Watch us rebel in our liberties…
Foto: Uli GasperDARMSTADT (UG) – New Model Army gibt es schon recht lange – ca. 15 Jahre und ich ich bin sicher nicht der einzige, der mit Ihrer Musik durch diese Jahre gegangen ist. Aber im Gegensatz zu anderen Bands, die man früher mal gut fand und die jetzt zu Stadionrockern geworden sind wie U2 oder Simple Minds oder wieder anderen Bands, die sich ganz schnöde aufgelöst haben wie die Pixies rocken NMA immer noch, und zwar abseits des Mainstreams.
Ich glaube, irgendwann in den Neunzigern hatten Sie mal einen Charterfolg mit „No rest fort he wicked…“ aber das war wohl eher Zufall. Obwohl damals (ist das echt schon so lange her???) relativ erfolgreich in den Indie Listen waren, entschieden sie sich, unter falschem Namen durch kleine Clubs zu Touren. Der rätselhafte Name war ein Anagramm, und wers damals verpasst hat sollte sich den Live Mitschnitt „Raw Melody Men“ holen.
Ebenfalls in den Neunzigern waren sie mal bei Sony unter Vertrag, was nicht lange gut ging. NMA stiegen kurzerhand aus dem Vertrag aus, das nächste Album war erstmal nur auf Bestellung im Eigenverlag erhältlich. Neben der Musik sind das natürlich auch Bestandteile der NMA Legende. Nachdem ich sie auch mindestens 6 Jahre nicht mehr live gesehen hatte war ich schon neugierig was inzwischen aus Band und Musik geworden ist.
Erster Eindruck: Justin hat wieder ne Frisur! Der Kurzhaar Topfschnitt, mit dem er in den 90s zeitweise unterwegs war, war auch übel.
Zweiter Eindruck: Es ist doch nicht soviel Zeit vergangen, NMA rocken wie immer, mit viel Druck, politisch, kritisch.
Sicher, einiges hat sich geändert, der Geiger vom Album „Impurity“ ist nicht mehr dabei, aber der jetzige Gitarrist kann das ausgleichen und verleiht der Musik damit eigene Akzente. Das Intro von „Vagabonds“ auf der Gitarre war auf jeden Fall hörenswert. Auch viele andere schon länger bekannte Songs klangen immer noch wie erwartet, aber trotzdem neu. Das Reggae Intermezzo bei „51st state“ hätte ich jedenfalls nicht erwartet, hat aber prima gepasst.
Vielleicht könnte man sagen, sie sind weniger wütend und dafür spielfreudiger, ohne die Botschaft der Texte vergessen zu haben oder gar zu stagnieren. Das NMA ein lebendiges Projekt ist, bewiesen die neuen Stücke, die teilweise unter Einsatz von 2 Schlagzeugen gespielt wurden. Ein ganz neuer Sound, der aber absolut zu den bekannten Stücken der Musiker um Justin Sullivan passt.
Pausen oder langweilige Momente gab es jedenfalls nicht, Justin beschränkte sich auf knappe Ansagen und schon gings weiter. Das brachte dann auch die manchmal schwer entzündlichen Darmstädter in Bewegung, das Publikum, anscheinend ebenso mit NMA großgeworden wie ich, kam recht flott in Bewegung und hielt das Tempo dann bis zum Ende durch. Zur allgemeinen Freude gab es dann noch zwei Zugaben mit jeweils vier weiteren Liedern bis sich die sichtlich erschöpfte Band verabschiedete.
Playlist:
Whirlwind
Believe it
Water
Fate
Wonderful way to go
Carlisle road
Another imperial Day
Here comes the war
Snelsmore wood
Red earth
Before I get old
Island
51st State
No Sense
No rest
Poison street
get me out
Eleven years
Purity
Green and grey
Vagabonds
125 mpH


