BERLIN (cb) - Dieser Konzertbesuch war von mir nicht 100%ig geplant, sondern kam mehr oder weniger begünstigt durch ein gewisses Internet-Auktionshaus. Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat und dass ich es nicht hätte missen wollen. Konnte dann auch noch eine Freundin überzeugen mitzukommen, die ebenfalls nicht enttäuscht wurde.
Gegen 19:25 begann der Einlass in die Location bzw. deren Vorraum. Von dort wurde dann umgehend die Tür zum eigentlichen Konzert-Raum geöffnet und das aus fast allen Altersklassen bunt gemischte Publikum konnte reinströmen. Dieser füllte sich recht schnell, so dass es überpünktlich mit dem Support Act Marlon losgehen konnte. Hatte ihn zu Anfang gar nicht erkannt, aber nach seiner Vorstellung konnte ich ihn einordnen. So wirklich überzeugen konnte er die Menschen nicht, was zum großen Teil auch an seinem Auftreten lag. Er spulte sein Programm ab, wies hin und wieder ein wenig lustlos auf seine kommenden Neuerscheinungen hin und verschwand wieder. Sicher, singen kann Marlon, nur die Performance hätte besser sein können. Aber für die Vorband sind wir ja nicht gekommen.
Sondern nämlich für die süße 23jährige Österreicherin, die in ihrer Heimat schon länger ein Star ist und hier mit "Schwarz/Weiß" auf einem guten Weg dahin ist. Dieses Album ist eine Zusammenstellung von Songs aus bereits zwei in Österreich veröffentlichten Alben. Die daraus entstandene Auswahl für den Abend war sehr gelungen und bot somit neben vielen bekannten Sachen auch einiges Neues.
Um 20:44 Uhr war es nach abgeschlossenen Umbauarbeiten soweit. Es wurde dunkel und die Bandmitglieder schlichen an ihre Instrumente, um ein kurzes Intro anzustimmen, bis Christina erschien und mit "Schwarz-Weiß" startete. Nach dem stimmungsvoll gelungenen Einstieg und verstärkten Chrischtl-Rufen ging es ohne Pause weiter mit "Immer an euch geglaubt". Während dieser Songs wurde der größte Teil des Publikums, bestehend aus jüngeren Zuschauern und Fans, richtig laut.
Nachdem der Applaus abgeklungen war, folgte die Begrüßung. Christina Stürmer, die offiziel das erste Mal in Berlin live spielte, erzählte von ihren drei Videodrehs in Berlin für die beiden bereits erschienden Singles und die demnächst erscheinende Neue. Zudem sprach sie verständlicherweise davon, wie toll Berlin ist. Anschließend ging es mit "Sonne hinter dem Nebel" mit einem "neuen" Song weiter. Danach folgten "Glücklich" und "4 Jahreszeiten" bei denen das Publikum mehr mitgemacht haben muss, als ich mitbekommen hab, weil fröhlich festgestellt wurde "Aha, ich merke Berlin möchte singen".
Bei dem neuen "Wir halten jetzt die Welt an" sollte das Publikum die Zeile "Sie soll sich später weiterdrehn" singen. Das vorherige Üben hatte nicht so ganz geklappt, wurde während des Spielens aber besser. Spätestens aber beim folgenden "Ich lebe" war das gesamte Publikum am alleine Singen der ersten Strophe und damit die Stimmung am Höhepunkt, was die Band auch sichtlich gefreut hat. Die anschließenden "Bist du bei mir" und "Kind des Universums" wurden weiterhin sehr stimmungsvoll begleitet, bis mein absolutes Lieblingslied kam, worauf ich mich den ganzen Abend schon gefreut und meine Begleitung schon heiß gemacht hatte.
Dass "Mama" im November als neue Single erscheint, wusste ich ja schon, nicht aber wie und wann es entstanden ist. Sie erzählte nämlich, es sei schon 2,5 Jahre alt und wäre damals zum Irak-Krieg entstanden, was einerseits Christina Stürmer noch symphatischer für mich macht und das Lied noch geiler. Und auch hier haben wirklich alle mitgesungen und schon war ein klein wenig Gänsehautfeeling entstanden. Vor der Vorstellung der Band folgten "Geh raus aus meinem Kopf", "Disco" und "Liebt sie dich so wie ich".
Die 4-köpfige Band, bestehend aus 3 Gitarristen aus Frankreich, Österreich und Deutschland und dem spanischen Schlagzeuger hat mir sehr gut gefallen, zum einen weil sie wirklich gut spielten und das Stimmung machen immens unterstützten. Das zeigte sich besonders bei einem langen Instrumental-Part, bei dem die Sängerin mal eben rechts der Bühne verschwand, das Publikum aber gut am feiern war.
Mit den letzten vier Songs "E.T.", "Reine Nebensache", "So wie ich bin" und "Sekunde" ebbte die Stimmung leider stark ab. Mit der Ankündigung des letzten Stückes "Vorbei" war es dann quasi auch vorbei, aber natürlich fehlte noch mindestens ein Song. Die Masse war wieder am klatschen und rufen, währendessen sich die Band viel Zeit ließ, bis sie wieder für die allerletzten 2 Lieder auf der Bühne erschienen ist. Natürlich durfte "Engel fliegen einsam" nicht fehlen, welches gleich als Abschluss nach "Bis ans Ende der Welt" gespielt wurde. Das gelungene Ende des Konzertes, bei dem das Publikum ein letztes Mal alles geben konnte, wurde noch durch mein Ergattern der Setlist von Christina gekrönt.
Ich hab den Abend dann mit einem am Ostbahnhof geholten Bierchen auf der Heimfahrt ausklingen lassen und nochmal das vergangene Ereignis mit meiner ebenfalls begeisterten Begleitung Revue passieeren lassen.
Setlist:
Schwarz/Weiss
Immer an euch geglaubt
Sonne hinter dem Nebel
Glücklich
4 Jahreszeiten
Wir halten jetzt die Welt an
Ich lebe
Bist du bei mir
Kind des Universums
Mama
Geh raus aus meinem Kopf
Disco
Liebt sie dich so wie ich
E.T.
Reine Nebensache
So wie ich bin
Sekunde
Vorbei
Bis ans Ende der Welt
Engel fliegen einsam

