Saturday, 4. February 2012

Köln, Palladium, 18.11.2006

Nach Berlin kamen Evanescence nach Köln, um dort ein kurzes – zu kurzes – Hitfeuerwerk zu zünden. Ohne Einlaufmusik tauchte die Band um kurz nach 21 Uhr aus dem Nebel auf und sofort schob sich eine Wand aus harten Gitarrenklängen durch das ausverkaufte Palladium. Wie auf Kommando wurden im Takt die „Pommesgabeln“ von Anfang an bis in die hinteren Reihen und auf der Galerie der Bühne entgegengestreckt.

Während die Saiteninstrumentenspieler recht statisch auf ihren Positionen verharrten und in typischer Wave-Marnier den Ausfallschritt nach vorne vollführten, schoss Sängerin Amy Lee energiegeladen über die gesamt Bühne – schüttelte ihre Po-langen Haare, krümmte sich bis fast auf den Fußboden und verlieh ihrem epischen Gesang die dazugehörige Intensität.

Mit Lichteffekten wurde nicht gegeizt und so lag die Bühne ständig in einem Meer von Lichtstrahlen, die mit Stroboskopeffekten aus den Audience-Blindern durchsetzt waren. Als drittes Lied spielten sie schon ihre Top20-Single „Going under“ und das textsichere Publikum wurde das erste Mal zum Mitsingen animiert.

Viel wurde zwischen den Songs nicht gesagt, so dass fast die komplette erste Konzerthälfte mit einem rockigen Song nach dem anderen wie im Fluge vorüber ging. Zur kommenden Single „Lithium“ wurde ein Flügel auf die Bühne gebracht und Amy machte alleine weiter. Somit gab es für den Rest der Band und das Publikum eine kurze Verschnaufpause. Diese währte aber nur eineinhalb Lieder und zur aktuellen Single „Call me when you’re sober“ wurde wieder kräftig abgerockt. Nicht genug der Hits, denn kurz darauf folgte schon die bis dato erfolgreichste Evanescence Single „Bring me to life“ und auch hier konnte sich Amy Lee Gesangspausen erlauben, denn das Publikum übernahm diese Aufgabe mühelos für sie.

Die Zugabe begann erneut mit Amy Lee am Flügel und der Ballade „My Immortal“. In der gesamten Halle war es mucksmäuschenstill – man hätte die sprichwörtliche Nadel fallen hören können. Mit „All that I’m living for“ wurde dann nach knapp 70 Minuten Konzert die Menge schon wieder nach Hause entlassen.

Wenn man bedenkt, dass die Band gerade mit ihrem zweiten Album auf Tour ist und sie noch Hits wie „Everybody's Fool“ im Repertoire haben und nur etwas mehr als die Hälfte der Songs von „The Open Door“ gespielt wurden, dann war die Spielzeit sehr enttäuschend. Die Performance an sich und der Sound in Palladium waren gut, auch wenn die baulichen Begebenheiten der Halle für die Zuschauerzahl etwas ungünstig sind.

Setlist:
1. Sweet Sacrifice
2. Weight of the World
3. Going Under
4. The Only One
5. Haunted
6. Whisper
7. Lithium
8. Good Enough
9. Call Me When You're Sober
10. Imaginary
11. Bring Me To Life
12. Lacrymosa
13. My Immortal (Zugabe)
14. All That I'm Living For (Zugabe)

8 Kommentare zu Evanescence
evanescence fan am 08.12.2006 um 20:27 Uhr

also das konzert war mal hammergeil!
es war nur viel zu kurz…
das war echt schade..
aber die tolle stimme von Amy und wie sie auf der bühne abgerockt hat entschuldigt das!

h1ccUp am 13.12.2006 um 09:13 Uhr

Also ich weiss echt nicht was die Leute an dem Konzert gut fanden.

Ich war dieses Jahr auf ca. 15 Konzerten/Festivals und das war mit ABSTAND! das schlechteste was ich bisher gesehen habe. Ich kann nur jedem abraten nochmal zu einem Konzert von denen zu gehen.

Eins vorneweg, ich bin nicht jemand der Evanescence generell schlecht findet. Ich liebe das alte Album, das neue ist ganz ok.

Punkt 1 war wie jeder sagt die Konzertlänge. Von einer Band die 37€ für eine Karte verlangt.. die eine ausverkaufte Palladiumhalle vor sich hat… erwartet man doch das sie sich ein bischen mehr ins Zeug legen und etwas für das Geld bieten.
Wobei ich im Endeffekt sagen muss das es gar nicht so schlecht war das es nur so kurz ging, sonst hätte man den scheiss sound noch länger ertragen müssen. Bass viel zu hoch, der Klang der Lieder wurde extremst versaut. Stimmung verbreitet hat diese Frau grade mal 0! Da war sogar die Vorband um längen besser (die waren übrigens sehr cool).

Man hat auch mehr das Gefühl gehabt, "wir spielen nicht weil wir Freude daran haben, sondern weil es unser Job ist". Normal halt ich von solchen Aussagen nichts weil sie einfach meist nicht stimmen aber bei dieser Band.. oder zumindest diesem Konzert trifft es doch mal zu: Die Band macht den Eindruck durch den Kommerziellen Erfolg brauch sie sich nicht mehr anstrengen, Groupies die jeden scheiss hinnehmen haben wir genug.

Ich für meinen Teil werde keinen Cent mehr für diese Band ausgeben.

evanescence fan am 26.12.2006 um 19:40 Uhr

jetzt motz ma net so rum!!
nur weil du kein richtiger fan von denen bist haste noch lange nicht das recht die geilste band der welt so runter zu machen, ok?

h1ccUp am 08.01.2007 um 08:09 Uhr

1. Ich hab gesagt ich find die erste CD genial. Wenn ich die Band ansich nicht mögen würde wäre ich nicht auf dieses Konzert gegangen, aber es war einfach nur enttäuschend, wenn man mit Bands vergleicht die richtig was auf der Bühne bieten. (Schonmal Subway to Sally, Letzte Instanz, Merlons Lichter, Disturbed, System of a Down, Red Hot Chili Peppers oder Within Temptation auf der Bühne erlebt? .. anscheinend nicht)

2. Ich darf ja wohl meine Meinung hier äussern. Ich schreibe auch nicht auf Verdacht hin oder zieh mir irgendwas aus den Fingern. Ich kenne diese Band schon lange. Ich höre die Musik schon lange. Ich war auf dem Konzert. Ergo denke ich, ich habe das Recht mir selbst eine Meinung zu bilden und diese hier niederzuschreiben. Es gibt auch Leute die einfach mal ein Lied einer Band angehört haben und dann meinen sie könnten über diese urteilen.

Schade eine Band mit solch einem Potential langsam untergehen zu sehen, aber eventuell wird das nächste Album doch wieder ganz gut.

Anne am 06.02.2007 um 01:42 Uhr

Hallo!
weiß jemand von euch, wie die Vorband hieß? Bin letztens mit jemandem mitgefahren, der die CD am laufen hatte, aber nicht mehr wusste, wie die sich nennen…
Ich fand die total genial u würd sie mir echt gerne anschaffen…kann mir jemand weiterhelfen?
LG!

Thomas Stein am 06.02.2007 um 08:58 Uhr

@Anne: Die Vorgruppe hieß Revelation Theory.

Anne am 08.02.2007 um 19:37 Uhr

DANKE!

Andre am 24.02.2007 um 18:15 Uhr

Hi,

also das – zu Recht mit Preisen ausgezeichnete – Debutalbum halte ich persönlich für eines der besten Rockscheiben der letzten Zeit. Ein positiv überraschendes Album, welches man von vorne bis hinten endlich mal hören kann, ohne grob weiter zu tracken.
"Live" habe ich Evanescence lediglich auf DVD erlebt; dabei aber leider im Vergleich zu zahlreichen anderen gesammelten Konzert-DVDs derart schlecht, dass ich sie bei einem Online-Marktplatz gleich wieder verkauft habe. Es ist auch als Rockband möglich, einen guten Sound abzumischen – und ich glaube nicht, dass es in diesem Fall "nur" an der DVD-Abmischung lag. Die DVD hat mich von einem realen Konzertbesuch jedenfalls abgeschreckt – die Alben werde ich weiterhin im Auge behalten; ich mag den Stil und Amy´s Stimme…

2 Trackbacks zu Evanescence
am 13.11.2008 um 23:44 Uhr
[...] Die Spielliste hätte ich aus dem Kopf nicht mehr zusammenbekommen, aber zum Glück hatten andere ein besseres Gedächtnis. [...]
am 10.02.2010 um 03:32 Uhr
[...] Die Spielliste hätte ich aus dem Kopf nicht mehr zusammenbekommen, aber zum Glück hatten andere ein besseres Gedächtnis. [...]
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