Foto: Thomas SteinFRANKFURT/OFFENBACH (tms) - Während ihr 2003er Album "Storm" noch sehr ruhig, besinnlich und getragen war, klingt Heahter Nova auf ihrem 2005er Album "Redbird" doch wieder wesentlich fröhlicher und poppiger, was aber nicht mit oberflächlich gleich zu setzen ist. Eben mit jenem Album ist sie nach ein paar Open Air Auftritten im Sommer auf ausgeprägter Hallentournee. Gestern gastierte die hübsche 38jährige, die in 2004 ihr erstes Kind (Sebastian) zur Welt brache, im Offenbacher Capitol.
Im Gepäck hatte sie eine gelungene Mischung, die vor allem aus dem neuen Album "Redbird", dem Vorgängeralbum "Storm" und ihren beiden Erfolgsalben "Siren" (21 Wochen in den deutschen Charts) und "Oyster" (18 Wochen in den deutschen Charts) stammte. Die ersten beiden Lieder "Redbird" und "Heart and Shoulder", die eher im Mid- bis Uptempo-Bereich anzusiedeln sind, gaben gleich die Richtung für den Abend vor. Dieser sollte im ganzen "rockiger" werden als erwartet und bei Heather Nova auch schon live erlebt. Den letzten Ton von "Heart and Shoulder" zog sie so lang und sang dabei immer höher, dass er fast Glas zum Splittern gebracht hätte.
Nur ein paar Lieder später folgte mit "Walk this world" eines ihrer bekanntesten Lieder und das Offenbacher Publikum klatschte zum ersten Mal kollektiv im Takt, was bei Heather Nova durchaus nicht üblich war. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sprang der Funke von der Bühne ins Publikum über und ihre faszinierend schönen Stimme zog alle in ihren Bann. Dies spiegelte sich auch darin wieder, dass im Vorraum bei der Gastronomie während des gesamten Konzertes so gut wie niemand zu sehen war und Personen den Konzertsaal nur verlassen haben, wenn es unbedingt nötig war.
"Mezmerized" wurde gerade durch das Gitarrenspiel von Berit Fridahl vom Popsong auf CD zum Rocksong auf der Bühne. Nach diesem ersten Teil der Show wurden kurzzeitig leisere Töne angeschlagen. Um das Publikum darauf vorzubereiten wurde zunächst "I miss my sky" gespielt und darauf folgte eine akustische Einlage nur von Heather und Berit mit "Singing you through". Nach ein paar Takten des Songs mussten die beiden Damen den Song noch einmal neu beginnen, da sie feststellten, dass sie in unterschiedlichen Tonarten spielten. Anschliessend stand Heather Nova nur mit ihrer akustischen Gitarre zu "Storm" auf der Bühne.
Als kurze Zeit später "London rain" begann, gab es für das Publikum kein halten mehr und es wurde erneut geklatscht und in den hinteren Reihen teilweise getanzt. Dies war durchaus möglich, da das Capitol zwar gut gefüllt, aber nicht restlos ausverkauft war.
Mit "Done drifting" und "Blue black" wurde das Publikum zum ersten Mal an diesem Abend verabschiedet. Allein schon das Arrangement des Songs ließ schon ahnen, dass es am Ende "Thank you, good night" heißen wurde. Die Zugabe begann mit "Welcome", welches auch das erste Lied auf "Redbird" ist und von Dido Armstrong mitgeschrieben wurde, was man dem Lied auch anhört.
Anschließend wurde die Playlist kurzerhand abgeändert. Ursprünglich sollte danach "I’ ll Be Your Light" und "Island" gespielt werden. Da ein Mädchen in der ersten Reihe aber das gesamte Konzert über ein Schild in Richtung Bühne hielt, dass "Sugar" forderte, kam Heather Nova samt Band dieser Aufforderung nach. Aus den geplanten zwei Liedern Zugabe wurde dann leider nur ein Lied, doch das wurde in einer nicht enden wollenden Version gespielt und entließ das Publikum glücklich und zufrieden in die Nacht. Der Song hat so einen Höhepunkt dargestellt, dass es nahezu unmöglich gewesen wäre, ein vernünftiges Lied für danach zu finden. Man soll eben aufhören, wenn es am Schönsten ist.
Playlist:
Redbird
Heart and Shoulder
Maybe An Angel
Just Been Born
Motherland
Walk This World
Fool For You
Mezmerized
All I Need
I Miss My Sky
Singing You Trough Acoustic mit Berit
Storm Acoustic solo
Papercup
London Rain
Winterblue
Done Drifting
Blue Black
Zugabe:
Welcome
Sugar

