Saturday, 4. February 2012

Trebur, Eigenheim, 26.11.2005

`COS WE ALL NEED YOU / HOPE YOU NEED US TOO

Levellers @ Eigenheim, TreburFoto: Thomas Stein

FRANKFURT/TREBUR (tms) - Der Abend im Eigenheim in Trebur hat es gezeigt: Das Publikum brauchte die Levellers und somit hatten sowohl die Band als auch die Anwesenden ihren Spaß bei dem Konzert. Leider füllen die Levellers nicht mehr die großen Hallen wie zu ihren besten Zeiten Anfang der Neunziger, aber von ihrer Spielfreude, dem Spaß auf der Bühne und der Fähigkeit das Publikum zu begeistern haben sie über die Jahre nichts eingebüßt.

So wurde seitens der Hörerschaft beim Konzert auch kein Unterschied zwischen den alten und den neuen Liedern gemacht. Von Anfang an wurde von der Bühne nicht nur mitgewippt, sondern wirklich getanzt. Teilweise übertrug sich auch das ein oder andere Squaredance-Element auf das Publikum, das bis hinten zum Soundmischer ständig in Bewegung war. Es war fast unmöglich, die Füße bei dem Konzert still zu halten.

Der gekonnte Folk-Rock, den die Levellers wir wahrscheinlich kaum eine andere Band verkörpern, schreit förmlich nach ausgelassenem Feiern und die Rhein-Main-Gebietler ließen sich auch nicht bitten. Daraufhin gab es auch „Thumbs Up“ von der Band für das Publikum.

Mit „England my home“, „Sell out“ und „The road“ begann das Konzert gleich mal mit drei älteren Hits. Nachdem das Publikum von der ersten Minute an voll bei Sache war, folgten auch ein paar Lieder vom neuen Album „Truth & Lies“ und darauf folgte eine Solo-Einlage von Simon Friend mit der Gitarre.

Nach dieser kurzen und ruhigen Unterbrechung ging es mit Hits wie „Exodus“, „Carry me“ oder „Belarus“ munter weiter und das Hauptset des Konzertes endete mit „The Riverflow“ schon nach etwas mehr als einer Stunde.

Im Rahmen der Zugabe brachten sie auch ihren wahrscheinlich bekanntesten Hit „One way“, bei dem noch mehr Hände in der Luft waren und noch mehr Leute mitgetanzt haben. Auch wenn Konzerte komplett auf einem hohen Niveau ablaufen, es gibt dennoch immer Lieder, die als Highlights herausragen.

Als zweite Zugabe wurde „Make you happy“ gespielt, das auf der Playlist auch passend zum Land mit Umlaut („Make you häppy“) geschrieben war und bei dem Lied kam auch der One-Man-Vorgruppen-Act mit auf die Bühne.

Anschließend waren die Verstärker bereits abgeschaltet, aber das Publikum forderte so beharrlich und lautstark nach einer weiteren Zugabe, so dass Simon Friend für ein weiteres Akustik-Stück die Bühne kam.

Die lebhafteste und bewegungsreichste Bühnenshow lieferte Bassist Jeremy Cunningham ab. Er tigerte permanent von vorne nach hinten und man sah dauernd seine roten Dreadlocks einfach nur fliegen. Außerdem wurde ihm die Ehre zu teil, sich während des Applauses mit „Thank you“ beim Publikum zu bedanken.

Jonathan Mark Sevink an der Geige war auch sichtlich gut aufgelegt. Er war ständig am Lachen und am Grinsen und legte eine wunderbare Show hin. Ab und zu machte er auch Späße mit Simon Friend. Wenn eine Band auf der Bühne so sichtbar ihren Spaß hat, dann überträgt sich das selbstverständlich auch auf das Publikum. Obwohl er eigentlich auf der linken Bühnenseite zu Hause ist, präsentierte er sich aber auch zwei Mal während des Konzertes auf der rechten Seite. Somit kamen alle in den vorderen Reihen in den Genuss, ihn andeutungsweise stepptanzend direkt vor sich zu erleben.

Leider war das Konzert schon nach 90 Minuten vorüber, aber die Band hat während dieser Zeit alles gegeben. Es war einfach ein Feuerwerk an guten Songs, bei dem ich nichts mehr hinzufügen kann. Ein sehr schöner Abend, der jeden Cent wert war.

Playlist:

England My Home
Sell Out
The Road
For Us All
Wheels
Beautiful Day
Cardboard Box City
Exodus
Carry Me
Confess
Belaruse
Last Man Alive
The Game
DDavey
Riverflow
———–
Make You Happy
One Way
Beanfield
———–
What You Know
———–
When Love Runs Out Of Time

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