Foto: Thomas SteinFRANKFURT (tms) - Die schweizer Band Lunik und die Heidelberger Band Liquido gaben sich vorgestern Abend im Frankfurter "Nachtleben" die Ehre. Lunik sind gerade dabei mit ihrer Single "The most beautiful song" den deutschen Musikmarkt zu erobern, nachdem sie in der Schweiz schon längst Platzierungen innerhalb der Top10 inne haben. Liquido versucht mit neuem Album "Float" und neuer Single "Ordinary Life" im Gepäck an den Erfolg alter Tage (mit Hits wie "Narcotic" und "Play some rock") anzuknüpfen.
Auch für dieses Konzert hatte ich mal wieder zwei Karten gekauft. Ärgerlicherweise musste ich mich am Mittwoch nach Feierabend auf die Suche nach einer Begleitung machen und konnte dann leider in der Kürze der Zeit niemanden mehr für das Konzert motivieren bzw. erreichen. Da ich auch langen nicht mehr im Nachtleben zu einem Konzert war, war ich auch mit dem zeitlichen Ablauf nicht wirklich vertraut und fuhr dann mit der U-Bahn so dorthin, dass ich pünktlich zum Einlaß um 20.00 Uhr dort war.
Woher sollte ich denn wissen, wann die Vorgruppe anfängt, da ich ja zu 99% wegen Lunik und vielleicht zu 1% wegen Liquido zum Konzert wollte. Im Nachtleben angekommen, waren nur ein paar Leute vor dem Eingang zum Konzertraum, aber niemand von Security oder Kartenkontrolle zu sehen. Irgendwann kam der eine oder der andere die Treppe herauf und man konnte hören, dass der Sound-Check noch lief.
Es muss dann so gegen halb neuen gewesen sein, als dann doch jemand kam, der für Einlaß und Kartenverkauf sorgte. Während des Wartens konnte ich auch noch meine überzählige Karte an ein nettes Pärchen verkaufen, die die zweite Karte dann normal an der Abendkasse kauften.
Unten im Konzertraum vertrieb ich mir die Zeit mit leckerem Bierchen und einem Plausch mit dem Pärchen, dem ich die Karte verkauft hatte. Gegen 21.00 Uhr war eigentlich schon klar, dass es nicht groß voller werden würde und so warteten um die 100-150 Leute auf den Konzertbeginn. Dieser zog sich dann noch ein wenig hin und um kurz vor halb zehn kamen dann endlich Lunik auf die Bühne.
Gegenüber den Liquido Fans hatte ich dann den Vorteil, dass ich die Lieder natürlich alle schon bestens kannte. Gleich zu Beginn erzählte Jael, dass sie aus Bern seien und das erste Mal in Frankfurt spielten. Außerdem entschuldigte sie sich für die Verspätung, aber aber schon nach den ersten paar Takten war klar, dass sich das Warten auf jeden Fall gelohnt hat.

Foto: Thomas Stein
Ich hatte im Vorfeld zum Konzert schon viel über die Live-Qualitäten der Band gehört, aber dann wirklich einmal live dabei zu sein ist wirkich beeindruckend. Ebenso hat mich das Engagement und die Hingabe fasziniert, mit der sie ihr leider zu kurzes Set präsentierten. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, da sie ja "nur" die Vorgruppe waren, aber wahrscheinlich können sie gar nichts anders als immer auf der Bühne 100% zu geben.
Wieviele Lunik Fans oder Leute, die Lunik schon kannten, dort waren, weiß ich natürlich nicht, aber die Band wurde auf vom Publikum in Frankfurt sehr herzlich aufgenommen (ich habe da schon ganz andere Reaktionen auf Vorgruppen erlebt). Somit glaube ich, dass auch der Band ganz gut gefallen hat, außer dass es auch gerne ein wenig hätte voller sein können (vielleicht erscheint ja zu der Tour auch mal wieder ein Tourtagebuch auf Lunik-Fans.com).
Über Jael will ich an der Stelle gar nicht zu viele Worte verlieren, außer dass es einfach toll ist, ihr beim Singen zuzuschauen und zu sehen, wie sie jedes Lied (besonders die langsameren) mit absoluter Hingabe singt (die tolle Stimme und das gute Aussehen stehen außer Frage).
Zum Ende des Sets ließen sie es bei "The most beautiful song" und "You won't stop me" noch einmal richtig krachen und dann war es auch nach ca. 30 Minuten schon zu Ende. Hoffentlich kommen sie bald wieder nach Frankfurt, aber dann zu einem "richtigen" Konzert bitte!
Vor dem Konzert wurde mir noch zugetragen, dass Liquido live richtig schlecht sein sollen, aber irgendwie wollte ich noch nicht nach Hause gehen und wartete weiter, um mir selbst mal einen Eindruck machen zu können. Die Umbaupause ging sehr schnell vorüber, da ich ein nettes Gespräch mit einem Zeitungsredakteur hatte, der immer die Konzertberichte schreibt.

Foto: Thomas Stein
Um kurz nach halb elf kamen dann auch Liquido auf die Bühne und die haben auch gleich von Anfang an amtlich gerockt, worauf ich die mir im Vorfeld zugetragenen Kritik nicht ganz nachvollziehen kann. Ich war wirklich froh, dass ich bei dem Konzert Oropax nicht zu Hause vergessen hatte, denn in der ersten Reihe war es verdammt laut und trotz des Gehörschutzes merkte ich selbst nach Lunik schon die Belastung für die Ohren.
Von Liquido hörte ich mir dann so 6-7 Lieder an (u.a. "Play some rock") und machte mich dann auf den Weg nach Hause. Das war vielleicht etwas zu früh, denn heute in der Zeitung habe ich gelesen, dass sie eine Slow-Version von "Narcotic" gespielt haben, die wohl ziemlich gut gewesen sein muss.
Playlist Lunik:
Die Playlist war dieses Mal ziemlich einfach zu rekonstruieren, da ich in der Umbaupause zwischen Lunik und Liquido die Original-Playlist von Jael am Bühnenrand gefunden und gleich mal als Andenken eingesteckt habe.
Go on
Waiting
New day
Backup
Weather
Through your eyes
The most beautiful song
You won't stop me

Foto: Thomas Stein

