Foto: Thomas SteinMANNHEIM/FRANKFURT (tms) – Shakira ist aktuell der Mulitkulti-Superstar – südamerikanischen und arabisches Blutes und auf allen Bühnen der Welt zu Hause. Unter diesem Motto sollten auch ein DJ und ein VJ die Wartezeit mit einer musikalischen Weltreise verkürzen. Ihre Darbietung sorgte dafür, dass in den Fluren mehr Stimmung und Betrieb war als in der Halle selbst. Stattdessen hätte auch die normale Hintergrundbeschallung mit Hits von Nirvana oder The Sisters of Mercy in erhöhter Lautstärke weiterlaufen können.
Um Viertel nach Neun wurde es in der Halle endlich dunkel und Zitherklänge sorgten für eine orientalische Atmosphäre. Barfuss, in dunkler Schlabberhose und glitzerndem Top stürmte der 1,55m große kolumbianische Wirbelwind zu „Estoy aqui“ auf die Bühne.
Im Vergleich zur letzten Tour deutete sich schon bei diesem Lied ein Trend an, der das ganze Konzert anhalten sollte: Mit ihren betörenden Bauchtanz- und Hüftschwungeinlagen wurde etwas mehr gegeizt. Dies lag wahrscheinlich an den schmerzhaften Erfahrungen ihrer letzten Welttournee und stattdessen waren viel mehr Anfeuerungsgesten zu sehen. Diese waren auch nötig, denn die Euphorie in der Halle war ziemlich verhalten.
Das Bühnendesign war sehr übersichtlich. Links und rechts der Bühne gab es eine Videowall und unter der Hallendecke hing ein Lichtkranz wie über einem Boxring. Das war völlig ausreichend, denn wer würde schon auf irgendwelche Projektionen achten, wenn Shakira wie z.B. bei „Hey you“ ihren Körper lasziv um den Mikrofonständer wickelt? Die Bühnenrückwand diente ausschließlich zur Beleuchtung, die vom Sternenhimmel über blaue Farbfächer bis hin zu einem Lichtermeer wie auf einem Jahrmarkt alles darstellen konnte.
Zu „No“ verwandelte sie sich in einen Engel in einem roten Abendkleid mit Ärmeln wie Flügel. Nach diesem ruhigen Intermezzo wechselte sie für „Whenever wherever“ schnell ihre Garderobe in orientalische Aktivbekleidung und wirbelte in den aus dem Video bekannten Posen über die Bühne. Außerdem beglückte sie die Besucher in den hinteren Reihen, in dem sie auf einem Podest mitten im Publikum erschien, um mit den Fans ein wenig zu singen. Danach folgte die ausführliche Bandvorstellung und zu ihrem bevorstehenden Geburtstag erhielt sie einen Kuchen überreicht und ein Ständchen wurde gesungen.
Bei „Underneath your clothes“ wurde sie nur von einem Klavier begleitet und mit ihren älteren Hits „Pies descalzos“ und „Ciega sordomuda“ endete das reguläre Set. In den Gewändern einer Haremsdame kehrte sie zunächst nur vor einem Vorhang tanzend für „Ojos asi“ auf die Bühne zurück. Absolutes Stimmungshoch war das letzte Lied: „Hips don’t lie“. Als Farbtupfer wurde sie dabei von sechs in orangenen Bollywood-Kleidern umtanzt und bekam noch ein wenig Rap-Unterstützung.
Nach nur 90 Minuten war die Show schon vorüber. Die Setlist erinnerte eher an eine Greatest Hits-Zusammenstellung, denn an eine Tour zu ihren aktuellen Alben „Oral Fixation Vol. 1 & 2“, von denen gerade einmal die Hälfte der Lieder stammte.
Setlist:
1. Estoy aqui
2. Don't bother
3. Te dejo Madrid
4. Illegal
5. Hey you
6. Inevitable
7. So te vas
8. La tortura
9. No
10. Whenever whereever
11. La pared
12. Underneath your clothes
13. Pies descalzos
14. Ciega, sordomuda
Zugabe:
15. Ojos asi
16. Hips don't lie

