Foto: Thomas SteinFRANKFURT (tms) – Diese Seite trägt im Untertitel das Schlagwort „Konzertberichte“, doch für diesen Beitrag müsste es in „Showbericht“ umgewandelt werden. Auch wenn man, großzügig betrachtet, Turntables als Musikinstrument bezeichnet, war an diesem Abend nur bei der Vorgruppe „Rihanna“ ein Instrument auf der Bühne zu sehen. Somit verriet allein die Bühnendekoration schon, dass nicht die Musik sondern die Performance im Vordergrund stand.
Eröffnen durfte den Abend die 18jährige „Rihanna“, die schon mit drei ihrer Singles in den Top 10 landen konnte, und ebenso airplaytaugliche Musik präsentiert wie die Pussycat Dolls. Ihren Auftritt begann sie in äußerst knappen schwarzen Hotpants und einer weißen Bluse. Dazu die schwarzen Locken – in Köln würde man sagen: „En lecker Mädsche!“ Begleitet wurde sie von vier Tänzerinnen und zwei Tänzern, die komplett in schwarz gekleidet waren.
Foto: Thomas SteinDiese sorgten dann auch für die entsprechende Unterhaltung, wenn Rihanna ihr Kostüm wechselte. Zu ihrem #2-Hit „Unfaithful“ kam sie in einem türkisen Babydoll-Kleid zurück und zu „S.O.S“ in einem schwarzen Body. Beim Schreiben tut es einem fast leid, den Auftritt so auf die Äußerlichkeiten zu reduzieren, doch wenn die Musik aus der Retorte kommt, dann steht die Optik im Vordergrund.
Singen kann sie und dass sie bei einer Tour nicht von irgendwelchen drittklassigen Tänzern begleitet wird, steht auch außer Frage. Da mit ihr auch keine Unbekannte auf der Bühne stand, machte das Publikum auch schon bis in die hinteren Reihen mit. Da sie mittlerweile schon zwei Alben auf dem Markt hat, hätte sie durchaus das Potential eine eigene Tour zu machen. Diese würde wahrscheinlich in kleineren Hallen stattfinden, aber dafür könnte man sich an ihrem Antlitz länger als eine gute halbe Stunde erfreuen.
Es wurde Zeit für den Hauptact und die „Pussycat Dolls“ stürmten mit „Buttons“ die Bühne. Bei den meisten Songs lief die Performance nach dem Motto „Ausschwärmen und Sammeln“ ab. Vorne gruppierten sich alle um Sängerin Nicole Scherzinger und verteilten sich anschließend auf einem Gerüst, das den Ein- und Ausgang in der Bühnenmitte umbaute. Die Musik-Playbacks waren gegenüber dem Album zum Teil modifiziert und man könnte annehmen, dass der Sound passen müsste. Weit gefehlt – über weite Strecken waren Schlagzeug und Bass zu laut, so dass die Stimmen im Gewummer untergingen.

Die „All the Ladies in da House“-Sprüche zwischen den Liedern erinnerten stark an die Spice Girl’sche „Girl Power“-Bewegung aus den Neunzigern. Als Mann fühlte man sich bei diesen Einlagen ein wenig deplatziert, aber ganz Gentleman gönnt man den Damen diesen Moment und nutzte die Gelegenheit, um die Ohrenstöpsel wegen der hohen Schreie neu zu justieren. Verhaltener waren die Reaktionen bei typisch amerikanischen Motivationssprüchen wie „Du kannst alles schaffen, wenn Du daran glaubst.“
Die Outfits der Dolls wechselten von Streetstyle zu Streetstyle und waren nicht so markant abwechselungsreich wie zuvor bei „Rihanna“. So wurde einmal bei Lead-Sängerin Nicole aus einem schwarzen Leder-Minirock ein schwarzer Pailletten-Minirock.

Da überspitzt gesagt schon fast jedes Lied aus dem „PCD“ Album als Single ausgekoppelt wurde, waren die meisten Songs dem gesamten Publikum bekannt. Auch wenn die Musik nur von Band kam, die Darbietung auf der Bühne und der ausreichend vorhanden Platz animierten zum Mitmachen. „Don’t cha“ bildete das Finale und dabei ließen die Dolls das in zwei Hälften geteilte Publikum gegeneinander singen. Ansonsten eignete sich die Musik nicht allzu gut zum Mitsingen. Selbst Coverversionen von Klassikern wie "Whole lotta love", "Hot Stuff" und "Tainted love" vermochten dies nicht zu ändern und letztgenanntes wurde im Vorprogramm in Rihannas "S.O.S." wesentlich besser interpretiert.
Wie so oft bei Gruppen mit nur einem Album, war die Show ziemlich schnell vorüber und nach etwa 80 Minuten schon Feierabend. Üblicherweise hört man nach solch kurzen Konzerten im Foyer Beschwerden wegen der Spieldauer, aber durch den quasi Doppel-Headliner war davon nichts zu hören.

Presseschau:


