Saturday, 31. July 2010

Irland, Dublin, Crawdaddy, 04.05.2007

DUBLIN (tms) – Maria McKee? Ja, wer war das noch? Genau. Das ist die Frau, die 1990 mit „Show me heaven“ aus dem „Days of Thunder“-Soundtrack einen Hit hatte. Außerdem stammt die Nr. 1 Single „A good heart“ von Feargal Sharkey aus ihrer Feder. Ihre Alben von Anfang der 90er hatte ich immer gerne gehört und somit war der Besuch des Konzertes Pflicht, da ich ohnehin in der Stadt war. Es gab sogar Fans, die aus L.A. extra für das Konzert nach Dublin kamen.

Crawdaddy ist ein kleiner Club am Harcourt in Dublin. Laut Beschreibung hat er eine Kapazität von 300 Personen, aber da direkt vor der Bühne einige runde Tische standen, waren ca. hundert Besucher dort. Dies deutete aber schon an, dass es ein gemütlicher Konzertabend werden würde.

Um kurz nach 9 Uhr kommt die gutgelaunte Mittvierzigerin in einem pinkfarbenen, bodenlangen Kleid und einer Backgroundsängerin im Schlepptau auf die Bühne. Das Konzert begann mit einem Acoustic Song, bei dem nur sie Gitarre spielte. Für das nächste Lied wechselte sie zum Stage-Piano herüber und nun kamen auch noch ein Schlagzeuger und Ehemann John Akin am Bass hinzu.

Im Laufe des Konzertes wechselte sie immer zwischen den Stühlen für Piano und Gitarre sowie zwischen akustischer- und elektrischer Gitarre. Da sie das komplette Konzert im Sitzen spielte war ein Gitarrengurt überflüssig. Dementsprechend war es auch ein ungewohntes Bild, wenn das Rocksolo auf der Gitarre im Sitzen gespielt wurde.

Es war ein sehr intimer Rahmen direkt zu Beginn der Show wurde sie mit dem Zwischenruf „Welcome home“ begrüßt, da sie eine zeitlang in Dublin wohnte. Maria bedankte sich und erklärte, dass sie sich schon wieder sehr wohl fühle und am nächsten Tag wie immer direkt aufs Land fahren würde. Auch blieb Zeit, um die Frage nach ihrer Backgroundsängerin zu beantworten. Mit ihr hatte sie kürzlich telefoniert und konnte dem Fragenden berichten, dass es ihr gut ginge und sie jetzt sogar Hausbesitzerin sei. Es ging als sehr entspannt zu und bei der Größe der Lokalität war der Dialog auch von beiden Seiten akustisch zu verstehen.

Musikalisch gab es vor allem Songs aus dem neuen Album „Late December“, das als klassisches Singer-/Songwriter-Album einzuordnen ist. Auf dem Album hat sie auch ihren alten Song „A good heart“ nun auch einmal selbst gesungen. Interessant war zudem, dass sie sowohl Piano als auch Rhythmus- und Lead-Gitarre spielte und somit kein weiterer Gitarrist auf der Bühne war.

Leider war dieser Teil des kleinen Familienausfluges in die alte Heimat schon nach ca. 65 Minuten vorüber. Dafür stand Maria noch nicht einmal fünf Minuten nach Konzertende schon im Loungebereich von Crawdaddy zum Gespräch bereit. Sie war äußerst locker und sympathisch – von Starallüren keine Spur. Auch wenn sie sich gefreut hätte, wenn ich am Freitag darauf zum Konzert nach Hamburg gekommen wäre – überall kann ich auch nicht sein. Sollte sie aber ins Rhein-Main-Gebiet kommen, dann wird MiL vor Ort sein.

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