Saturday, 4. February 2012

Irland, Dublin, Vicar St., 15.02.2006

FRANKFURT/DUBLIN (tms) – Die irische Singer-Songwriterin Gemma Hayes könnte manchen noch aus den Jahren 2002/2003 im Ohr sein, denn damals erschien ihr Debut-Album „Night on my side“ und die Singles daraus schafften es auch zu einem regelmäßigen Radioeinsatz.

Kürzlich hat sie auch in Irland den Meteor Ireland Music Award als „Best Irish Female“ gewonnen und setzte sich dabei gegen namhafte Konkurrenz wie Mary Black, Rosin Murphy oder Sinead O’Connor durch. Diesen Umstand kommentierte sie mit „Celebrities are tiny“ und erklärte auch, dass Bono so (die Höhe mit der Hand kurz über dem Bühnenboden anzeigend) klein sei und sie noch nicht mal Schuhe mit Absätzen angehabt hätte.

In Irland und Großbritannien ist Ende des letzten Jahres ihr zweites Album „The Roads don’t love me“ erscheinen und passend dazu folgt jetzt die entsprechende Tournee. Diese Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen und somit wurde die Konzertreise nach Dublin in Angriff genommen.

Vicar St. ist eine sehr bekannte Konzertlocation in Dublin und bei vielen Konzerten stehen im Innenraum kleine runde Tische. Wahrscheinlich auf Grund der großen Nachfrage („Sold out“) waren diese aber alle weggeräumt und es wurden Stehplätze daraus.

Sichtlich beeindruckt von dem dicht gedrängelten Publikum betrat Gemma Hayes samt Band um 21:35 Uhr die Bühne mit den einleitenden Worten: „Holy shit!“ Als Opener spielte sie „Another for the darkness“, welches gleich eine Uptempo-Nummer aus ihrem aktuellen Album ist und somit signalisierte, dass der Abend nicht allzu ruhig werden sollte.

Mit „Happy sad“ folgte auch noch ein Lied aus dem aktuellen Album bis dann mit „Hanging around“ eine Single aus ihrem ersten Album folgte. Den Anfang fing sie einfach zwei Mal an, denn nach dem ersten Mal meinte sie, dass sie es noch besser könne. Als dann der Bassist noch einen Soundeffekt nachmachte, war dem Publikum klar welches Lied kommen würde und es gab Zwischenjubel.

Während ihre Band (Gitarre, Bass, Drums) die Instrumente nicht wechselte, griff sie fast bei jedem Lied zu einer anderen Gitarre und das Verhältnis zwischen akustischer zu elektronischer Gitarre war so ca. 2/3 zu 1/3, wobei die Lieder mit akustischer Gitarre nicht weniger rockig waren.

Nach diesem fulminanten Auftakt folgten mit „Undercover“ und „Easy on the eye“ etwas ruhigere Titel. Die Stimmung und Athmosphäre war so entspannt (sie reagierte auf fast jeden Zwischenruf), dass sie später mit „In over my head“ (Working Title) sogar einen noch nicht ganz fertigen Titel spielte.

Kurz vor Schluss des regulären Sets baute sie sogar noch mit „Whole Wide World“ ein Cover von Wreckless Eric in die Show ein.

„This is gonna be the last song. (Gelächter im Publikum) We will walk over there (zum Bühnenrand zeigend) and just gonna hang around and then you can go home and we ask for more“ und es folgte „Let a good thing go“, bei dem die Band noch einmal alles gab.

Die Zugabe begann mit „Something in my way“, das sie solo spielte. Die Solo-Session ging mit „Evening sun“ weiter. Während des Liedes gab es irgendwelche Probleme mit der Gitarre, für die sie sich erstmal entschuldigte. Als Wiedergutmachung sang die „Ae fond kiss“ acappella.

Zu „Nothing can“ kam ihre Band wieder auf die Bühne und mit diesem Song verabschiedete sie sich auch nach leider nur ca. 1:20 Stunden Spielzeit. Trotz dieser kurzen Dauer schien das Publikum sehr zufrieden gewesen zu sein.

Am nächsten Morgen habe ich im Internet auf ihrer offiziellen Homepage gelesen, dass sie sogar an diesem Tag um 13 Uhr ein In-Store Konzert bei HMV auf Grafton St. in Dublin spielen würde. Da mein Flug erst um 16 Uhr war, beschloss ich, dort auch noch hinzugehen. Zum Glück waren die Leute bei HMV sehr nett und es störte sich auch niemand daran, dass ich mit Rucksack und Trolley durch den Laden lief.

Wie zu erwarten war, dauerte der Soundcheck etwas länger und um 13:15 Uhr kam dann auch Gemma Hayes auf die Bühne bzw. in den Raum. Die Setlist waren dann vor allem ihre Single-Auskopplungen. Als sie dazu ausholte, einen Song anzukündigen, rief jemand aus dem Publikum auch schon den Songtitel. Daraufhin fragte sie, ob jemand gestern in Vicar St. gewesen sei und ein Großteil des Publikums bejahte dies. Sie konstatierte dies lediglich mit den Worten: „You know all the jokes, here is the song!“

Die Pause bis zur Autogrammstunde sollte eine Viertelstunde sein, aber da der Verkehr in Dublin nie so zu berechnen ist, verzichtete ich darauf sicherheitshalber und setzte den Weg in Richtung Flughafen fort.

Der kurze Ausflug nach Dublin hat sich auf jeden Fall gelohnt und die Session im HMV war noch eine sehr nette Dreingabe zum Konzert. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass ihr aktuelles Album „The roads don’t love you“ auch noch in Deutschland erscheinen wird und dann auch eine Tournee hier folgen wird, denn Gemma Hayes ist immer einen Besuch wert.

Setlist Vicar St.:
01. Another For The Darkness
02. Happy Sad
03. Hanging Around
04. Undercover
05. Easy On The Eye
06. Horses
07. In Over My Head
08. Back Of My Hand
09. Lucky One (Bird Of Cassadaga)
10. Two Step
11. Whole Wide World*
12. Let A Good Thing Go
13. Something In My Way
14. Evening Sun Fuck Up & Ae Fond Kiss
15. Nothing Can

Setlist HMV:
1. Another For The Darkness
2. Happy Sad
3. Hanging Around
4. Undercover
5. Easy On The Eye
6. Let A Good Thing Go

*Wreckless Eric Cover

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