An Electrocoustic Evening with Niels Frevert
Foto: Thomas SteinFRANKFURT (tms) - Niels Frevert, Niels Frevert? Wer war das noch gleich? Anfang der 90er gab es eine Bewegung, die von der Musikpresse die "Hamburger Schule" genannt wurde. Vorreiter dieser Bewegung waren Selig und knapp dahinter kam immer die "nationalgalerie", obwohl mir die letztgenannte Band immer besser gefallen hatte. Dies lag vor allem an den brillianten Texten von Niels Frevert und die beiden Alben (1993: indiana / 1995: meskalin) liefen in den Jahren immer auf Heavy Rotation.
Nach der nationalgaliere begann Niels Frevert solo mit dem Album "Niels Frevert" 1997 und in 2003 folgte dann das zweite Soloalbum "Seltsam öffne mich". Diese Umstände führen dazu, dass er ein ordentliches Repertoire auf Lager hat, aus dem er schöpfen kann.
Gegen 22:00 hieß es dann: "Licht aus – Spot an!" Bewaffnet mit einer cremefarbenen Fender Telecaster betrat Niels die Bühne und dies war auch die komplette Instrumentierung des Abends (in Anlehnung an das Bootleg des legendären Auftritts von Johnny Thunders in der Batschkapp 1990 ist auch der Titel des Artikels entstanden). Als Opener spielte er gleich "Seltsam öffne mich", den gleichnamigen Titel zu seinem letzten Album. Von Anfang an waren das Herz und die Leidenschaft, mit der Niels Musik macht und spielt, zu spüren und dies kam auch beim Publikum an.
Vor "Kick down" merkte Niels an, dass es das Lied lange nicht mehr gespielt hatte und erst noch die Akkorde raussuchen musste. Solche rein menschlichen Zwischentöne führte selbstverständlich sofort zu den ersten Lachern und schmunzeln innerhalb des Publikums. Restlos in seinen Bann gezogen wurden die ca. 70 Gäste dann bei dem Udo Lindenberg-Cover "Körper". Bei diesem Lied animierte er sogar das Publikum zum Mitsingen und Leute, die weder Niels Frevert noch das Original von Udo kannten, sangen trotzdem mit. Im weiteren Programm folgten noch u.a. "Doppelgänger" und "Tränen in mein Herz" bis er das erste Mal von der Bühne ging.
Zum Glück kam er noch mal für zwei Zugaben mit jeweils zwei Liedern auf die Bühne und nach ca. 90 Minuten war das Konzert leider schon vorbei. Niels könnte man stundenlang zuhören und jetzt bleibt nur zu hoffen, dass es nicht allzu lange dauert, bis er sich wieder die Ehre in Frankfurt gibt.
Danke für den schönen Abend und der beste Schlusssatz steht in einer Yahoo-Group: "Geht hin, hört ihm zu und alles wird ein bisschen besser!"
Setlist
* Seltsam öffne mich
* Weil du anders bist
* Tag ohne Namen
* Kick down
* 7
* Glückskeks
* Auf'm Rummel (Nina Hagen)
* Körper (Udo Lindenberg)
* Du musst zuhause sein
* Doppelgänger
* Tränen in mein Herz
* Wann kommst du vorbei
* Einwegfeuerzeugstichflamme
* Tiefkühltruhe
* Gemeinsame Sache
* Einbahnstraße
* Polyacryl
* Bis ans Ende der Welt


