEEED trat mit seiner weiteren Band BOUNDZSOUND auf und dementsprechend wurde es hip-hoppiger. Vor allem die aktuelle Single „Louder“ ist ein wirkliches gute Laune Lied. Die übrigen Lieder hatten einen ähnlichen Sound und waren mit bekannten Samples und Zitaten aus bekannten Songs garniert.

Jetzt nur noch eine Umbaupause mit den Einlagen von Bursche und Rob Green, die mit allen möglichen ulkigen Aktionen und merkwürdigen Outfits die Wartezeiten verkürzten. Die Spannung stieg immer weiter und um 22 Uhr war es endlich soweit: Sowohl am Himmel als auch auf der Bühne wurde es dunkel und die fantastischen Vier konnten loslegen.

Neben neuen und alten Songs hatten sie eine unglaubliche Menge an technischem Equipment im Gepäck. Links und rechts von der „Aktionsfläche“ auf der Bühne waren reihenweise 19“ Racks und Computer zu sehen. Wie von der Echo-Verleihung bekannt, waren Flachbildschirme ein wichtiges Element beim Bühnenaufbau. In der unteren Hälfte waren zwischen den Musikern insgesamt zehn Bildschirme aufgestellt und in der oberen Hälfte waren noch einmal vier große Videowalls. Bei dem Aufwand der dort getrieben wurde, ist anzunehmen, dass dies auch das Bühnenbild für die „Fornika für alle“-Tour im Herbst sein wird.

Als kleine Reminiszenz an den Auftrittsort brachten sie einen Bembel mit auf die Bühne und versuchten sich bei einigen Sprüchen am hessischen Dialekt. Scheinbar gefällt ihnen dieser Landstrich.

Musikalisch gesehen entwickeln sich die „Fanta 4“ immer weiter mehr von einer Hip-Hop-Spaß-Combo aus ihren Anfangszeiten zu einer klassischen Rock-/Popband, bei der der Sprechgesang die einzige Konstante ist. Die Vokalakrobaten wurden von sehr guten Musikern begleitet und gerade der Einsatz eines Schlagzeugers und eines Percussionisten verliehen dem Sound eine wahnsinnige Präsenz.

And.Ypsilon thronte oft im Halbdunkeln hinter technischem Gerät und im Vordergrund jeweils von einem Spot beleuchtet waren Thomas D., Smudo und Michi Beck ohne Unterlass in Bewegung. Doch es gab eine Ausnahme. Seinen Kollegen gönnte Thomas D. mitten im Set eine Pause, denn er präsentierte sich wieder einmal solo als „Krieger“.

Im ersten Teil des Konzertes wurde vor allem Songs vom neuen Album „Fornika“ gespielt. Von der ersten Sekunde an wurden sie frenetisch vom Publikum gefeiert und auch die 1500 Fans auf der Tribüne hielt es von Anfang an nicht mehr auf ihren Sitzschalen. Als die Audience-Blinder eingeschaltet wurden, konnte man das Ausmaß der Begeisterung erst richtig erkennen. Über den ganzen Platz bis in die letzte Reihe der Tribüne wurde in die Hande geklatscht und „gebounct“.
Schlusspunkt vor der Zugabe setzte der „Tag am Meer“. Damit sollte aber nicht Schluss sein, denn als Zugabe kam ein Block mit „Troy“, „Populär“ und die neue Single „Ernten was wir säen“.

Dieses Konzert war der perfekte Einstand der musikalischen Großveranstaltungen zum Auftakt des 47. Hessentages. Die anderen Bands werden es schwer haben, diese Stimmung und Begeisterung bei den Konzerten zu überbieten. Die Messlatte liegt hoch, aber am Sonntag werden auch Silbermond die Massen begeistern können, da auch dieses Konzert bereits im Vorfeld ausverkauft war.

Setlist:
1. Mission Y
2. Yeah yeah yeah
3. Einfach sein
4. Le Smou
5. Geboren
6. Ischisichisichisich
7. Nikki war nie weg
8. Picknicker
9. Dicker Pulli
10. Mehr nehmen
11. Krieger
12. Bringt it back
13. Was geht
14. Sie ist weg
15. Du mich auch
16. MfG
17. Tag am Meer
Zugabe:
18. Troy
19. Pupulär
20. Ernten was wir säen

1 Trackback zu Die Fantastischen Vier
am 24.07.2009 um 06:39 Uhr
[...] sind die Fantastischen Vier immer ein Erlebnis und nun feiern sie ihr 20jähriges Jubiläum. Gekrönt werden die [...]
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