Die Rodgau Monotones und Glashaus & Friends feierten mit
Foto: Thomas SteinFRANKFURT (tms) - Der 02. Oktober 2005 war der Tag der Geschichte, Kultur und Musik im Rahmen der Feierlichkeiten der Landesregierung zum 60. Geburtstag Hessens. Es fand ein großes Jubiläumsfest im Frankfurter IG Farben-Haus statt, das abends mit „Rock zu Hessens 60. Geburtstag“ ausklang. Somit wurde der Festsaal des Casino-Gebäudes kurzerhand zum Konzertsaal umfunktioniert. Durch das Programm führte auf seine charmant, eigenwillige Art der aus der hr-Sendung „Late Lounge“ bekannte Michi Herl.
Diese musikalische Geburtstagsfeier eröffnete um 19:30 Uhr das „Neue Frankfurter Schulorchester“, das in seiner Musik klassische Elemente, Rock, Klamauk und tiefen Ernst verbindet. Leider kamen wir erst während des letzten Liedes an, so dass wir von diesem Teil der Veranstaltung nicht berichten können.
Rodgau Monotones
Um kurz nach 21 Uhr betraten die Rodgau Monotones die Bühne und einige Musiker durften an diesem Abend sogar Doppelschichten schieben. Ali Neander wird später am Abend noch bei Glashaus auf der Bühne stehen und der Glashaus-Drummer durfte schon bei den Rodgaus mitmachen.
Der Festsaal im Casino-Gebäude war randvoll und das Publikum war eine interessante Mischung von jung bis alt und somit war das Konzert eine wunderbare generationenübergreifende Veranstaltung, obwohl ein paar jüngere Glashaus-Fans auch noch draußen vor dem Saal warteten.
Drinnen wurde aber von Anfang an ein Partyprogramm durchgezogen, das man zum einen von der Band erwartet und zum anderen schon öfter erlebt hat. Recht früh konnte man bei „Ei gude wie“ gleich mitsingen und bei der Hymne des 1999er Adrenalin Albums „Wo steht der Dax?“ (immer wieder ein perfekter Song, um in Frankfurt gespielt zu werden) durfte sich das Publikum eine Gesangsschlacht zwischen der Nikkei- und der Dow Jones-Seite liefern.
Ein kleines Schmankerln war bei „Frach mich nie (wie’s mir geht)“ die Zeile „sogar einmal SPD gewählt“, die von Sänger Peter "Osti" Osterwold besonders betont wurde, da die Monotones am 17.09.2005 auf dem Frankfurter Opernplatz noch als Supporter der SPD im Vorprogramm von (Alt-?)Bundeskanzler Gerhard Schröder gespielt haben.
Im Programm durften natürlich auch Hits wie „Volle Lotte!“ oder „St. Tropez am Baggersee“ nicht fehlen. Zu den letzten Liedern des Sets gehörte dann natürlich die hessische Nationalhymne (Erbarme, zu spät) „Die Hesse komme“ und als Zugabe gab es dann noch eine Runde „Highway to hell“. Hoffentlich meinten sie damit nicht die nächsten 60 Jahre Hessen.
Übrigens: Kurz nachdem die Rodgaus angefangen hatten zu spielen, war im Festsaal schon das Bier alle. Von da an gab es nur noch Radler aus Flaschen, die mit der Zeit auch immer wärmer wurden.
Glashaus & Friends
Leider wanderten vor oder während Glashaus einige der „Alt-Rocker“ ab, so dass dieser Teil der Veranstaltung nicht mehr so gut besucht war. Dennoch gab es einige Ältere, die ganz vorne bis zum Ende blieben und üblicherweise nicht zum Glashaus-Publikum zählen. Da die eigentliche Glashaus Tour erst am 14.10.2005 in Halle startet, könnte man das Konzert vielleicht als Generalprobe sehen. Da Glashaus um die 1:20 Stunden gespielt haben, dürfte das Publikum gestern einen guten Einblick in das erhalten haben, was auf der bevorstehenden Tour zu erwarten ist.
Sehr früh wurde die erste Single „Haltet die Welt an“ aus dem aktuellen Glashaus Album „Drei“ gespielt. Wie es live zu erwarten war, war das Arrangement „druckvoller“ als auf dem Album. Bei einigen Glashaus Liedern verließen auch einige Musiker die Bühne, so dass die Instrumentalisierung auf das wesentliche reduziert wurde. Somit kam das Klavierspiel von Martin Haas und die wundervolle Stimme von Cassandra Steen so richtig zur Geltung. Wie schade, dass man bei einem Konzert keinen Sessel hat, in den man sich zurücklehnen und genießen kann.
Nach ein paar Liedern war es aber mit der Ruhe vorbei, denn jetzt enterten die „Friends“ die Bühne: Cassandra Steen bekam ein Auszeit und wechselte zum Background-Gesang als Moses Pelham und Illmatic die Bühne unsicher machten. Sie gaben die Highlights aus Moses Pelhams letzten Album „Geteiltes Leid 2“ zum Besten. Zu den Liedern zählten „Ein schöner Tag“, „Was wollt Ihr trinken?“ und „Kein anderer“.
Da das Publikum nicht so richtig mitspielen wollte, erzählte Moses P., dass er krank sei und vom Harry Potter im TV schauen direkt zur Stage gekommen sei und dies fast bereue. Bei der Glashaus Tour mit einem reinen Fanpublikum wird das sicher anders sein. Illmatic mit neuer Frisur war in diesem Teil der absolute Entertainer auf der Bühne, der die Texte und die Interaktion mit dem Publikum vom Feinsten mit Gesten unterstrich.
Nach diesem Actionteil ging es mit Glashaus und „Wenn es Liebe ist“ zunächst sehr ruhig und träumerisch weiter. Selbstverständlich durften auch „Du“ und „Is’ nur Kino“ (das auch die Rodgau Monotones gespielt haben) im Programm von Glashaus nicht fehlen.
Leider war das Konzert dann viel zu schnell vorüber, aber zum Glück ist es nicht mehr lange bis zum nächsten Glashaus Konzert in Frankfurt, aber gegenüber dem ausgegeben Programm war die Veranstaltung nicht um 23:30 Uhr sondern erst um Mitternacht vorbei.
Fazit:
Insgesamt war es ein gelungener Abschluss für diesen Festtag. Dennoch bleibt der fade Beigeschmack, dass bei Glashaus nicht mehr so viele Gäste anwesend waren wie bei den Rodgau Monotones, was sich natürlich auch auf die Stimmung auswirkte. Vielleicht hätte im Vorfeld ein wenig mehr Promotion stattfinden sollen.
Alle, die aber dennoch den Weg dorthin gefunden haben, werden es bestimmt nicht bereuen dort gewesen zu sein. Wann sonst bekommt man schon kostenlos diese höchstinteressante musikalische Kombination auf der Bühne zu sehen.


