FRANKFURT (tms) - Diesen Konzertbericht muss ich leider mal wieder mit etwas organisatorischem Anfangen. Da wird Karten für den 1. Rang hatten und dazu noch „freie Platzwahl“ wollten/mussten wir pünktlich zum Gates Open um 18:30 Uhr an der Festhalle sein. Wegen der Parkplatzsuche hat sich das etwas verzögert, aber da Y.T. schon vor uns dort war und auch schon in der Halle war, konnten wir es dann doch wesentlich entspannter angehen lassen. Trotzdem waren wir auch schon so gegen 18:45 Uhr in der Festhalle, nachdem selbst ich über die meisten drübergucken konnte, die beim Security Check in der Schlange vor mir standen. Dass es bei diesem Konzert das Publikum ziemlich jung werden würde, war zu erwarten und mittlerweile würde man auch schon fast in die Fraktion der Erziehungsberechtigten passen.
In der Halle waren die Säulen an den Ein- bzw. Durchgängen zum Innenraum und Rang für den Konzertnachwuchs mit dem kleinen Konzert 1×1 dekoriert. Dort waren insgesamt vier DIN A4 Zettel angebracht, die besagten, dass jegliche Film- und Tonaufnahmen verboten seien. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass es sich um ein Rockkonzert handelt und daher Gehörschutz zu tragen ist. Besonders witzig fand ich auch die Epilepsie Warnung, weil in der Show Stroboskop-Effekte verwendet werden.
Während der Suche nach einem geeigneten Platz musste ich mich aber gleich mal richtig aufregen. Im ersten Rang waren sowohl links als auch rechts die ersten drei Blöcke mit Bändern und VIP-Hinweisschildern abgesperrt. Somit zahlt man zuerst für den Rang mehr Geld als für den Innenraum und dann kann man sich mit der normalen Rangkarte nur in die hintere Hälfte setzen. Somit saßen wir dann auf der Gegenseite der Bühne (so schlecht habe ich in der Festhalle nicht mehr seit U2 gesessen).
Eigentlich sollte Mario (bis jetzt nur der Single „Let me love you“ bekannt) Vorgruppe machen, doch der hat wegen Krankheit abgesagt. Davon hatte ich Vorfeld aber nichts gehört und so dachte ich dann als um halb acht ein Rapper und eine Rapperin auf die Bühne kamen, dass es die zweite Vorgruppe sei. Wer der Rapper war, habe ich nicht richtig verstehen können, aber die Rapperin war Brixx, die um 1998 öfters mit „Boy meets world“ im Musikfernsehen zu sehen war. Außerdem war sie mit Cora E. zusammen auf der „Hija“ Single von Sabrina Setlur gefeatured.
Um überhaupt etwas von dem wirklich schlecht beleuchteten Voract mitzubekommen, hatte ich gleich zu Beginn mal mein Opernglas rausgeholt. Ich hatte dies keine Minute vor der Nase und schon blendete mich ein Ordner aus ca. 4 Metern Entfernung mit seiner Maglight für bestimmt 30 Sekunden. Der hätte auch etwas schneller erkennen können, dass ein Opernglas keine Videokamera war.
Kinderfreundlich früh fingen dann auch Destiny’s Child schon um ca. 20:25 Uhr an zu spielen. In den ersten ca. 20 Minuten wurde ein Hitfeuerwerk abgefackelt und somit waren nach dieser Zeit auch schon die Hits aus der Bandvergangenheit abgehandelt (siehe Playlist). Von da an wurde das Tempo und die Hektik ein wenig aus dem Konzert genommen, da auch ruhigere Nummern gebracht wurden.
Ich fand die Mischung und den Aufbau der Playlist sehr gelungen, da nicht nur die Destiny’s Child Nummern gebracht wurden, sondern auch alle drei Mädels ihre Solo-Hits zum Besten gaben, wobei auch dabei Beyonce Knowles mit dem größten Anteil dominierte.
Eigentlich dürfte ich diesen Bericht eigentlich nicht Konzertbericht nennen, denn wie schon bei Madonna müsste es eigentlich ein Showbericht sein. Auch bei Destiny’s Child ist die Show von der ersten bis zur letzten Sekunde durch die Unterstützung der Videoprojektionen präzise geplant und lässt keinen Platz für individuelle Gestaltungen und spontane Änderungen. Dazu passt auch, dass die Musiker auf der Bühne ziemlich in den Hintergrund gedrängt wurden. Links auf der Bühne waren auf einem Podest zwei Keyboarder und rechts hinten waren ein Drummer und ein Gitarrist. Dafür konnte ich beim Soundmischer die bis dato größte Laptop-/Monitorsammlung sehen. Aus der Ferne per Opernglas konnte ich mindestens zwölf Displays zählen. Bei solchen Shows steht eben nicht die Musik im Vordergrund sondern die Präsentation mit Garderobenwechsel und vielen Tänzer(inne)n, die auch alle namentlich vorgestellt wurden. So etwas ist ja ein beliebtes Element, um die Zeit beim Umziehen zu überbrücken.
Dass alle drei Mädels singen können haben sie ja auch im TV schon oft genug unter Beweis gestellt, so dass ich mich jetzt auch an keinen falschen Ton erinnern kann. Somit hätte auch die ein oder andere bis aufs letzte ausgereizte Stimmspektrumpräsentation auch kürzer ausfallen können.
In der Rückblende (das Konzert ist jetzt fast zwei Wochen her) drängt sich eine Szene auf, da die „perfekte Show“ einmal sogar menschliches zeigte. Bei „Girl“ schnitt Beyonce am Anfang lauter Grimassen (im Stil von Dave Gahan im „It’s no good“ Video), so dass daraufhin Michelle lachen musste und den Einsatz verpasst hat.
Selbst die Pause zur Zugabe hin war inszeniert, denn da lief auf den Videoinstallationen ein Countdown ab, so dass alle wussten, wann die Band wieder auf die Bühne kommt. Als Zugabe gab es dann nur einen Endlosversion von „Lose my breath“, bei der die Band plus Tänzer(inne)n sich auf einer großen Drehscheibe in der Bühnemitte bewegten. Somit war nach einer Spieldauer von ca. eineinhalb Stunden das Konzert um 22 Uhr herum schon vorbei. Das kam uns eigentlich sehr gelegen und so gingen wir anschließend traditionell ins Fox & Hound, wo wir den Abend ausklingen ließen.Playlist:
1. Say my name
2. Independent Woman Part 1
3. MEDLEY: No no no, / Bug a boo / Bills, bills, bills, Bootylicious / Jumping jumping
4. Soldier
5. KELLY: Dilemma
6. MICHELLE: Do you know
7. BEYONCE: Bad boy
8. Naughty girl
9. Cater 2 U
10. Girl
11. Free
12. Through with love
13. KELLY: Bad habbit
14. BEYONCE: Dangerously in love
15. BEYONCE: Crazy in love
16. Survivor
– Zugabe –
17. Lose my breath

