FRANKFURT (tms) – Einige Konzertbesucher waren wahrscheinlich über den frühen Beginn des Konzertes überrascht, denn Billy Idol gastierte in Frankfurt ohne Vorgruppe und begann um 20 Uhr das Konzert. Dieser doch ziemlich ungewöhnliche UmstandImage trug dazu bei, dass die Reihen im Innenraum noch nicht so stark besucht waren – sehr verwunderlich für ein ausverkauftes Konzert. Mit zunehmender Konzertdauer füllte sich die Jahrhunderthalle doch deutlich und spätestens gegen 21 Uhr waren auch die 5.000 Fans dort.
Aufgrund des oben genannten Umstandes war die Stimmung bei den ersten beiden Liedern noch etwas verhalten, doch als dann ziemlich früh im Konzert „White wedding“ gespielt wurde, war das Publikum voll bei der Sache und die Party konnte so richtig beginnen.
Billy Idol, der morgen seinen 50. Geburtstag feiern wird und immer noch seine typische wasserstoffblonde Stoppelfrisur trägt, betrat in einem engen schwarzen Muscleshirt die Bühne. Dieser Stofffetzen blieb aber nicht allzu lange an seinem Leib und schon präsentierte er sein Sixpack, das den weiblichen Teil des Publikums zum Kreischen und den männlichen Teil zum Erblassen brachte
Die Setlist war eine Mischung aus seinen Gossenhauern aus den 80ern, Material von seinem aktuellen Album „Devil’s Playground“ und Liedern seiner früheren Band „Generation X“. Somit konnte er bei der Auswahl der Songs aus einem Repertoire aus mittlerweile ca. 30 Jahren Schaffensphase schöpfen.
Auch bei diesem Konzert war im Publikum kaum ein Unterschied zwischen den alten und neuen Liedern feststellbar, obwohl natürlich die Hits aus den 80ern ein klein wenig mehr Begeisterung auslösten. Trotzdem wurde der Auftritt auf sehr hohem Niveau gefeiert.
Billy Idol und sein Gitarren-Partner Steve Stevens wurden von den exzellenten Musikern Brian Tichy an den Drums, Stephen McGrath am Bass und Derek Sherinian an den Keyboards begleitet. Die Band spielte perfekt zusammen und machte gerade aus den 80ern stammenden Songs, die damals teilweise synthetisch bis fast poppig klangen, richtige Rock-Nummern, die das Publikum von jung bis alt in Entzückung versetzten. Zwischendrin verzog sich Billy Idol mit dem Rest der Band von der Bühne, um das Feld für Steve Stevens zu räumen: Bei dieser Solo-Einlage fragt man sich wirklich, ob diese Töne alle aus nur einer Gitarre stammen sollen. Später in der Show bei einem Solo spielte er auch noch mit der Gitarre hinter dem Kopf oder mit der Zunge und trotzdem klang alles flüssig und wie aus einem Guss. Am besten lässt sich das wahrscheinlich mit unglaublich oder Wahnsinn beschreiben.
Ein beliebtes Spielchen von Drummer Brian Tichy war auch, einen Drumstick hoch in die Luft zu werfen. Meistens sind die Dinger auch wieder bei ihm gelandet. Während der Zugabe ergriff er die Gitarre und lieferte sich ein Gitarrenduell mit Steve Stevens.
Ein ruhigerer Part in der Mitte des Konzertes wurde durch „Sweet Sixteen“ eingeläutet. In dieser Zeit spielte er auch das Acoustic-Stück „Louisiana“, das über ein Hochwasser des Mississippi im Jahre 1927 ist.
Das normale Set (bei vielen anderen Konzerten wäre es eine komplette Show gewesen) endete mit „Rebel Yell“. Während der zwei Zugaben wurde zunächst „Hot in the city“ gespielt, in das passend zur Veranstaltung, ständig „Frankfurt“ eingebaut wurde. Mit „Mony Mony“ wurde das Publikum nach 127 Minuten Spielzeit in die Nacht entlassen.

