Saturday, 31. July 2010

Irland, Slane, Castle, 29.08.2004

FRANKFURT/SLANE (tms) – Dieser Konzertbericht könnte etwas länger werden, da ich auch so viele Eindrücke um das Konzert herum gesammelt habe. Zuerst waren wir mittags von Dublin nach Drogheda gefahren, um in ein Pub zu gehen, in dem Sonntags nachmittags immer Live-Musik gespielt wird. Dort war es wirklich sehr urig und als die Band um 15:30 Uhr aufhörte zu spielen, wurde kurz danach auch das Pub geschlossen. Somit gingen wir weiter zu Monk Coffee, um noch die letzten Stärkungen für das Konzert einzunehmen.

Gegen 17:00 Uhr verließen wir Drogheda und fuhren in Richtung Slane. Dort sind wir gleich auf den ersten Parkplatz, der noch bei Bauern privat auf der Wiese war, bevor überhaupt die offiziell ausgewiesenen Parkplätze kamen. Von da aus war es dann ca. 1/2 Stunde bis nach Slane Village. Bevor dort die Hauptstrasse begann, war die Strasse durch die Polizei gesperrt und es wurde das erste Mal das Gepäck konrolliert. Anschließend war der ca. 200m lange Bereich der Hauptstrasse mit den Geschäften randvoll mit Leuten, die dort standen, saßen und sich "in Stimmung tranken". Wir sind aber gleich weiter zum Konzertgelände und waren dann um kurz nach sechs auf dem Gelände.

Um 18:30 Uhr legten Iggy Pop & The Stooges los. Das war ein etwas undankbarer Job, da das vor allem weibliche Publikum nur wegen Madonna da war und mit Rock oder Punk scheinbar nicht viel am Hut hatte. Außerdem hat er auch keine Smash-Hits wie "The Passenger" oder "Search & destroy" gespielt. So war es eben nicht mehr als musikalische Berieselung von einem dünnen Mann, der auch bei nicht allzu hohen Temperaturen oben ohne auftrat.

Der letzte Schrei bei dem Konzert waren aufblasbare Sessel und Sofas, die man für 20 bzw. 35 EUR schon aufgeblasen kaufen konnte. Da das ganze Gelände zur Bühne hin abschüssig ist, konnten die Leute bequem am Hang auf Ihren aufblasbaren Sitzgelegenheiten Platz nehmen und brauchten sich nicht direkt auf die Wiese zu setzen. Wir haben aber auf diesen Schnickschnack verzichtet, aber gemütlicher wäre es bestimmt gewesen.

Ansonsten war die Organisation des Konzertes sehr gut. Fangen wir mal mit der Getränkeversorgung an. Es gab (wenn ich richtig gezählt habe) drei Bars, an denen man Heineken sowie Weiß- und Rotwein kaufen konnte. Das schöne daran war, dass die größte Bar (ca. 40 – 50 Meter breit) bei uns in der Nähe war und an allen Bars mit Absperrgitter "Lanes" eingerichtet waren, wo man auf der einen Seite rein und der anderen Seite wieder raus konnte. Ist man im Ausgangsbereich stehengeblieben, wurde man sofort von einem Ordner freundlich darauf hingewiesen, weiterzugehen. Somit stand man trotz 80.000 Besuchern nicht länger als 3-4 Minuten für ein Bier an.

Sehr gut gelöst war auch die WC-Problematik. Die WCs waren am Rand des Geländes, so dass man zwischen den Bäumen zur Anlage kam. Dort standen gleich 10-15 Ordner, die die Menschenmenge nur zu den Toiletten hinließ, aber nicht wieder zurück. Dafür musste man am anderen Ende der Toilettenanlage einen Weg nehmen, der dann ca. 50m vom Eingang entfernt wieder ins Konzertgelände mündete. Durch diese Regelung gab es keinerlei Gedrängel, da alle nur in eine Richtung liefen.

Wieder zurück zum Konzert: Nach Iggy Pop kam Paul Oakenfold auf die Bühne, der mit drei Turntables bewaffnet, Dance-Mixe von u.a. U2 und Radiohead aufgelegt hat. Leider hat er nichts von seinem eigenen Album gespielt, aber so wie es war, stieg die Stimmung und es kam im Publikum wesentlich mehr Party Stimmung auf als vorher bei Iggy Pop. Zu Beginn von Paul Oakenfold war noch strahlend blauer Himmel, doch nachdem er sein Set beendet hatte und der Umbau zu Madonna stattfand, kam plötzlich ein Wolkenbruch runter und alle wurden das erste Mal naß.

Der Regen hatte zur Folge, dass die Bühne erst einmal trocken gewischt werden musste und Madonna deshalb mit einer dreiviertel Stunde Verspätung auf die Bühne kam. Von da an nahm die Show (und es war in meinen Augen mehr Show als Konzert) Ihren Lauf. Es war von A-Z alles perfekt durchorganisiert, arrangiert und choreographiert, was somit keinerlei Spielraum für Improvisationen ließ, da ja auch die gesammelten Video-Animationen und Tänze sowohl zu den Liedern als auch in den Zwischensequenzen strikt nach Vorschrift abliefen. Entweder lag es an unserer Position im Publikum oder ich habe es nicht richtig mitbekommen, aber der Applaus nach den einzelnen Lieder viel immer sehr, sehr kurz aus, da durch Musik, Tanz und Videoanimation die Show ständig in Bewegung war.

Besonders verwundert war ich dann bei American Life (es kann aber auch kurze Zeit später gewesen sein). Zu diesem Lied hatte Madonna das erste Mal Ihr Kostüm gewechselt und kam im Tarnanzug mit schwarzer Les Paul-Gitarre auf die Bühne. Madonna mit Gitarre: Das hätte ich nicht erwartet. Später im Konzert hat sie auch noch akustische Gitarre gespielt. Da dann noch einmal ein kurzer Schauer über Slane Castle kam, wurde ihr dann ein Regenschirm gehalten, damit sie nicht nass wurde (davon gibt es auch Bilder und ich werde mal eines suchen).

Wenn ich es Richtig verstanden habe, dann war Slane Castle zum einen das erste Konzert von Madonna überhaupt und zum anderen auch entweder das einzige oder eines der wenigen Open Air-Konzerte im Rahmen der Re-Invention Tour. Somit dürfte auch kein großer Unterschied zwischen den einzelnen Konzerten sein, außer dass Slane Castle eine super Kulisse für solche in Event ist.

Ohne Punkt und Komma und ohne Zugabe endete das Konzert mit Holiday so ca. 23.15 Uhr. Es gab drei Ausgänge, an denen schon beschildert war, in welche Richtung der Ausgang ging und wir mussten wieder in Richtung Slane Village. Auf der Strecke bis ins Village rein, ging es immer nur nach dem Motto "3 Schritte vor, 30 Sekunden stehen" voran, da sich durch zwei Polizeiwagen, zwei Krankenwagen, ein PKW und einem Getränkeverkäufer ein Nadelöhr bildete, das den ganzen Verkehr aufgehalten hat. Wenn wir auf dem Hinweg 45 Minuten vom Auto zum Konzert gebraucht hatten, dann dauerte der Rückweg 1:45 Stunden und wir waren dann um 1.oo Uhr am Auto zurück und in Dublin dann um 2.oo Uhr.

Fazit: Es war eine spektakuläre Show in einer wunderschönen Umgebung, aber war leider mehr Show als Konzert. Ich hoffe dennoch, dass wie von U2 und den RHCP auch dieses Jahr das Slane Castle Konzert von Madonna auf DVD erscheinen wird, aber ansonsten wird es bestimmt ein anderes Konzert der Re-Invention Tour auf DVD geben und das wird doch einen schöne Erinnerung an einen tollen Konzert-Abend sein.

Playlist:
Vogue
Nobody knows me
Frozen
American Life
Express yourself
Burning up
Material girl
Hollywood
Hanky panky
Deeper and deeper
Die another day
Lament
Bedtime story
Nothing fails
Don't tell me
Like a prayer
Mother and father
Imagine
Into the groove
Papa don't preach
Crazy for you
Music
Holiday

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