FRANKFURT (tms) – Der Tourauftakt ihrer „Back to Basics – Tour 2006“ führte Christina Aguilera in die Frankfurter Festhalle und nur ca. 8.000 Besucher haben den Weg dorthin gefunden, so dass der Innenraum mit Zusatztribünen verkleinert wurde. Ob dieses "rege Interesse" am Stil des aktuellen Albums oder an den nicht gerade günstigen Eintrittspreisen lag, bleibt unklar.
Sehr früh begann der Abend in der Festhalle und als Vorgruppe stand schon um 18:45 Uhr Jan Delay samt Band auf der Bühne. Leider muss an dieser Stelle wieder die alte Leier mit dem Sound in der „gutt’ Stubb“ ausgepackt werden. Die Bässe waren viel zu laut und teilweise war der Gesang nicht mehr verständlich. Als er begann war gerade einmal das erste Viertel der Halle gefüllt und das Publikum war nicht sehr gewillt, während seiner Show Emotionen zu zeigen. Nach einigen Funk- und Reggae-Liedern folgte ein ziemlich rockiges Stück und es kamen Reaktionen aus dem Publikum. Sichtlich überrascht von der Reaktion kommentierte er die Situtation: „Ihr geht normalerweise wohl alle zu Mando Diao Konzerten.“ Fast eine dreiviertel Stunde lang verkürzte er die Wartezeit auf den Hauptact.
Im Stile der großen Samstagabendshows mit Bigband und Fernsehballett eröffnete sie pünktlich zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr ihre bis ins letzte druchgestylte Show. Die Musiker waren allesamt in weißen Sakkos und die Pop-Diva sowie die Tanzgarde kamen komplett in weiß gekleidet zum Opener „Ain’t no other man“ die Showtreppe herunter.
Getreu dem Motto des Albums und der Tournee, bei dem unter dem Titel „Back to Basics“ R&B-, Soul-, Blues- und Gospel-Elemente im Stile der Musik der 20er, 30er und 40er Jahre verarbeitet werden, wurden auch ihre „Pophits“ wie „Come on over“ oder „What a girl wants“ neu arrangiert. Dies führte dazu, dass die erste Stunde des Konzertes relativ eintönig vor sich hin plätscherte. Abwechselung boten hingegen Christinas Outfits – weißer Hosenanzug mit Sakko, später ohne Sakko, ein weißes „monroesques“ Kleid, rotes Paillettenkleid, usw. Zu jedem Lied wurde entweder das Kostüm oder ein Accessoire geändert.
Viel Interaktion mit dem Publikum gab es nicht. Selbstverständlich hat sie als Show-Profi „Frankfurt“ begrüßt und sich fürs Kommen bedankt, aber diese wenigen Sprecheinlagen klangen doch sehr einstudiert.
Nach ca. der Hälfte der Show wurde die Garderobe aller Beteiligten von weiß zu dunkel gewechselt und der Sound war nicht mehr so streng im „Back to Basics“-Korsett. Außerdem wurden vermehrt ihre alten Hits gespielt, so dass das Konzert wesentlich abwechselungsreicher wurde. Bis auf „Genie in a bottle“ wurden die großen Hits wie „Dirty“, „Lady Marmelade“ gespielt. Die Pause zur Zugabe wurde mit „Thank you“ überbrückt, während dazu Videos auf der Leinwand liefen.
Zum Abschluss gab es „Beautiful“ und „Fighter“ und so schnell sie danach von der Bühne war, so schnell war auch schon die Hallenbeleuchtung eingeschaltet, so dass nach dieser 90-minütigen Show keine Zugaben-Rufe zu hören waren. Insgesamt waren während des ganzen Konzertes die Reaktionen sehr verhalten. Selten waren mal Hände bis kurz vor die Hallenmitte in der Luft und die Sitzplatzinhaber machten keinerlei Regungen sich zu erheben. Solch ein ruhiges, abwartendes Publikum trifft man in Frankfurt sonst eigentlich nur bei bestuhlten Konzerten in der Alten Oper.
Setlist:
01. Intro (Back To Basics)
02. Ain't No Other Man
03. Back In The Day
04. Understand
05. Come On Over
06. Slow Down Baby
07. Still Dirrty
08. Can't Hold Us Down
09. Makes Me Wanna Pray
10. What A Girl Wants
11. Oh Mother
12. I Got Trouble (Video)
13. Enter The Circus
14. Welcome
15. Dirrty
16. Nasty Naughty Boy
17. Candyman
18. Hurt
19. Lady Marmalade
20. Thank You (Video)
21. Beautiful (Zugabe)
22. Fighter (Zugabe)

