FRANKFURT (tms) – Die Giessener Band Juli gab sich gestern Abend in der ausverkauften Hugenottenhalle die Ehre. Die Stimmung bei ihrem Heimspiel in Hessen war von Anfang an auf dem Höhepunkt und unter den Augen von ca. 2000 Fans und den Eltern der Band spielten sie ihr komplettes Debut-Album sowie drei neue Songs. Auch bei Juli zeigt sich. dass sich Qualität einfach durchsetzt, denn sonst hätten sie nicht solch ein gutes Konzert gespielt und den Bundesvision Song Contest gewonnen.
Die Freude war groß als Juli nach der Clubtour 2004 die Clubtour 2005 angekündigt haben. Besonders erfreut waren wir, dass das "Heimatkonzert" in der Batschkapp stattfinden sollte, doch die hier so oft beschriebene Freude sollte erlitt dann einen Dämpfer als mir ein Brief von der Vorverkaufsstelle ins Haus flatterte, der besagte, dass wegen der großen Nachfrage das Konzert in die Hugenottenhalle nach Neu-Isenburg verlegt wurde.
Vor dem Konzert gab es noch ein paar organisatorische Herausforderungen (klingt besser als Probleme) zu lösen, da noch zwei Karten wegen krankheitsbedingter Absagen neue Besitzer suchten. Diese waren aber im Vorfeld schon verteilt und somit stand dem Konzertabend nichts mehr im Wege.
Während der Vorgruppe Wunder (http://www.wunder.tv) ließen wir uns noch im Eingangsbereich einfach ein wenig von der Musik berieseln, aber schenkten der Band nicht viel Aufmerksamkeit, da wir an unserer Position kaum verstanden, ob sie nun deutsch oder english sangen. Nachdem die Vorgruppe vorüber war, hatten wir uns auch einigermaßen organisiert (Garderobe, Bierstand).
Ich habe zwar nicht auf die Uhr geschaut, aber um kurz vor neun ging es auch schon mit Juli los. Als Opener spielten sie November und das Publikum war von Anfang an gleich voll dabei. Besonders lustig war auch die Begrüßungsansage von Eva Briegel nach dem ersten Lied. Sie erzählte, dass sie sich freuen, wieder in der Heimat zu spielen. Dies erkenne man daran, dass es wieder Licher Bier gibt und die Leute wieder normal redeten. Damit hatte sie gleich (die Lacher des) das Publikum auf ihrer Seite.
Gleich danach ging es mit Warum weiter, wo es dann auch schon richtig zur Sache ging. Im Anschluss folgt ein neues Lied mit dem Titel "Boxer", das (wie man es von Juli gewöhnt ist) eine sehr eingängliche, uptempo Nummer ist. Dies ließ dann bei mir auch gleich ein wenig Vorfreude auf ein neues Album aufkommen.
In der Pause zwischen "Boxer" und "Kurz vor der Sonne" begrüßte Eva die versammelten Eltern der Band, die in der Hugenottenhalle auf der Gallerie saßen. So bequem hätten sie es in der Batschkapp nicht gehabt, aber so konnten sie den Abend bestimmt entspannt genießen und stolz auf ihre Kinder sein.
Ich weiß zwar nicht mehr, vor welchem Lied es war (im Zweifel "Geile Zeit") als Marcel Römer das Publikum begeisterte, in dem er unsere hessische Fahne hoch hielt.
Ein absolutes Highlight war auch als Eva erzählte, dass die Band zwei Tage vorher dem Konzert bei ebay reingeschaut hatte und dort gesehen, dass zwei Tickets für 95 oder 97 EUR weggegangen sind. Weiterhin meinte sie, dass wer so viel Geld für die Karte ausgibt es auch verdient hat, das Konzert von der Bühne aus zu sehen. Die Karteninhaber wurden ausfindig gemacht und durften sich dann auf zwei Stühle am Bühnenrand setzen und bekamen auch noch ein Bier in die Hand gedrückt. Außergewöhnlich war auch, dass die beiden bis zum Konzertende dort sitzen bleiben konnten und es nicht nur eine Ein-Lied-Einlage war.
Musikalisch gesehen ist Juli ein Band, die ihr Handwerk verstehen und alle Lieder auch live sehr gut rüberbringen. Der Sound in der Hugenottenhalle war auch in Ordnung, so dass eigentlich keine Wünsche übrig blieben, außer dass sie gerne noch länger hätten spielen können.
Auf der Bühne war außer der Band und dem Equipment nichts zu sehen. Es wurde auf Videoprojektionen und sogar auf eine Fahne/Banner auf der Bühnenrückseite verzichtet. Dafür hatten sie aber einiges an Lichteffekten im Gepäck, so dass bei den schnelleren Nummern eine ordentliches Lichtgewitter gezündet wurde. Von daher war auch die Lightshow für ein Konzert dieser Größenordnung sehr gut.
Wenn ich eine Wertung zum Konzert abgeben müsste, dann würde es im internen Ranking einfach nur in die höchste Kategorie fallen.
Playlist:
(Für die Richtigkeit wird nicht garantiert)
November
Warum
Boxer*
Kurz vor der Sonne
Tage wie dieser
Sterne
Geile Zeit
Tränenschwer
Anders
Perfekte Welle
Was Du willst*
Ich verschwinde
— 1. Zugabe —
Wenn Du lachst
Regen und Meer
— 2. Zugabe —
Du drehst Dich um*
Perfekte Welle
* Non-Album-Tracks

