FRANKFURT (tms) – Lang, lang ist es her, dass ich Alanis Morissette zuletzt live in concert gesehen habe. Das war bei ihrer ersten Tour am 28.03.1996 in der Hugenottenhalle. In der Zwischenzeit sind drei weitere Alben erschienen und die Hallen sind immer größer geworden. Bei ihrem letzten Gastspiel in Frankfurt in der Festhalle war ich leider verhindert, aber jetzt war ich dort und auch die Halle ist wieder kleiner geworden. Mir kam es sehr entgegen, dass sie dieses Jahr in die Jahrhunderthalle statt in die Festhalle gekommen ist (liegt wahrscheinlich auch an den immer weiter steigenden Ticketpreisen und lieber in der vollen Jahrhunderthalle spielen als wie die Corrs in einer zum Drittel gefüllten Festhalle).
Von der Vorgruppe habe ich mal wieder nichts mitbekommen, aber ein willkommener Service in der Jahrhunderthalle sind die kleinen TV-Monitore, die im Parterre in den Bars im Regal stehen und das Bild der Totalen vom Konzertsaal senden. Somit konnte man unten gemütlich beisammen stehen und wusste, dass man vom Konzert nichts verpasst.
Als dann die Vorgruppe fertig war und die Umbaupause schon längere Zeit lief, gingen wir langsam mal nach oben. Dort hatten wir aber auch noch mehr Zeit als erwartet und erst so um Viertel nach neun herum: Licht aus, Spot an!
„21 things“ war ein gelungener Opener und der mediale Overkill konnte beginnen. Links und rechts der Bühne waren Videowände aufgehängt, die bei einer wie der Jahrhunderthalle eigentlich nicht nötig gewesen wären, aber wahrscheinlich einfach zum Inventar der Show gehören. Auf den Videowänden war die Schnittfolge bei den Uptempo-Nummern so schnell wie bei Musikvideos. Zusätzlich zu den Videowänden waren auf der Bühne selbst noch zwei kreisrunde Leinwände, auf die zusätzlich noch Filmchen und Animationen projiziert wurden. Der Zuschauer hatte die Qual der Wahl, bei der Frage, wo er hinschauen sollte: Alanis, die Band, die Projektionen oder auf die Videowände.
Bei „21 things“ war Alanis noch durch die Gitarre auf ihre Bühnenposition festgelegt. Zu „All I really want“ tauschte sie diese durch eine Mundharmonika aus und vom dem Moment an gab es kein Halten mehr. Wie ein Tiger im Käfer im Käfig war Alanis das ganze Lied über auf der Bühne von links nach rechts, von vorne nach hinten unterwegs. Die armen Fotografen hatten wirklich Probleme ihr zu folgen. Zu „Excuses“ griff sie wieder zu ihrer elektrischen Gitarre und zu „So called chaos“ wurde dann die akustische Gitarre ausgepackt und das Publikum bekam so das erste Mal die Möglichkeit auch mal ein wenig durchzuschnaufen. Ebenso wurde „Hand in my pocket“ in recht ruhigen Version gespielt.
Darauf folgte mit das Highlight des Konzertes: „Front row“. Ich weiß nicht, ob es bei den vorigen Tourneen auch in dieser Version gespielt wurde, aber auf jeden Fall war die Live Version in Frankfurt absolut klasse und das Lied klang live wesentlich besser als auf dem Album (vgl. Paddy McCarthy der Corrs). Leider war das Lied dann auch schon wieder vorbei, denn dem Beat und der aktuellen Interpretation kann man stundenlang zuhören.
Mit „You learn“ und „Joining you“ ging es noch relativ ruhig weiter, doch dann begann Alanis mit „So pure“ und „Wake up“ den Spannungsbogen in Richtung Finale aufzubauen. Bei „You oughta know“ gab es dann kein Halten mehr und die Stimmung erreichte fast ihren Höhepunkt. Den Schlusspunkt vor den Zugaben setzte sie mit „8 easy steps“.
Während der ersten Zugabe („Everything“ und „Ininvited“) konnte sich das Publikum ein wenig Erholen bis es dann in der zweiten Zugabe bei „Ironic“ beweisen konnte, dass auch die Frankfurter textsicher sind. Das sind immer faszinierende Momente wenn das Publikum nicht nur zu irgendwelchen lautmalerischen Aneinanderreihungen animiert wird sondern komplette Texte mitsingen darf/soll/will. Mit „Thank U“ wurde dann das Konzert (wie ich gehört habe ist dies schon fast Tradition) beendet.
Playlist:
1. 21 things
2. All I really want
3. Hands clean
4. Excuses
5. So calles chaos (Acoustic)
6. Hand in my pocket
7. Front row
8. You learn
9. Joining you
10. Simple together
11. So pure
12. Wake up
13. You oughta know
14. 8 easy Stepps
—1. Zugabe——————–
15. Everything
16. Uninvited
—2. Zugabe——————–
17. Ironic
18. Thank you

