Saturday, 31. July 2010

Aschaffenburg, Colos-Saal, 28.03.2007
Marta Jandová von Die Happy  @ Aschaffenburg, Colos-Saal, 28.03.2007Foto: Thomas Stein

DARMSTADT/FRANKFURT (tms) – Ein Quartal ist vorüber und „Die Happy“ gastierten im Rahmen des zweiten Abschnittes der „No nuts no glory“-Tour erneut im Rhein-Main-Gebiet – im Dezember noch in der Centralstation und gestern Abend im Colos-Saal in Aschaffenburg, der ca. ein Drittel so groß wie die Centralstation ist. Genau diese Tatsache, dass man die Band sowohl in größeren Hallen oder bei Open Airs aber auch in kleinen Hallen mit Clubatmosphäre erleben kann, macht sie so sympathisch.

Wir finden uns also im Colos-Saal in Aschaffenburg ein und als Vorgruppe haben sie wie bei Frühjahrstour 2006 wieder „Disgroove“ aus der Schweiz dabei. Die Band spielt solide Rockmusik und diese solide Leistung verleitet dazu, sich irgendwann einen Tonträger dieser Combo zuzulegen. Entgegen der Information auf der Homepage des Konzerthauses begann die Band nicht um 21 Uhr, sondern war schon längst am Spielen und das Colos-Saal war schon sehr gut gefüllt.

Nach weniger als einer halben Stunde Umbaupause begann „Die Happy“ um Viertel vor zehn. Die Playlist wurde gegenüber der Weihnachtstour nicht sonderlich verändert und die Eckpunkte blieben gleich. Neu im Programm war ein Medley aus „Sleeping Time“, „Leaving You“ und „Go For It“. Nach mittlerweile fünf Alben kann die Band aus einem großen Fundus schöpfen und viele Lieder würde man gerne (wieder) live hören. Da ein Konzert aber zeitlich beschränkt ist, macht solch ein Medley durch Sinn und vor allem Spaß.

Jürgen, Ralph und Thorsten haben wie gewohnt eine gute Rock-Performance abgezogen, aber bei Die Happy überstrahlt Frontfrau Martha Jandova alles. Sie ist eben omnipräsent und sorgt für die interaktive Show mit dem Publikum. Bei fast jedem Lied animiert sie mit ihren Gesten die Zuhörer zum Mitmachen und zieht alle in ihren Bann – in den ersten zwei Reihen stand der Jungfan im Teenager-Alter vor dem Altrocker mit grauen Haaren und „Landebahn“ auf dem Schädel einträchtig hintereinander und haben gleichermaßen gefeiert.

Im Vergleich zu den Konzerten in Darmstadt hat sich Martha nicht um Kopf und Kragen geredet. Dafür erstrahle sie bei „Breathing“ bei abgedunkelter Bühne in den Strahlen eines Lichtfächer-Effektes und war plötzlich nicht mehr zu sehen. Aus dem Graben hörte man kurz danach nur die Worte: „Ich bin OK!“ Bei der Bühnengröße gab es keine Monitorlautsprecher und auch nicht die Die Happy-typischen zwei Podeste links und rechts der Bühnenmitte und so hat sie den Bühnenrand übersehen und ist nach vorne in den Pressegraben gefallen.

Nach dieser unfreiwilligen, aber einmaligen Showeinlage erklärte Martha, dass sie bis dato nie wusste, was sie erzählen sollte, wenn sie in einem Interview gefragt wurde, was ihr peinlichstes Bühnenerlebnis gewesen sei. Seit diesem Abend hat sie eine Anekdote auf Lager, die sie so schnell nicht vergessen wird. Schlagfertig wie sie nun mal ist, hat sie sofort gefragt ob jemand die Szene gefilmt hätte, aber die Kamera des Kameramanns des Hessischen Rundfunks war leider ausgeschaltet. Vielleicht hatte ja doch jemand in diesem Moment seine Digitalkamera im Videomodus eingeschaltet – YouTube wird es zeigen oder auch nicht. „Darauf brauche ich erstmal einen Schnaps“ forderte sie, doch dieser sollte erst auf Nachfrage während der Zugabe geliefert werden.

„I am“ wurde anwesenden Freunden gewidmet und das Publikum sollte nicht singen, sondern Geräusche machen: Erst wie im Fußballstadion mit den Füßen auf den Boden stampfen und dazu noch in die Hände klatschen. Bei „The Ordinary Song“ wurde das obligatorische Homepage-Foto gemacht und bei der Sing-along-Einlage wurde die Menge in zwei Hälften geteilt, die jeweils von Thorsten und Jürgen dirigiert wurden.

Nach diesem furiosen Schlusspunkt hätte eigentlich die Pause zur ersten Zugabe kommen sollen, aber bei diesem Konzert wurde darauf zu Gunsten einer weiteren Aktion verzichtet. Ein Freund, den Thorsten auf Mallorca beim Radfahren auf Mallorca kennen lernte, nimmt unter dem Motto „Vom Trinkathlet zum Triathlet“ dieses Jahr in Frankfurt am IRONMAN teil. Auf Anweisung des Trainers war der Konzertabend der letzte Abend vor dem Wettkampf, an dem er Alkohol trinken durfte, und er wünschte sich, Stage-Diving zu machen. Diesen Wunsch erfüllte ihm die Band bei „Wanne be your girl“ und so ließ er sich von der Menge tragen. Mit „Supersonic Speed“ war dann aber wirklich zum ersten Mal Schluss.
Vor der Zugabe machte Thorsten Werbung für die MySpace-Seite der Band. 8.000 Freunde hat die Band schon dort und nun peilen sie bis zum Ende der Tour die Marke von 10.000 an. Nach dieser Einlage bekam Martha auch endlich ihren geforderten Schnaps und mit „Slow day“ und „Goodbye“ wurde man in die Nacht entlassen.

Die Happy ist wahrscheinlich nicht die Band der Filigrantechniker, aber dafür waren es wieder eindreiviertel Stunden Party und Stimmung pur. Springen, Klatschen, Singen – das ganze Publikum ist gefordert und auf dem Weg zum Parkhaus hörte man unisono die Konzertbesucher über die Kurzweil des Abends berichten.

1 Kommentar zu Die Happy
Vanessa am 12.04.2007 um 07:47 Uhr

Hmm…ich wäre soooo gerne auf das Konzert gegangen aber keiner meiner Freunde kennt Die Happy und wollte somit auch nicht mit hingehen *wein*..war bestimmt ne super Stimmung. Naja vllt beim nächsten Mal.^^

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